Inhaltsverzeichnis VWL III

Geld_ 2

Entwicklung, Funktion und Eigenschaften d. Geldes 2

Geldmenge der BRD_ 3

Geldproduktion_ 3

Geldproduzenten 3

Bargeldschöpfung, Zentralbankgeldschöpfung 4

Buchgeldschöpfung des Geschäftsbankensystems 4

Die Europäischen Zentralbank_ 4

Direktorium der EZB_ 4

EZB-Rat 4

Geldpolitische Instrumente der EZB_ 5

Preisindex und Preisniveau_ 5

Kritik an der Geldwertmessung durch den Preisindex 6

Quantitätsgleichung, Fischersche Verkehrsgleichung, Verkehrsgleichung des Geldes 7

Inflation und Deflation_ 10

Unterscheidungsmerkmale der Inflation 10

Deflation 11

(Binnen)-Währungssystem_ 11

Zahlungsbilanz und Wechselkurse_ 12

Aufbau der Zahlungsbilanz 12

Das internationale Währungssystem_ 13

stabile, intervallfixe (relativ) fester Wechselkurse 13

flexible, bewegliche Wechselkurse 15

starre, fixe Wechselkurse 16

 

Konjunkturtheorie- und Politik_ 17

Typisierter und schematisierter Konjunkturzyklus 17

Konjunkturindikatoren 19

Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht 20

das Magische Viereck_ 20

Träger und Maßnahmen der Konjunkturpolitik_ 20

Antizyklisches Verhalten des Staates 21

 

Weltwirtschaftskonzepte 22

I.      Freihandel 22

II.     Protektionismus 22

III.       Autarkiestreben 22

Terms of Trade 22

 

 

 


Geld

 

Entwicklung, Funktion und Eigenschaften d. Geldes

 

Entwicklung  des Geldes

1.      Warengeld (Rinder, Schafe, Feldgeräte, Waffen)

2.      Sakralgeld Þ Gegenstände mit religiösem Wert (Muscheln, Steine)

3.      Schmuckgeld

4.      Metallgeld Þallseits beliebte Edelmetalle (Gold, Silber)

5.      Münzgeld:     Kurantmünzen ÞWert der Münze =Metallwert

ScheidemünzenÞWert der Münze> Metallwert (heutige Münzen)

Münzregal des Staates (od. der Herrscher) ÞRecht des Herrschers Münzen zu prägen

Münzgewinn = Erträge des Staates durch Einbringen von Münzen in den Handel

6.      PapiergeldÞ Banknote (ursprünglich „Depotschen“)

7.      Buchgeld (Giralgeld)Þ   Stoffloses Geld über das man mit Geldersatzmittel

(Scheck, Wechsel) verfügen kann

 

 

Funktion des Geldes

1.      Tauschmittel (Zwischentauschmittel)

aus WareÛWare wird WareÛGeld - GeldÛWare

2.      Zahlungsmittel

Eine Schuld kann nur in Geld beglichen werden (Steuern, SV –Beiträge)

3.      Wertaufbewahrungsmittel (Sparmittel)

beeinträchtigt durch die Inflation

4.      Rechenmittel

durch Geld ist es möglich Anlagegüter im Wert zu addieren (die Bilanz zeigt einen Gesamtwert des Unternehmens)

5.      Wertausdrucksmittel, Wertmesser

Bewertung von z.B. Autos, Grundstücken u.s.w. Þder Wert von Sachen wird durch den Geldwert veranschaulicht

6.      Wertübertragungsmittel (z.B. Transferzahlungen des Staates)

 

 

Geldeigenschaften

um die Funktionen erfüllen zu können, muss das Geld bestimmte Eigenschaften besitzen:

·        wertbeständig

·        knapp

·        allgemein anerkannt

·        haltbar

·        fälschungssicher

·        transportabel

·        teilbar, in verschiedenen Werten vorhanden

 


Geldmenge der BRD

Bargeld (Noten, Münzen)

 

M1

 

 

M2

 

 

 

 

M3

+Sichteinlagen

+Termineinlagen bis 4J. (Festgelder)

+Spareinlagen mit gesetzl. Kündigungsfrist

 

+Marktfähige Finanzinstrumente (Schuldverschreibungen, Geldmarktpapiere)

 

 

 

Verstetigungspolitik

Die Bundesbank bzw. EZB waren und sind bemüht, die Geldmenge entsprechend des erwarteten Wachstum des BIP wachsen zu lassen

 

 

 

Geldproduktion

 

Geldproduzenten

EZB bzw. ESZB

= Europäische Zentralbank bzw. Europäisches System der Zentralbanken, Sitz in Frankfurt

Þ    Nationalbanken der WWU (Wirtsch. und Währungsunion), z.B. Deutsche Bundesbank

·        Währungsbank, Bank der Banken, Bank des Staates, Bank des Auslandes

-          staatliche Bank zur Produktion und Steuerung der Geldmenge

-          sie haben das Notenmonopol

 

Geschäftsbanken, Geschäftspartner, Kreditinstitute

Privatbanken

öffentl.rechtl. Banken

Genossenschaftsb.

Spezialbanken

-          private Rechtsform

Þ    Gewinn/Rentabilitätsstreben

-          öffentl. Gewährsträger

-          juristische Person des öffentl. Rechts

Þ    Förderung des Sparens weiter Bevölkerungsteile

-          genossenschaftl. Rechtsform (e.G.)

Þ    Förderung der Kredit- und Spargrundlagen der Genossen

-          betreiben ein- oder wenige Bankgeschäfte

Deutsche Bank, Citybank, DresdenerBank, Privatbankhäuser

Sparkassen, Landesbanken (WestLB), Girozentralen

Volksbank, Raiffeisenbank, Spar-und Darlehnskassen, Zentralkassen

Bausparkassen

Hypothekenbanken

Emmissionsbanken

Finanzierungsbanken

Versicherungen mit eigenen Fonds

= Universalbanken

 

Die Geldtheorie teilt die Wirtschaftssubjekte ein in

·        Zentralbank

·        Geschäftspartner, Geschäftsbanken bzw. Kreditinstitute

·        Nichtbankensektor (Haushalt, Unternehmen, Staat)

 

 


Bargeldschöpfung, Zentralbankgeldschöpfung

-          vollzieht sich im Zusammenspiel von Geschäftsbanken mit der Zentralbank bzw. mit der ESZB

-          erfolgt durch Moneterisierung bestimmter Aktiva

Þ die Geschäftsbanken reichen der Zentralbank Aktiva (Wertpapiere, Devisen, Gold) ein und erhalten gegen Gebühr Bargeld oder Giralgeld von der EZB

Die Bedeutung der Bargeldschöpfung im Zusammenspiel EZBÛGeschäftsbanken erkennt man erst richtig, wenn man sich klar macht, dass die Geschäftsbanken mit einer bestimmten Menge Bargeld ein vielfaches an Buchgeld produzieren können

 

Buchgeldschöpfung des Geschäftsbankensystems

Geschäftsbank

Einlage

DM

Mindestreserve

z.B. 2%, von der EZB vorgegeben

Kassenreserve (Liquiditätsreserve, Erfahrungswert der Bank z.B. 10%)

Kreditvergabe

(Bank A verleiht das Geld  z.B. an einen Bauherren, der Bauunter-nehmer gibt das der Bank B)

A

100.000

2.000

10.000

88.000

B

88.000

1.760

8.800

77.440

C

77.440

1.548

7.744

68.148

D

68.148

1.363

6.815

59.970

E

59.970

 

 

 

...

...

...

...

...

alle

833.333

16.667

83.333

733.333

 

(Buch) Geldschöpfungs-multiplikator

=

Neuanlage

=

Buchgeldschöpfungs-spielraum

Mindestreserve (in %)+Kassenreserve (in %)

Þ    mit 100.000DM Neuanlage in Bar können die Geschäftsbanken max. 833.333 DM Buchgeld schöpfen. Das zugehende Bargeld ist am Ende des Prozesses vollständig in den Bargeldreserven gebunden. (Spalte 3+4)

 

Die Europäischen Zentralbank

Aufgabe: Steuerung der Geldmenge und Zinssätze der Wirtschafts- und Währungsunion

·        ESZB (Europäisches System derr Zentralbanken) = EZB + Nationalbanken

 

Direktorium der EZB

→Geschäftsführungs- und Entscheidungsgremium der EZB

·        1 Präsident, 1 Vize und 4 weitere Mitglieder

·        Durchführung der Geldpolitik, d.h. Durchführung der Ratsbeschlüsse

·        Währungsreservenverwaltung

·        Devisengeschäftsführung

·        Erhalt eines funktionierenden Zahlungssystem in der WWU

 

EZB-Rat

→Beschlussorgan für geldpolitische Beschlüsse

·        Direktorium der EZB + die Präsidenten der Nationalbanken

·        Entscheidung über Leitzinserhöhungen mit einfacher Mehrheit

erweiterter EZB-Rat

auch die Nationalbankpräsidenten der EU, die nicht der WWU angehören

EU-Mitglieder

WWU-Mitglieder

Belgien

+

Dänemark

 

Deutschland

+

Finnland

+

Frankreich

+

Griechenland

-

Großbritanien

-

Irland

+

Luxemburg

+

Niederlande

+

Österreich

+

Portugal

+

Schweden

-

Spanien

+

Unabhängigkeit der EZB von den Regierungen

1.      institutionell

2.      personell (z.B. eigener Präsident, auf 8 Jahre gewählt)

3.      operativ (entscheidet autonom über die Geldpolitik)

 

Geldpolitische Instrumente der EZB

Mindestreservepolitik

·   Festlegung des Mindestreservesatzes der Geschäftsbanken bei der EZB

a) Erhöhung = Senkung des Buchgeldschöpfungsspielraumes

b) Senkung = Erhöhung des Buchgeldschöpfungsspielraumes

Offenmarktpolitik

·   Kauf oder Verkauf von Wertpapieren (Gold und andere Aktiva[P1] ) durch die EZB

a) Kauf = Ausdehnung der Geldmenge

b) Verkauf = Verringerung der Geldmenge

strukturelle Operationen

·   längerfristig →ein bestimmter Geldmengenkorridor ist Angestrebt

·   sporadisch→ bei großen Abweichungen vom Korridor handelt die EZB

befristete Transaktionen z.B. Wertpapiergeschäfte

·   Deckung kurzfristiger Liquiditätsprobleme der Geschäftsbanken

·   fester Rückzahlungstermin

ständige Fazilitäten (=Zinssatz)

Spitzenrefinanzierungsfazilität

·   Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken jederzeit "über Nacht" Liquidität bei der EZB beschaffen können

·   Sie begrenzt den Leitzins und den Geldmarktzins nach oben

Einlagenfazilität

·   Zinssatz, zu dem die Geschäftsbanken jederzeit "über Nacht" überschüssiges Zentralbankgeld bei der EZB anlegen können

·   Sie begrenzt den Leitzins und den Geldmarktzins nach unten

Refinanzierungssatz = Leitzins: Wird für das Hauptrefinanzierungsgeschäft durch die EZB bestimmt. Das Hauptfinanzierungsgeschäft findet wöchentlich mit je 14-tägiger Laufzeit statt

 

Preisindex und Preisniveau

= Messung der Änderung des Geldwertes

 

Geldwert

= Kaufkraft des Geldes =

1

=

1

Preisniveau

Preisindex

 

P Preisindex =

Beobachtungszeitraum * 100

=

å Xo * Pn x100

=

710x100

121,37 %

Basisjahr

å Xo * Po

585

X= Gütermenge ; o=Basisjahr ; P=Güterpreis ; n=Beobachtungsperiode (Berichtsjahr)

 

Verbrauchsgüter (Warenkorb)

Basisjahr

Po*Xo

Preis des Beobachtungsjahr (Pn)

Pn*Xo

DM (Po)

Menge (Xo)

Oberhemd

35

5 Stk.

175

50

250

Damenmantel

160

1 Stk.

160

230

230

Kaffee

16

10 kg

160

220

200

Taschenrechner

90

1 Stk.

90

30

30

...

 

 

å Xo * Po 585

 

åXo * Pn =710

 

Ermittlung der Geldwertänderung =

100x100

=

100x100

 

=82,39%

Preisindex (%)

121,37%

 

Þ    Die Preise sind um 21,37% gestiegen, d.h. das Geld ist noch 82,39% von dem des Basisjahres wert.

 

Anwendung des Preisindex

·        Feststellung der Inflationsrate (Geldentwertung)

·        Entwicklung der Kaufkraft/des Geldwertes (1/P)

·        Beurteilung der Entwicklung der Lebenshaltungskosten und des Reallohnes

·        Grundlage für Mindestlohnerhöhungsforderungen der Gewerkschaften

·        Bereinigung des BSP/BIP um den Inflationsanteil Realwert=(Nominalwert+100)/Preisindex

·        Ermittlung der Wachstumsrate des BSP/BIP = Veränderung des Realen BSP/BIP gegenüber dem Vorjahr

·        Geldmengensteuerung durch die EZB

·        Grundlage für Preisleitklauseln in Verträgen (Mietverträge, Dauerschuldverhältnisse, Dynamik in Versicherungsverträgen)

·        Zielerreichung des magischen Vierecks (Preisstabilität, Wirtschaftswachstum, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, hohe Beschäftigung)

 

Kritik an der Geldwertmessung durch den Preisindex

1.      “nur” 750 Güter /evtl. nicht repräsentative Güter im Warenkorb

2.      Qualitätsänderungen der Güter werden möglicherweise unzureichend berücksichtigt

3.      neue Güter erscheinen am Markt, alte werden vom Markt genommen (CD-Plattenspieler)

4.      unterschiedliche Qualität der Güter – welche ist repräsentativ?

5.      Verschiebung der Gewichtung der Gütermengen (wie viel Autos braucht der Mensch?)

 


Quantitätsgleichung, Fischersche Verkehrsgleichung, Verkehrsgleichung des Geldes

=Bestimmungsgrößen des Preisniveau/der Kaufkraft

H

x

P

=

G

x

U

Handelsvolumen, alle gehandelten Güter in einer Periode

Preise aller gehandelten Güter =Preisniveau

Geldmenge

Umlaufgeschwindigkeit des Geldes

 

naive Quantitätstheorie

Annahme: Umlaufgeschwindigkeit bleibt konstant bzw. spielt keine Rolle

P=

G

H

 

 
 


Geldmenge stabil, Handelsvolumen stabil → Preis stabil


 

 


·        Geldmenge steigt

·        Handelsvolumen stabil

→ Preis steigt

·        Geldmenge sinkt,

·        Handelsvolumen sinkt langsamer

→ Preis sinkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Inflation und Deflation

Inflation=   Veränderung des Gleichgewichtes von Gütermenge (in Geld) und Güterangebot. Sie kommt in einer Steigerung des Preisniveaus zum Ausdruck

 

Wirtschaftssubjekte

geschädigt als

begünstigt

Haushalte

-          Verbraucher

-          Sparer

-          Steuerzahler (Progression)

-          Transferzahlungs- emfänger

+        Kreditschuldner

+        Sachwertbesitzer

Unternehmen

-          Steuerzahler

-          Gläubiger bei Dauerschuldverhältnissen

+        Kreditschuldner

+        Sachwertbesitzer

+        Preisnehmer

Staat

-          als Verbraucher

+        Kreditschuldner

+        Sachwertbesitzer

+        Steuereinnehmer

Banken

-          Kreditgläubiger

+        Einlagenverwalter

+        Sachwertbesitzer

+        Preisnehmer

Arbeitnehmer

-          Lohnempfänger

-          Steuerzahler

-          Sparer

+        Kreditschuldner

+        Sachwertbesitzer

 

Inflation hat eine politisch ungewollte Umverteilung des Volkseinkommens zur Folge und führt zu verschärften Verteilungskämpfen und zum Vertrauensverlust in die Währung. Darum:

→Ziel des Stabiltiätsgesetzes ist „Preisniveaustabilität“

 

Unterscheidungsmerkmale der Inflation

 

1)      nach Entstehungsbereichen

a) angebotsinduziert (meistens Kosteninflation)

·        gestiegene Kosten werden in die Preise eingerechnet

-        Rohstoffinflation (z.B. Öl)

-        Lohnkosteninflation (Lohnerhöhung > Produktionszuwachs)

-        Zinskosteninflation (z.B. Kreditkosteninflation)

-        Gewinninflation (bei mangelndem Wettbewerb Möglichkeit der Preiserhöhung aus Gewinstreben)

b) nachfrageinduziert

·      Nachfrage (in Geld) > Angebot (in Gütern) (C +J +Ast +Exp. -Imp)= Gesamtwirtschaftliche Nachfrage

-        Konsuminflation (hohe Transfereinkommen, Konsumentenkredite, Lohnerhöhungen> Produktionserhöhungen)

-        Investitionsinflation (hohe Gewinnerwartung, Zukunftserwartung)

-        Staatsinflation ( Nettoverschuldung)

-        Importorientierte Inflation bei stabilen Wechselkursen (hohes Preisniveau im Ausland, Exportsteigerung, Steigerung der Inlandsgeldmenge)


nach der Erkennbarkeit

a)      sichtbare Preissteigerung

offene Inflation

b)      bei Preisstopp, Güterrationierung

"verdeckte" Inflation, es bilden sich Schwarzmärkte

 

nach der Geschwindigkeit + Stärke der Geldentwertung

a)      "schleichende" Inflation

b)      "gallopierende" Inflation (z.B. „Hyperinflation“ 1923 in Deutschland)

 

 

Deflation

·        die kaufkräftige Nachfrage ist kleiner als das Angebot an Gütern

→sinkendes Preisniveau

 

Angebotsseite

·        zu starke Kapazitätsausweitungen

·        zu viele Importe

Nachfrageseite

·        Zunahme des Sparens

·        Rückgang des Konsums

·        hohe Kapitalexporte

·        „schiefe“ Einkommensverteilung (einige viel- viele wenig)

 

Deflation führt zu zunehmender Arbeitslosigkeit und damit zu noch weiter abnehmender Nachfrage

 

(Binnen)-Währungssystem

 

Währung:   Gesamtheit der institutionelle (z.B. Bankwesen) und gesetzlichen sowie gewohnheitsrechtlichen Regelungen des Geldwesens eines Landes

 

gebundene Währung

·        die laufende Geldmenge ist an ein Währungsmetall gebunden (z.B. Gold, Silber; 40% Golddeckung) →z.B. Währung des Kaiserreiches

 

frei manipulierte Währung

·        die Geldmenge wird im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen durch die geldpolitischen Instrumente frei manipuliert

→ z.B. Währung der BRD oder der WWU

+   Flexibilität der Geldmenge

+   Geldmenge an das BIP- Wachstum anpassbar

+   Währung nicht vom Goldbestand (+Weltgoldvorkommen) abhängig

-          Risiko, dass die Geldpolitik das Vertrauen in die Währung missbraucht

-          Gefahr der Beeinträchtigung der Wertbeständigkeit (Inflation)

-          Abhängig von der Geldpolitik


Zahlungsbilanz und Wechselkurse

= Monetäre Außenwirtschaftstheorie

 

Begriffsbestimmungen

Devisen= ausländische Zahlungsmittel

Wechselkurs= Preis der ausländischen Währungseinheit (z.B. 1$=2,20 DM)

Zahlungsbilanz= Aufzeichnung aller Transaktionen zwischen Inländern und dem Ausland innerhalb eines Jahres

→Inländerkonzept der Zahlungsbilanz

 

Aufbau der Zahlungsbilanz

 

 

Devisenangebot (Devisenzugänge)

 

Devisennachfrage (Devisenabgänge)

 

Leistungsbilanz

Warenexporte (Autos, Pharmazeutika, Maschinen)

Handelsbilanz

(in D. aktiv)

Warenimporte (Öl, Rohstoffe,...)

Leistungsbilanz

Dienstleistungsexporte (Urlaub von Ausländern in Deutschland,...)

Dienstleistungs-bilanz(in D. passiv)

Dienstleistungsimporte (Urlaub, Transport mit ausländ. Schiffen)

Erwerbs- und Vermögens-einkommen an Inländer aus dem Ausland (Zinsen aus dem Kapital im Ausland,...)

Erwerbs- und Vermögensbilanz

Erwerbs- und Vermögenseinkommen an Ausländer ins Ausland

unentgeltliche Übertragung an das Inland (Heimüberweisung deutscher AN aus den USA nach Deutschland,...)

Bilanz der laufenden unentgeltliche Übertragung

unentgeltliche Übertragung an das Ausland (laufende Entwicklungshilfe, Mitgliedszahlungen an Internationale Organisationen,...)

 

Vermögensübertragungen aus dem Ausland (Deutscher macht Erbschaft in den USA,...)

Bilanz der einmaligen Vermögensübertragungen

Vermögensübertragungen an das Ausland (Amerikaner macht Erbschaft in Deutschland, Schenkungen, einmalige Entwicklungshilfe)

 

 

Kapitalimporte

-          langfristig (IBM gründet Tochterunternehmen in D...)

-          kurzfristig (Zahlungsziele, Spekulationen,...)

Kapitalbilanz

Kapitalverkehrs-bilanz

Kapitalexporte

-          langfristig

-          kurzfristig (Zahlungsziele, Spekulationen)

 

 

 

 

 

 

 

Devisenabgänge

Devisenbilanz

Devisenzugänge

 

 

 


Das internationale Währungssystem

 

stabile, intervallfixe (relativ) fester Wechselkurse

·        waren bis zur Einführung des Euro in Europa vorherrschend

Textfeld: Preis des  ₤ in DM
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1.    Angebot steigt oder Nachfrage sinkt

(z.B. durch höhere Exporte, Zinseinkommen aus England in ₤, Kapitalimporte aus England)

→ es entsteht ein Angebotsüberhang

·      die Zentralbank des jeweiligen Landes hat sich verpflichtet, den Überhang außerhalb der Interventionspunktgrenzen aufzukaufen

 

Folgen der Intervention am unteren Interventionspunkt

-     Zentralbank (z.B. in Deutschland) kauft ₤ mit DM auf

-     inländische Geldmenge steigt

-     Preisniveau im Inland steigt →Gefahr der Inflation

·   Maßnahmen bei dauerhaftem Angebotsüberhang

→ Senkung der Parität durch die Zentralbanken [P2] =Abwertung des ₤, Aufwertung der DM (Eine Erhöhung der Leitzinsen ist keine Lösung, weil dadurch die Kapitalimporte noch gefördert werden)

 

 

2.    Nachfrage steigt, Angebot sinkt

- zu geringes Devisenangebot durch zu geringe Exporte bzw. zu hohe Devisennachfrage

·      Deutschland muss in einer Währung intervenieren, die sie gar nicht hat (Deutschland muss mit ₤ DM kaufen, damit das Angebot an ₤ wieder steigt)

·      Maßnahmen bei dauerhaftem Angebotsüberhang

→Erhöhung der Parität

Ziel: Erhöhung des Devisenangebotes, Verringerung der Devisennachfrage

 

 

 


flexible, bewegliche Wechselkurse

der Wechselkurs schwankt nach Angebot und Nachfrage

Textfeld: Preis des  ₤ in DM
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Vor- und Nachteile der flexiblen Wechselkurse

Vorteil

Nachteil

·        hohe Wechselkurse können inländische Wirtschaft anregen

·        konjunkturelle Störungen werden nicht von einem ins andere Land übertragen

-          z.B. Inflation wird nicht übertragen, weil die EZB den Dollarüberschuss nicht aufkaufen muss und damit die Geldmenge im Inland nicht erhöht

·        schlechte Kalkulationsgrundlagen für Ex- und Import

 

starre, fixe Wechselkurse

·        in Planwirtschaften mit Devisenzwangswirtschaft und einer Aussenhandelsbehörde (z.B. DDR)

 

zur Zeit herrschen im Internationalen Währungssystem (System der Internationalen Währungsfond IWF) freie Wechselkurse

Bis zum Euro hatten stabile Wechselkurse für Deutschland und Europa die größere Bedeutung

 

 

 

 


Konjunkturtheorie- und Politik

 

Konjunkturverlauf in Deutschland


Typisierter und schematisierter Konjunkturzyklus

 

 


antizyklisches Verhalten des Staates

 
reales BIP

I

II

III

VI

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konjunkturphasen

 

Konjunkturverlauf

 

 

I

Aufschwung, Expansion,(Prosperität)

 

 

II

Hochkonjunktur, Boom (Krise, wg. Umschwung)

 

 

 

III

Abschwung, Rezession

 

 

 

 

VI

Konjunkturtiefstand, Depression (Talsohle, Krise)

 

·        Die Konjunkturzyklen sind deswegen so gravierend, weil sie die Bevölkerung (bezogen auf das Arbeitsleben,...) mehrmals sehr unangenehm treffen können

neben den Konjunkturzyklen stellt die Statistik noch weitere Zyklen fest

·        sehr lange Zyklen von 30-50 Jahren

-     sie werden kaum oder gar nicht von der Bevölkerung bemerkt

·        sehr kurze (z.B. saisonale)

-     sie werden von der Bevölkerung als „normal“ empfunden

 


Konjunkturindikatoren

= Anzeige der Konjunktur =Messzahlen der Konjunktur

Frühindikatoren

·        Börsenkurse (Unternehmer-Erwartungen)

·        Arbeitslosenzahlen, -quote/ offene Stellen

·        Auftragsbestände

·        Unternehmerinsolvenzen

 

weitere Indikatoren

·        Importe

·        Zunahme des BIP

·        Preisniveau

·        Sparneigung

·        Löhne

Lohnlag= verzögerter Anstieg der Löhne

Lohndrift= Effektivlöhne >Tariflöhne (im Boom)→AN sind knapp, daher übertarifliche Bezahlung

·        Zinsen

 

 

Konjunktur

indikatoren

I

II

II

(Umschwung, Krise)

III

IV

Auftragsbestände, Produktion

steigend

steigend/ stagnierend

steigend/stagnierend

sinkend

verbleib auf niedrigem Niveau

Arbeitslosenzahl

sinkend

gering

noch gering

steigend

hoch

Lohnentwicklung

mäßige Lohnerhöhungen

mäßigeLohnerhöhungen

Lohnlag

kräftige Lohnerhöhungen

Lohnlag

mäßige Erhöhung, Lohndrift, Abbau

mäßige Lohnerhöhung

Zinsen

noch niedrig

steigend

hoch

langsam sinkend

niedrig

Kurse

hoch

sinkend

niedrig

langsam steigend

hoch

Preise

geringe Steigerungsraten

hohe Steigerungsraten

hohe Steigerungsraten

Polypolmärkte sinkend, auf den anderen steigend

geringe Steigerungsraten, Kosteninflation

Sparneigung

sinkend

niedrig

niedrig

steigend

hoch

Zukunfts erwartung

optimistisch

optimistisch

abwartend, pessimistisch

pessimistisch

abwartend

 

 

 

Stagflation

= Stagnation der Wirtschaft/ der Konjunktur + Inflation

 


Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht[P3] 

Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft

Vom 8. Juni 1967 (BGBl I S. 582) (BGBl III 707-3) zuletzt geändert durch Postneuordnungsgesetz vom 14. September 1994 (BGBl I S. 2325, 2389) 8. Juni 1967

§ 1 

Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, daß sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsstand und außenwirtschaftlichem Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen.

 

das Magische Viereck

Ziele des magischen Vierecks [§1 StabG]

die Erfordernisse des Gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichtes sind zu beachten bei...

1.      hohem Beschäftigungsstand

2.      Stabilität des Preisniveaus

3.      außenwirtschaftlichem Gleichgewicht

4.      stetiges angemessenes Wirtschaftswachstum

·        „magisch“, weil eine gleichzeitige und gleichgute Erreichung praktisch unmöglich ist

Þ    die Ziele stehen in Bezug auf die Maßnahmen im Zielkonflikt (z.B. bewirkt eine Einkommensteuererhöhung zwar eine Verminderung der Inflationsrate, führt jedoch aufgrund der sinkenden Kaufkraft zur Verminderung  der Nachfrage und somit zu niedrigerer Beschäftigung)

3 weitere Ziele der Wirtschaftspolitik

·        Umweltschutz →Erhalt der natürlichen Lebensräume [§20a GG]

·        gerechte Einkommensverteilung

·        gerechte Vermögensverteilung

 

Träger und Maßnahmen der Konjunkturpolitik

1.    Fiskalpolitik des Staates

 

Einnahmepolitik

Ausgabepolitik

a)      Steuern

b)      Konjunkturzuschläge

c)      SV-Beiträge

d)      Nettoverschuldung

a)      Staatsausgaben, Transferausgaben, Zuschüsse

b)      Subventionen

c)      Sparförderung

d)      Staatliche Investitionen

 

2.    Währungs- und Außenhandelspolitik des Staates

Aufwertung, Abwertung, Internationale Koordination, Zölle, Exportförderung

3.    Geldpolitik der EZB

a)      Mindestreservesätze

b)      Offenmarktpolitik

c)      ständige Fazilitäten

-        Spitzenrefinanzierungsfazilität

-        Einlagenfazilität

d)      Leitzins

4.    Tarifpartner mit Lohnpolitik

Lohnhöhe, Arbeitszeit, Vermögensbildung der Arbeitnehmer


Antizyklisches Verhalten des Staates

konjunkturpolitischer Grundsatz, Fiskalpolitik des Staates

 

Konjunkturzuschlag: Zuschlag zu Einkommens- und Lohnsteuer

Erhebung im Boom (z.:B10%), Auflösung in der Depression ®Senkung bzw. Steigerung der Gesamtwirtschaftlichen Nachfrage)

Einstellung in die „Konjunkturausgleichsrücklage“ der BRD

 

Konjunkturanregung in der Depression

hohe Arbeitslosigkeit, Außenhandlesdefizite, Nachfrage >Angebot

Einnahmen senken

Ausgaben erhöhen

·        Steuersenkung

·        Degressive Abschreibung zulassen

·        Rückzahlung des Konjunkturzuschlages

·        Exportabgaben streichen

·        staatliche Investitionen vorziehen (Schubladenprogramme)

·        Investitionszuschüsse für die Unternehmen

·        Subventionen

·        Exportzuschüsse

·        Nettoverschuldung [lt. GG darf der Staat nur so viele Schulden aufnehmen wie er Investitionen tätigt. lt. StabG + GG  darf er sich bei bestimmten Störungen des ges.wirtsch. Gleichgewichtes auch weiter verschulden]

 


Konjunkturdämpfung in der Hochkonjunktur

hohe Preissteigerungsraten, starkes Wachstum, Nachfrage >Angebot

Ausgaben senken oder strecken

Einnahmen erhöhen oder stillegen

·        Schuldentilgung

·        staatliche Investitionen + Ausgaben (z.B. Rüstung) verschieben

·        Sparförderung

·        Konjunkturzuschlag erheben

·        Aussetzung der Degressiven Abschreibung

 

Automatische Stabilisatoren der Konjunktur  

·        Progressive Steuer ®wenn viel verdient wird, wird viel abgezogen

·        SV-Beiträge (besonders die Arbeitslosenversicherung)

-          im Boom werden viele Arbeitslosenversicherungsbeiträge eingenommen (wenig Arbeitslosigkeit), es werden Überschüsse/Rücklagen gebildet

-          in der Depression werden die Rücklagen abgebaut (viel Arbeitslosigkeit, wenig Einnahmen), der Staat zahlt erhöhte Transferleistungen

 

Mittelfristige Finanzplanung

·        Die Bundesregierung ist nach dem Stabilitätsgesetz dazu verpflichtet Einnahmen und Ausgaben für die kommenden 5 Jahre im Voraus jedes Jahr neu zu schätzen.


Weltwirtschaftskonzepte

→Welthandel ist älter als die industrielle Revolution

I.                Freihandel

→von Handelshemmnissen unbeeinträchtigter Welthandel wird angestrebt

·        Gesetz der Komparativen Kosten nach Ricardo:

Þ    Jede VW soll sich auf die Güter konzentrieren und spezialisieren, die sie am günstigsten produzieren können, und damit internationalen Handel treiben, dann wird der Wohlstand aller VW am größten

 

Welthandelsorganisation (WTO)

früher Gatt

·        Institutionalisierung des Freihandelsgedanken

·        Abbau der Zölle

·        Gewährung der Meistbegünstigtenklausel

Globalisierung =Moderne Form des Freihandelskonzeptes

 

Handelshemmnisse

Einfuhrverbote

·        Kontingente (Mengenbeschränkungen bei der Einfuhr)

·        Zölle (Einfuhrabgaben)

-          Finanzzölle (dienen der Einnahmebeschaffung)

-          Schutzzölle (Schutz der heimischen Wirtschaft)

-          Erziehungszölle (befristet, Erziehung der Inländischen Produzenten zur Konkurrenzfähigkeit)

·        schikanöse Zollpraktiken

 

II.           Protektionismus

= Schutz der heimischen Wirtschaft

·        betreiben die meisten Länder

·        in Deutschland ein Ziel neben dem Freihandel

 

III.      Autarkiestreben

·        = Streben nach Unabhängigkeit vom Ausland

·        z.B.: Kommunistischer Block / 3.Reich

 

Terms of Trade

·        Wichtige Maßgröße für die Position (Stärke) eines Landes im Welthandel

·        Veränderung im Zeitablauf ist sehr aussagekräftig

 

=

Preisindex der Ausfuhrgüter x 100

 

Preisindex der Einfuhrgüter

 

 

·        Wenn die Preise für Ausfuhrgüter im Zeitablauf stärker als Inlandspreise steigen, kann mit dem steigenden Erlös der Exporte mehr importiert werden.

 


 [P1]'Sachverhalt richtig dargestellt???

 [P2] durch die EZB oder durch den Staat????

 [P3]S332 evtl. ergänzen