Inhaltsverzeichnis VWL II

Markt und Preis 2

Einteilung der Märkte_ 2

nach dem Objekt(Marktgegenstand) 2

nach der Anzahl der Marktteilnehmer 3

Merkmale eines vollkomenen Marktes 3

Preisbildung im Polypolmarkt 4

Gesetz des Angebotes 4

Gesetz der Nachfrage 4

Sanktion des Gleichgewichtspreises 4

Änderungen von Angebot und Nachfrage 5

Bestimmungsgründe der Nachfrage und des Angebotes 6

Elastizität 6

Die Kreuzpreiselastizität 7

Bestimmungsgründe des Angebotes an den Gütermärkten 8

Der Arbeitsmarkt 9

Preisfunktionen an den Märkten 11

Das Monopolmodell (Cournot`Modell) 12

Die Gewinnmaximale Preis-Mengen-Kombination (Cournotscher Punkt) 12

Verhaltensweisen von unvollkommenden Märkten_ 14

 

Wirtschaftsordnungen_ 15

Überblick über die Wirtschaftsordnungen 15

Verleich der Freien mit der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft 15

Staatliche Preisbeeinflussung in der Sozialen Marktwirtschaft 16

Mindest- und Höchstpreise 16

indirekte Preisbeeinflussung durch den Staat 17

 

Unternehmenskonzentrationen_ 19

Arten von Unternehmenszusammenschlüssen 19

Das Kartell 19

Arten von Kartellen 19

Syndikat 19

Der Konzern_ 20

Einteilung von Konzernen 20

Trust 20

 

 


 Markt und Preis

 

Einteilung der Märkte

nach dem Objekt(Marktgegenstand)

 

 

Objekt

Anbieter

Nachfrager

Faktormarkt

Immobilienmarkt

Bodenmarkt

Grundstücke

Verkäufer

Käufer

Arbeitsmarkt

menschliche. Arbeitsleistung

Arbeitnehmer

Arbeitgeber

Kapitalmarkt

Þ siehe Finanzmärkte

Gütermarkt

Produktions-

Gütermarkt

Konsum-

gütermarkt

Güter für den Endverbrauch

Unternehmer

Haushalte

Investitions-gütermarkt

dauerhafte Produktionsgüter

Unternehmen

Unternehmen

Rohstoffmarkt

Rohstoffe

Unternehmen

Unternehmen

sonstige Produktions-gütermärkte

Dienstleistungen, Handel, Transport, Versicherungen, Reisebüros

Finanzmärkte

Geldmarkt

kurzfr. Finanzmittel und Geldmarktpapiere (Schatzwechsel, Privatdiskonten, kurzfr. Schuldverschreibungen)

Banken

Banken

Kapitalmarkt

langfristige Finanzmittel und Wert-papiere (Aktien, Schuldverschreibungen)

Banken, Unternehmen

Banken, Unternehmen

Börse

=organisierter Kapitalmarkt

(Aktienmarkt, Rentenmarkt)

Effekten

(vertretbare Wertpapiere)

 

 

Devisenmarkt

ausländische Zahlungsmittel

Exporteure von Waren und Dienstleistungen, Kapitalimporteure

z.B. Zweigwerk eines US-unternehmens in Deutschland

Importeure von Waren und Dienstleistungen, Kapitalexporteure

z.B. Zweigwerk eines US-unternehmens in Deutschland

 


nach der Anzahl der Marktteilnehmer

poly =viele                         oligo = wenige                        mono = einer

AnbieterÞ

viele

wenige

einer

ß Nachfrager

 

viele

Polypolmarkt

Märkte im Internet, Devisen und Aktien, Gebrauchtwagenmärkte

(Angebots) Oligopol

Tankstellen, Super-märkte, alle Haushalts-großmärkte, Neuwagen-markt, Zigarettenmarkt

(Angebots)-Monopol

Briefpost, Wasserwerk, Müllabfuhr, „Deutsche Bahn“

 

wenige

Nachfrageoligopol

Altmaterialkauf, Arbeitsmarkt, Landwirtschaftl. Ankaufsmarkt

zweiseitiges (bilat.) Oligopol

Großflugzeuge

Großmaschinen

Beschränktes (oligopolistisches)

Angebotsmonopol

spezielle medizinische Großgeräte

 

einer

Nachfragemonopol

Straßenbau, Bundeswehr bei Uniformen

oligopolistisch beschränktes Nachfragemonopol

Bundeswehr bei Großwaffen

zweiseitiges (bilat.) Monopol

tariflich geregelter Arbeitsmarkt

 

 

Merkmale eines vollkomenen Marktes

·        alle Marktteilnehmer handeln nach dem ökonomischen Prinzip

UnternehmenÞGewinnmaximierung / HaushalteÞNutzenmaximierung

·        alle Beteiligten haben Markttransparenz (Marktüberblick)

·        keine Präferenzen (Vorlieben) Anbietern oder Nachfragern gegenüber sachlicher, persönlicher, räumlicher Art

·        unendlich schnelle Reaktionen auf Marktungleichgewichte

·        ein homogenes, gleichartiges Gut wird gehandelt

Þ   ein unvollkommenere Markt liegt vor, wenn eine

Bedingungen des vollkommenden Marktes nicht zutrifft

 

Die ordnungspolitischen (rechtlichen) Vorraussetzungen einer freien Marktwirtschaft

a)      Zahlungsmittel/Geld

b)      Gewerbefreiheit und freie Marktzugangsmöglichkeit

c)      Vertragsfreiheit

d)      Konsumentenfreiheit

e)      freie Arbeitsplatz- und Berufswahl

f)       Privateigentum (insbesondere an Produktionsmitteln)

g)      Nachtwächterstaat

-        nach Ferdinand Lasalle

-        Staat soll sich aus der Wirtschaft total heraushalten

-        Staat soll die Bedingungen a) bis f) gesetzlich einrichten und sichern

-        Staat soll die Sicherheit nach außen und innen gewähren (wie ein Nachtwächter, der ein Haus bewacht)

-        Insbesondere keine Sozialversicherung, Tarifautonomie (Tarifverträge), keine Mitbestimmung der Arbeitnehmer, keinen Arbeitsschutz forcieren


Preisbildung im Polypolmarkt

·        der vollkommene Polypolmarkt

·        Grundmodell der freien Marktwirtschaft

·        Wirtschaftsliberalismusmodell

 

Beispiel der Preisbildung an einem Wochenmarkt

·        Auf dem Markt in Münster erscheinen

Textfeld: Verkäuferrente
Anbieterrente
Produzentenrente
Textfeld: Käuferrente
Konsumentenrente
Schnäppchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesetz des Angebotes

·        Wenn der Preis steigt, dann steigt die angebotene Menge

·        Wenn der Preis sinkt, dann sinkt die angebotene Menge

Gesetz der Nachfrage

·        wenn der Preis steigt, dann sinkt die Nachfrage

·        wenn der Preis sinkt, dann steigt die Nachfrage

Sanktion des Gleichgewichtspreises

ÞPrämierungs- und Bestrafungsfunktion

-          Anbieter und Nachfrager, die links von der Gleichgewichtsmenge liegen werden durch den Gleichgewichtspreis mit Verkäufer- und Käuferrenten belohnt (prämiert) Þpositiv Sanktioniert

-          Anbieter und Nachfrager, die rechts von der Gleichgewichtsmenge liegen werden durch den Gleichgewichtspreis vom Markt ausgeschieden Þnegativ sanktioniert (bestraft)


volkswirtschaftliche Sicht                        betriebswitrschaftliche Sicht

A

 
 


P

 

P

 
für den einzelnen Anbieter und Nachfrager ist ein Preis gegeben

M

 
ÞDer Anbieter ist Mengenanpasser

M

 
 


Änderungen von Angebot und Nachfrage

Þund ihre Wirkung auf den Gleichgewichtspreis

 

1.    Das Angebot steigt (Reduktion der Kosten/Steigerung der Menge)

P

 
 


Þ    Preis sinkt

Þ    Menge steigt

 

 

M

 
 

 


2.    Das Angebot sinkt (Reduktion der Menge/Erhöhung der Kosten)

P

 

 


Þ    Preis steigt

Þ    Menge sinkt

M

 
 

 

 


3.    Nachfrage steigt

P

 

Þ    Preis steigt

Þ    Menge steigt

 

 

M

 
 

 


4.    Nachfrage sinkt (Geld wird knapp)

P

 

Þ    Preis sinkt

Þ    Menge sinkt

 

 

M

 
 

 



Änderung des Angebotes aufgrund von Steueränderungen

a)      Erhöhung einer Umsatzsteuer

Der Umsatz steigt exponentiell, das Angebot linear (Preis x Menge), d.h. der Umsatz steigt im Verhältnis zum Angebot schneller als das Angebot selber. Eine Erhöhung der Umsatzsteuer bedeutet daher, dass die Preiserhöhung mit steigendem Umsatz immer größer wird.

 

 

 

b)      Erhöhung einer Mengensteuer (z.B. Benzinsteuer)

-          linearer Anstieg,

-          A2 liegt parallel zu A1

 

Bestimmungsgründe der Nachfrage und des Angebotes

1.    an den den Gütermärkten

a)      Bestimmungsgründe der Nachfrage

 

1.      Preis des Gutes (steigt der Preis , sinkt die Nachfrage)

2.      Preis anderer Güter

a) Komplementärgüter (Preis für CD`s steigt, Nachfrage nach CD-Playern sinkt)

b) Substitutionsgüter (Preis für Butter steigt, Nachfrage nach Margarine steigt)

3.      Einkommen ÞEinkommen steigt, Nachfrage steigt

4.      Bedarfsstruktur Mode, Werbung, Altersaufbau, Hobby` s (Bedarf von Schallplatten zu CD` s ÞNachfrage Schallplatten sinkt, CD-Player steigt)

5.      Einkommensverteilung:   UngleichverteilungÞNachfrage sinkt,

GleichverteilungÞNachfrage steigt

6.      Preiserwartungen: sinkender PreiseÞNachfrage sinkt; steigender PreiseÞN. steigt

7.      Preiselastizität der Nachfrage

Þje steiler die Nachfragekurve ist, desto kleiner ist die Mengenänderung bei Preissteigerungen

 

Elastizität

= (Mengenänderung/Menge):(Preisänderung/Preis)

 

oder

% Mengenänderung

= Preiselastizität der Nachfrage

% Preisänderung

 

Textfeld: ∆P = 1,5Rosen (elastisch)                                                    Heizöl (unelastisch)

 

 

 

 

 

 

 

∆M/M

=

300 x 3

= 1,25

100 x 3

= 0,47

∆P/P

480 x 1,5

 420 x 1,5


 


4 Werte der Elastität (der Nachfrage)

 

 

 

 

 

 

 

total unelastisch

→starr

z.B. lebenswichtiges Medikament

unelastisch (0-<1)

z.B. Heizöl (Existenzgüter, für die es keine Substitionsgüter gibt)

elastisch (1>∞)

Luxus oder Existenzgüter

total oder uenedlich (∞)

 

 

Die Kreuzpreiselastizität

= Triffin`scher Koeffizient

·        in ihr zeigt sich die Preisinterpendenz (gegenseitige Abhängigkeit aller Mengen und Preise in der Wirtschaft)

 

Komplementärgüter (Preis für Autos steigt, Nachfrage nach Benzin sinkt)

Textfeld: ∆P positivAuto                                                                         Benzin

 

 

 

 

 

 

 

 

negative Elastizität

·        wenn der Preis des Gutes A erhöht wird, sinkt die Nachfrage nach dem Produkt B

 

Substitutionsgüter

→positive Elastizität

 

Textfeld: ∆P positiv 

 

 

 

 

 

 

 


·        wenn der Preis für Autos steigt, dann steigt die Nachrage nach Fahrrädern


Bestimmungsgründe des Angebotes an den Gütermärkten

 

    1.        Kosten

    2.        Gewinnplanung

    3.        Konkurrenzverhältnisse

    4.        Marktform (Polypol, Oligopol, Monopol)

    5.        Kostendegression (Gesetz der Massenproduktion) Þje höher die produzierte Menge, desto niedriger die Kosten pro Stück

    6.        Güterpreise und Devisenkurse

    7.        Preiserwartungen

    8.        Zielsetzung der Unternehmen

a) Gewinnmaximierung

b) Kostendeckungsprinzip

    9.        Preise anderer Güter

 

Exkurs: Gesetz der Massenproduktion

fixe KostenÞbestehen unabhängig von der Produktionsmenge

variable Kosten Þändern sich mit der Produktionsmenge

 

Beispiel: Fixe Kosten 2000,- DM; variable Kosten pro Stück 50,-


 


·        je größer die produzierte Menge, desto geringer sind die Produktionskosten pro Stück, da die fixen Kosten auf die Produktmenge aufgeteilt werden


Der Arbeitsmarkt

·        Organisationsform für den Tausch menschlicher Arbeitsleistung

·        große Unvollkommenheit

-          mangelnde Mobilität

-          Informationsdefizite/ Heterogenität (verschiedene Qualifikationen)

-          Störung der Allokationsfunktion (Produktivität und Knappheit sind schlecht messbar, daher keine Preisbildung für den einen AN)

Þdarum Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik

 


Marktlohn

 


Tariflohnverhandlung

1.      Kündigung alter Tarifverträge

2.      Verhandlung

3.      Schlichtung gemäß altem Tarifvertrag

4.      Urabstimmung

5.      Arbeitskampf (Streik od. Aussperrung)

6.      neuerliche Verhandlungen

7.      Einigung /neuer Tarifvertrag

8.      Friedenspflicht während der Vertragsgültigkeit

 

Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt (Marktlohn) beeinflussen den Tariflohn beträchtlich Þgroße Arbeitslosigkeit, geringere Lohnerhöhungsforderungen

 

Bestimmungsgründe der Nachfrage der Unternehmer am Arbeitsmarkt

    1.        Saison → vermehrter Anfall von Arbeit (z.B. Ernte)

    2.        Löhne

    3.        Effektive Güternachfrage (Keysianische Theorie)

=Konsum+ Investition+ Staatsausgaben+ Export-Import

    4.        Art der Investition

a) Beschäftigungserweiterungsinvestition (2 Besch. Effekte)

b) Rationalisierungsinvestition (1 Beschäftigungseffekt)

    5.        Grenzproduktivitätstheorie ÞDas, was der letzte AN einbringt muss größer sein als das, was er kostet

    6.        Sozialpolitisches Kalkül der Arbeitgeber

→hohe Sicherheit des AN, niedrigere Nachfrage (z.B. Arbeitsschutz, Mitbestimmung, Kündigungsfristen, Mutterschutz, Krankenschutz)

    7.        Lohn-Zins-Verhältnis

    8.        hoher Lohn, niedriger Zins →Kauf+ Finanzierung von Maschinen (Robotern) statt Einstellung neuer AN


Bestimmungsgründe des Angebots an Arbeit der Arbeitnehmer

Þgesamtwirtschaftliches Arbeitsangebot = Erwerbspersonen x Æ-Arbeitszeit

 

    1.        Existenzerfordernisse des AN Þwer Leben will muß arbeiten

    2.        Höhe des Lohns

    3.        Erhöhung an bestimmten Märkten durch Insolvenzen an anderen Märkten

    4.        Zahl der Erwerbspersonen

    5.        Veränderung der Arbeitszeit

a) verkürzen Þgrößere Nachfrage

b) verlängern Þgeringere Nachfrage

    6.        Arbeitsethik (Einstellung zur Arbeit)

a) ich lebe um zu arbeiten

b) ich arbeite um zu leben

    7.        Tarifvertragliche Regelungen (Arbeitszeit, Urlaub,..)

    8.        gesetzliche Regelungen (Rentenalter...)

    9.        Freizeitwunsch

 

Exkurs: Wahlhandlungstheorie

Arbeitszeit und Freizeit an einem Tag (vergleichbar Woche, Monat, Jahr, Lebensarbeitszeit)

 

·        mit der Wahl der Arbeitszeit wählt man die Freizeit

Thesen

-          verdient man viel ist man eher bereit, länger zu arbeiten

-          Freizeit verlangt Einkommen, um sie zu gestalten

Þdas Arbeitsangebot kann bei zunehmenden Freizeitwunsch nur durch höhere Löhnee vergrößert werden


 

 

 

 

 

 

 



Preisfunktionen an den Märkten

(Aufgabe des Gleichgewichtspreises an den Märkten)

·        Ausschaltfunktion (negative Sanktionsfunktion)

Anbieter mit zu hohen Preisen und Nachfrager mit zu niedrigen Preisvorstellungen fliegen raus

·        Markträumungsfunktion

der Gleichgewichtspreis räumt den Markt

·        Prämierungsfunktion

Kostengünstige, innovationsfreudige Anbieter und Nachfrager, die die Waren ausreichend hoch bewerten, werden vom Gleichgewichtspreis mit Käufer- Verkäuferrente belohnt

·        Informationsfunktion/Signalfunktion

die Preise signalisieren den Anbietern und Nachfragern Marktchancen/Zuwanderungsmöglichkeiten (hohe Preise den Anbietern- Preise den Nachfragern)

·        Distributionsfunktion (Einkommensverteilungsfunktion)

über die Preise, insbesondere der Produktionsfaktoren, wird das Volkseinkommen auf die einzelnen Faktoren verteilt

·        Allokationsfunktion (Faktorlenkungsfunktion)

über die Preise der einzelnen Produktionsfaktoren werden sie an die Märkte gelenkt, dan denen Ihre höchste Produktivität und Knappheit herrscht

 

Resume`

in einer freien Marktwirtschaft regeln die Preisfunktionen alle in der Volkswirtschaft bestehenden ökonomischen Probleme.

Sie informieren die Inhaber der Faktoren über ihre Marktchancen, verteilen die Einkommen entsprechend der Knappheit der Faktoren lenken die Faktoren in die Wirtschaftsbereiche, in denen sie die größten Effizienz besitzen, regen zu kostengünstigen Innovationen an und schließen teure Anbieter von den Märkten aus

 

Wirkung der Allokationsfunktion

 

 

I

II

Nachfrage nach z.B. Erbsen verringert sich

III

Nachfrage nach z.B. Bohnen steigt

Faktormärkte

-          Lohn

-          Zins

-          Grundrente

 

 

 

 

Angebot und Nachfrage gegeben

Þ    Menge sinkt

Þ    Faktormenge sinkt

Þ    Menge steigt

Þ    Faktormenge steigt

Gütermärkte

 

 

 

 

 

 

 

Angebot und Nachfrage gegeben

Þ    Bedarfsänderung von Erbsen zu Bohnen

 

 


Das Monopolmodell (Cournot`Modell)

Voraussetzungen

1.      ein Anbieter, viele Nachfrager

2.      ein homogenes Gut

3.      gegebene Nachfragekurve

4.      gegebene Kosten

5.      a) Gewinnmaximierungsstreben des privaten Monopolisten

b) Kostendeckungsprinzip des öffentl. Monopolisten

 

Grenzkosten

Zunahme der Kosten bei Erhöhung der Produktionsmenge um eine Einheit

 

Grenzerlöse

Zunahme oder Abnahme der Erlöse bei Erhöhung der Produktionsmenge um eine Einheit

 

Die Gewinnmaximale Preis-Mengen-Kombination (Cournotscher Punkt)

auf 3 Weisen ermittelbar

1.      größter Abstand zwischen Erlös- und Kostenkurve

2.      Maximum der Gewinnkurve

3.      Schnittpunkt von Grenzkosten- und Grenzerlöskurve, jeweils projiziert auf die Preis-Absatzkurve (Nachfragekurve)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Verhaltensweisen von unvollkommenden Märkten

·        Die meisten  Märkte der Wirklichkeit sind unvollkommen, oligopolistisch oder beides

Gründe für die Unvollkommenden Märkte

1.      Aufhebung der Markttransparenz

-          Typenvielfalt

-          „günstige Angebote“

-          unübliche Gewichtsangaben

2.      Aufhebung der Homogenität

-          künstliche Schaffung von Qualitätsunterschieden durch Werbung („blaues Benzin“, „Yellow Strom“)

3.      Schaffung von Präferenzen

-          Markennamen

-          Werbegeschenke

-          Image, Idole, Trendsetter

4.      Bildung von Kollektivmonopolen

-          Absprachen (Kartelle) zur Ausschaltung des Wettbewerbes untereinander

5.      Behinderung der Mobilität

-          räumliche Begrenzung, Transportprobleme

6.      Beeinträchtigung des rationalen Verhaltens

-          Spontankäufe (z.B. durch Süßigkeiten im Kassenbereich)

7.      Ruinöse Konkurrenz

-          es werden kurzfristig Verluste in Kauf genommen um die Konkurrenz auszuschalten

-          Verdrängungswettbewerb

8.      Anpassung an einen Marktführer

-          relativ kleine Anbieter passen sich an (z.B. freie Tankstellen bei den Benzinpreisen)

 


Wirtschaftsordnungen

 

Überblick über die Wirtschaftsordnungen

 

Kennzeichen

Freie Marktwirtschaft

Zentralverwaltungswirtschaft

Soziale Marktwirtschaft

Eigentum

Privat

Kollektiv

Privat-sozial gebunden

Leitung der Betriebe

priv. Eigentümer und Auftragsunternehmer

staatliche Wirtschaftsfunktionäre

priv. Eigentümer und Auftragsunternehmer und in seltenen Fällen der Staat

Investition

priv. Unternehmer

Staat

priv. Unternehmer und der  Staat (vgl. S.40)

Arbeitsplatzwahl

frei

staatlich gelenkt

frei mit Unterstützung des Staates (Arbeitsamt)

Lohn-und Arbeits

bedingungen

vom Unternehmer bestimmt

staatlich festgesetzt

Unternehmerfreiheit durch Gesetz, Tarife und Betriebsvereinbarungen eingeschränkt

Wettbewerb

uneingeschränkt

keiner

beschränkt durch Gesetze- Missbrauchsüberwachung

Preisbildung

frei

durch Staat

frei, marktkonform beeinflusst

(durch Mindest- und Höchstpreise auch marktkonträr –vgl. S39)

Konsum

steuerung

durch Verbraucherwünsche über Nachfrage und Preis

durch Plan nach staatl. Willen

durch Preis, Subventionen und Steuern

Bedarfs

deckung

individuell

kollektiv

individuell, teilweise Kollektiv

Güter

versorgung

höchstmögliche

beschränkte

höchstmögliche  mit sozialem Ausgleich

 

 

 

 

Verleich der Freien mit der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft

 

Freie Marktwirtschaft

Idealtyp, Theorietyp

ökologisch-soziale Marktwirtschaft

Realtyp, verwirklichte Wirtschaftsordnung

 

Vertragsfreiheit

Ja, aber Schutz der wirtschaftlich Schwächeren

-          Nichtigkeit und Anfechtbarkeit von Verträgen

-          Verbraucherschutz [AGBG, VerbrKG..]

-          GWB(„Kartellgesetz“)

Konsumenten

freiheit

Ja, aber besonderer Schutz

-          der Minderjährigen [JSchG]

-          der Allgemeinheit (z.B. kein freier Waffenhandel)

Gewerbefreiheit

Ja, aber Schutz der Bevölkerung

-          Gefährdung [Gewerbeordnung]

-          gesundheitl. Schäden (z.B. Emissionen)

-          Belästigungen (z.B. Lärm)

Privates Eigentum

Sozialbindung des Eigentums

-          Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen [Art.14bGG]

-          Mitbestimmung der Arbeitnehmer

freie Arbeitsplatz- und Berufswahl

Ja, aber Einschränkung

-          Kündigungsfristen

-          Qualifikationsvorschriften (z.B. Ärzte)

Geld

Anpassung des Wachstums der Geldmenge an das Erwartete Wachstum des BSP > Verstetigungspolitik durch die EZB [StaB =Gesetz zur Förderung der Stabilität +des Wachstums der Wirtschaft]

Nachtwächterstaat

Nein, sondern Sozialstaat

 

Staatliche Preisbeeinflussung in der Sozialen Marktwirtschaft

 

Mindest- und Höchstpreise

= direkte Preisbeeinflussung durch den Staat

·        marktkonträr, nicht marktkonform

·        Preisbildungsprozess wird aufgehoben

 

Mindestpreise

Beispiel: Mindestpreise in der Landwirtschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Umsatzveränderungen durch Mindestpreise

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



politische Argumente (pro)

wirtschaftliche Argumente (contra)

·        Schutz der Landwirte

·        Erhalt des Know-how

·        Erhalt einer gewissen Autarkie  (Unabhängigkeit vom Ausland)

·        keine freie Preisbildung

·        kein freier Wettbewerb

·        Fehlsteuerung der Nachfrage

·        sinnlose Lager und Verwaltung

·        Problem der Überschüsse

·        Anstelle des Marktes entscheidet der Staat

Beispiel Arbeitsmarkt

·        Schutz der AN durch Koalitionsfreiheit (ist wie ein Monopol) [Art 9 (3) GG]

·        Tarifautonomie (Staat darf sich nicht einmischen)

Þ    der Angebotsüberhang am Arbeitsmarkt wird vom Staat „aufgekauft“. Der Staat zahlt Arbeitslosengeld.

 

Höchstpreise

Beispiel: Höchstpreise am Wohnungsmarkt in der Nachkriegszeit

·        Nachfrageüberhang: viele Nachfrager wurden auf ein kleines Angebot verteilt (Aufnahmepflicht von weiteren Mietern)

politische Argumente (pro)

wirtschaftliche Argumente (contra)

·        Gerechtigkeit (Wohnung= Existenzbedürfnis)

·        staatliche Sicherheit

·        geordneter Wiederaufbau

·        keine Erhöhung des Angebotes, kein ökonomischer Anreiz

·        hoher Verwaltungsaufwand

Þ sowohl Höchst- als auch Mindestpreise sind wirtschaftlich abzulehnen. Politisch sind sie in manchen historischen Situationen jedoch notwendig.

 

indirekte Preisbeeinflussung durch den Staat

·        Erhöhung der Nachfrage bedeutet tendenziell Preiserhöhungen

·        marktkonform, mit dem Markt in Übereinstimmung befindlich

·        Preisbildungsprozess bleibt erhalten

 

Der Staat ist Nachfrager oder beeinflusst sie

Erhöhung des Konsums

-          Senkung der direkten Abgaben (Lohnsteuer, SV-Beiträge...)

-          Erhöhung der Transferleistungen

-          Abbau der Sparförderung

Investitionen

-          Erhöhung der Abschreibungen

-          Zuschüsse

-          Zinssenkungen

Exporte

-          Rücknahme der Ausfuhrbeschränkungen

-          Hermesbürgschaften der BRD

-          Exportzuschüsse

 


Der Staat beeinflußt das Angebot

durch indirekte Steuern oder eigenes Angebot

-                 Erhöhung Angebot →Senkung der Preise

-                 Senkung des Angebots →Erhöhung der Preise

·        Staat bietet selbst an, z.B. Krankenhäuser... →Preise sinken

·        Staat senkt Konsumsteuern z.B. Gewerbesteuern →Preise sinken

·        Staat erhöht Konsumsteuern z.B. Mineralölsteuer →Preis steigt

Erhöhung der indirekten Steuern (Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Mineralölsteuer)

eine Steuerveränderung der Indirekten Steuern wirkt sich erst auf den Preis (und damit auf das Angebot) und dann erst auf die Nachfrage als Folge der Preisveränderung aus.

 

 


Unternehmenskonzentrationen

Þ    es entstehen große Wirtschaftseinheiten durch internes Wachstum eines Unternehmens oder externe Kooperation zwischen Unternehmen

 

Konzentrationsgrad einer Branche:

·        %-Anteil der z.B. 6 größten Unternehmen am Gesamtumsatz der Branche (z.B: Tabakindustrie. 94%; Maschinenbauindustrie. 9%)

 

Arten von Unternehmenszusammenschlüssen

Art

Selbständigkeit des Unternehmens

wirtschaftlich

rechtlich

Interessengemeinschaft

Arbeitsgemeinschaft

Kartell

wird teilweise

aufgegeben

bleibt erhalten

Konzern

wird aufgegeben

bleibt erhalten

Trust

wird aufgegeben

wird aufgegeben

 

Das Kartell

·        horizontaler vertraglicher Zusammenschluss von Unternehmungen, die rechtlich selbständig bleiben, aber einen Teil ihrer wirtschaftl. Selbständigkeit aufgeben

·        die Mitglieder verpflichten sich zu gemeinsamen Handeln und zur Zahlung von Vertragsstrafen bei Nichtbeachtung

·        Sie haben die Ausschaltung des Wettbewerbs auf einem bestimmten Gebiet zum Ziel.

 

§1 GWB (=Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen- Kartellgesetz

·        Kartelle sind grundsätzlich verboten

·        Überwachung durch das Bundeskartellamt in Berlin

 

Arten von Kartellen[H1] 

verboten

genehmigungspflichtig

anmeldepflichtig

-          Preiskartell

-          Gebietskartell

-          Quotenkartell

-          Strukturkrisenkartell

-          Rationalisierungskartell

-          Import-Exportkartell

-          Syndikate (Vertriebskartell)

-          Konditionenkartell

-          Rabattkartell

-          Normungskartell

-          Typungskartell

-          Reine Exportkartelle

 

Syndikat

-          Vertriebskartell mit eigener Rechtspersönlichkeit

-          alle dem Kartell angeschlossene Unternehmen müssen über das Syndikat verkaufen

 


Der Konzern

= durch Kapitalbeteiligung (mind.50%+ 1 Aktie) verbundene Unternehmen

 

Sperrminorität=       über 25% BeteiligungÞSatzungsbeschlüsse (mit 75% Mehrheit) können verhindert werden

 

Einteilung von Konzernen

nach Art der Kapitalverflechtung

·        Unterordnungskonzern (MutterÞTochterÞEnkelin)

·        Gliederungskonzern oder Gleichordnungskonzern (SchwesterÛSchwester)

-     Sie blockieren sich eventuell gegenseitig, daher ist die Bildung einer Holding sinnvoll

·        Holding (Kapitalhalte- und Verwaltungsgesellschaft)

 

nach der Produktionsstufenverknüpfung

·        horizontale Konzerne

-          Unternehmen einer Produktionsstufe werden zusammengekauft (z.B. Kaufhauskonzern, VW-Konzern)

-          ZielÞMarktbeherrschung, Ausschaltung des Wettbewerbs

 

·        vertikale Konzerne

-          Unternehmen nacheinander liegender Produktionsstufen (von Urproduktion bis Einzelhandel) werden zusammengekauft (z.B. Veba-Konzern)

-          Ziel:Þ Unabhängigkeit von Vor- und Nachstufen, Internationale Gewinnverlagerung

 

·        diagonale, heterogene, organisatorische Konzerne

-          Unternehmen werden ohne Produktionsstufenprinzip zusammengekauft (z.B. Oetker)

-          Ziel: Þ Risikostreuung

 

Beispiel eines Konzerns (Unterordnungskonzern)

Mutter

Kohle AG

 

 

Hauptversammlung

=Beschlussorgan

Aktionäre A, B, C

Tochter

Auto AG

 

Bilanz

Hauptversammlung

=Beschlussorgan

Aktionär >50% Kohle AG

Enkelin“

Finanzierungs- GmbH

Beteiligung Auto AG

Grundkapital

 

Þ    A, B und C sind die „Konzernherren“

Bilanz

Gesellschafterversammlung

=Beschlussorgan

Aktionär <50% Auto AG

Beteiligung Finanzierungs- GmbH

Grundkapital

>50% Kohle AG

 

 

Bilanz

 

 

 

Grundkapital

>50% Auto AG

 

Trust

·        Entstehen durch Fusionen (=Verschmelzung) der beteiligten Unternehme


 [H1] evtl. Kartellarten durch Buch S. 294 näher beschreiben