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Grundlagen der Buchführung_ 4

Musterinventar 5

Musterbilanz 6

Musterbilanz -Kurzform_ 6

Grundsätze der Doppelten Buchführung: 7

Die Auflösung der Bilanz in Konten 7

Buchung von Aufwendungen und Erträgen  8

Zuordnung von Aufwand und Ertrag zu den Erfolgskonten  9

Betriebsfremde (neutrale) Aufwendungen und Erträge  10

Die Gehaltsabrechnung_ 11

SV-Beiträge 11

Steuern 11

Vorsteuerabzugsberechtigung 12

Vermögenswirksame Leistungen 12

Lohnnebenkosten 13

Buchungen von Personalaufwendungen 13

Buchungen der Agentur 14

Provisionsbuchungen_ 14

Exkurs: Agenturinkasso_ 15

Antragsinkasso_ 16

Entschädigungszahlungen durch die Agentur  17

Abschreibungen auf Anlagen_ 18

Anschaffungskosten [§255 (1)] HGB] 18

Wertminderungen 18

Der Abschreibungsplan 18

Das gemilderte Niederstwertprinzip_ 19

Steuerrechtliche Abschreibungen / Steuerbilanz 19

Zeitanteilige Abschreibung 20

Betriebswirtschaftliche Beurteilung der Abschreibungen  21

Überlegungen zur Abschreibungsmethode 21

Buchungen von Abschreibungen_ 22

Direkte Abschreibungen 22

Indirekte Abschreibungen 22

Geringwertige Wirtschaftsgüter 23

Verkauf von abgeschriebenen Wirtschaftsgütern  24

Verkauf indirekt abgeschriebener Anlagegüter 24


Periodengerechte Zuordnung von Erfolgsvorgängen_ 26

Transitorische Posten der Rechnungsabgrenzung  26

Antizipative Posten der Rechnungsabgrenzung  27

Aktivierung eines Damnums/Disargio_ 28

Rückstellungen_ 28

Buchung von Rückstellungen 29

Gläubigerschutzprinzip des HGB_ 29

Zwischenfinanzierng durch Rückstellungen 29

Bewertung der Schlussbestände 30

Grundstücke 30

Sonstige Kapitalanlagen 30

Das Strenge Niederstwertprinzip_ 30

Interpretation der Bilanzergebnisse  31

Bilanzzeitvergleich 31

Aufbereitung der Bilanz, Kennzahlen_ 31

einseitige (vertikale) Bilanzkennzahlen 31

zweiseitige (horizontale) Bilanzkennzahlen 32

Interpretation der GuV-Rechnung_ 32

betriesbedingter Erfolg 32

Kapitalrentabilität 33

Cashflow_ 33

Wertpapiere 34

Formen von Wertpapieren 34

Das Konto Wertpapiere 34

Ankauf von Wertpapieren_ 34

An und Verkauf von Aktien 34

Festverzinsliche Wertpapiere_ 35

Kauf von festverzinslichen Wertpapieren 35

Dividenden_ 36

steuerliche Behandlung von Dividenden 36

Rendite_ 36

laufende Verzinsung (Barrendite) 36

Effektivverzinsung (Anlagenrendite) 37


Jahresabschluss eines VR_ 38

Posten der Versicherungsbilanz 38

Zusammensetzung des Eigenkapitals 38

Versicherungstechnische Rückstellungen 39

Posten der Gewinn- und Verlustrechnung_ 41

Verdiente Beiträge für eigene Rechnung 41

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung  42

statistische Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht 42

Schadenquote 43

Verwaltungskostenquote 43

Selbstbehaltsquote 43

laufende Durchschnittsverzinsung 43

Kosten/Leistungsrechnung_ 44

Überblick über das Rechnungswesen 44

Kostenartenrechnung 45

Aufwandsseite der GuV einer Agentur 46

Controllinginstrumente einer Agentur 47

 


Grundlagen der Buchführung

·       Buchführung ist eine Zeitrechnung

Aufgabe:

-         alle Geschäftsfälle eines Unternehmens in einem Zeitabschnitt (Geschäftsjahr, Quartal) planmäßig, geordnet und lückenlos aufzuzeichnen.

-         Kosten: die bei der Produktion des Gutes Versicherung verbrauchten Produktionsfaktoren

-         Leistungen: den bei Produktion entstandenen Wertzuwachs

 

Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.[§238 (1) HGB]

Inventur:

·       mengen- und wertmäßige Erfassung der in einem Unternehmen vorhandenen Vermögensteile und Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt.

·       körperliches: Aufnahme aller körperlichen Gegenstände und deren Wer in DM.

·       buchliches: alle sonstigen Vermögenswerte und Schulden in Form von Konten und                            ausstehenden Rechnungen.

→Wenn das Inventurergebnis mit den Buchführungsunterlagen nicht übereinstimmen, dann müssen Berichtigungsbuchungen vorgenommen werden.

 

Inventar

·       Verzeichnis der Vermögen und Schulden eines Unternehmens

·       Ergebnis der Bestandsaufnahme durch die Inventur

·       Dieses Verzeichnis muss 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

 

Bilanz

·       kurzgefasste Ausführung des Inventars in Form eines Kontos. (bilancia= Waage).

·       Die Aktivseite zeigt die Kapitalverwendung, die Passivseite die Kapitalherkunft/Finanzierung der Investition.

·       Werterhöhungen von Gegenständen werden in der Bilanz meistens nicht berücksichtigt

·       in der Realität sind Steuerbilanzen maßgeblich und nicht die betriebswirtschaftlichen Bilanzen

 

Inventar

Bilanz

·       ausführlich

·       kurz gefasst

·       Mengen-, Einzel- und Gesamtwerte

·       Gesamtwerte

·       Vermögen, Schulden, Reinvermögen

·       Vermögen, Kapital

·       Staffelform

·       Kontenform

 

Vermögen:

·       alle Gegenstände des Betriebes sowie Forderungen einschließlich Geld

 


Das Geschäftsjahr

·       vom Unternehmer frei wählbar, max. 12 Monate lang

·       Steuer muß innerhalb eines Kalenderjahres abgerechnet werden (Abschlagszahlung 4x am 10. jedes Quartals)

·       Veröffentlichung der Geschäftsjahreserträge max. 8 Monate nach Geschäftsjahresende

 

 

Musterinventar

 

Inventar zum 31.12.19..

der Provisionsagentur...

A. Vermögen [§247 HGB]

I. Anlagevermögen (dient dauernd dem Betrieb)

  1. Grundstücke und Bauten

  2. Kraftfahrzeuge

       PKW: COE-CV-371

       PKW: COE-MC-44

  3. Betriebs- und Geschäftsausstattung

  4. Geringwertige Wirtschaftsgüter (Zwischenbilanz)

II. Umlaufvermögen(Verm. Gegenst., die sich dauernd ändern)

  1. Forderungen gegen die Direktion lt. Anlage

  2. Forderungen gegen Arbeitnehmer

  3. Sonstige Forderungen

  4. Kassenbestand lt. Kassenbericht vom ...

  5. Bankguthaben

      - Sparkasse

      - Postbank

  6. Aktive Rechnungsabgrenzung

 

Summe des Vermögens

 

 

 

 

 

20.000,-

  9.600,-

 

 

 

 

 

 

 

 

  1.500,-

  3.060,-

 

 

 

335.000,-

 

 

29.600,-

21.400,-

     100,-

 

  6.390,-

   1.300,-

 10.000,-

      300,-

 

 

  4.560,-

____200,-

 

408.850,-

 

B. Schulden

I. Langfristige Schulden (Fälligkeitsfrist über 4 Jahre)

  1. Hypothekenverbindlichkeiten

  2. Darlehen bei ...

II. Kurzfristige Schulden (Fälligkeitsfrist unter 4 Jahre)

  1. sonstige Rückstellungen

  2. Verbindlichkeiten bei Untervertretern

  3. Sonstige Verbindlichkeiten

  4. Passive Rechnungsabgrenzung

 

Summe der Schulden

 

 

 

 

112.000,-

100.000,-

 

1.500,-

     3.640,-

        300,-

____1.500,-

 

218.940,-

 

C. Ermittlung des Reinvermögens

     Summe des Vermögens

     - Summe der Schulden

     =Reinvermögen

 

 

408.850,-

218.940,-

189.910,-

 


Musterbilanz

 

Aktiva                               Bilanz zum 31.12.1999                        Passiva

I. Anlagevermögen

  1. Grundstücke und Bauten

  2. Kraftfahrzeuge

  3. Betriebs- und Geschäftsausstattung

II. Umlaufvermögen

  1. Forderungen gegen die Direktion

  2. Forderungen gegen die Arbeitnehmer

  3. Sonstige Forderungen

  4. Kassenbestand lt. Kassenbericht vom ...

  5. Bankguthaben

  6. Aktive Rechnungsabgrenzung

 

 

500.000,-

I. Eigenkapital

II. Fremdkapital

  1. Hypothekenverbindlichkeiten

  2. Darlehen bei ...

  3. Sonstige Rückstellungen

  4. Verbindlichkeiten bei Untervertretern

  5. Verbindlichkeiten beim Finanzamt

  6. Verb. bei Sozialversicherungsträger

  7. Sonstige Verbindlichkeiten

  8. Wertberichtigungen auf Kfz

  9. Wertberichtigungen auf Anlagen

10. Passive Rechnungsabgrenzung

 

500.000,-

 

 

Vermögensseite

Kapitalseite

ÞMittelverwendung

ÞMittelherkunft

 

 

 

Musterbilanz -Kurzform

 



A

Bilanz zum ....

P

GuB

335.000,-

EK

182.010,-

KFZ

29.600,-

HypVerb

112.000,-

BGA

21.400,-

DarlVerb

100.000,-

GWG

100,-

SoRst

1.500,-

FgDir

6.390,-

VbUV

3.940,-

FgAN

1.300,-

SoVerb

         300,-

SoFord

300,-

PARA

1.500,-

Kasse

1.300,-

 

 

Bank

    4.560,-

 

 

ARA

     200,-

 

 

 

408.805,-

 

408.805,-

 


Grundsätze der Doppelten Buchführung:

·       Alle Geschäftsfälle werden in einem Grundbuch (Buchungssätze/zeitliche Ordnung) und in einem Hauptbuch (Konten/sachliche Ordnung) festgeschrieben.

 

-         Jeder Geschäftsfall berührt mindestens zwei Positionen, wobei das Gleichgewicht in jedem Fall erhalten bleibt!

-         Für jede Bilanzposition wird ein eigenes Konto eröffnet mit der Eröffnungsbuchung als Anfangsbestand

-         jeder Geschäftsfall wird nun auf diesen Konten gebucht (mindestens auf zwei Konten ergeben sich Veränderungen)

-         am Ende des Jahres erfolgt ein Kontenabschluss bei dem ein Abschlusskonto- eröffnet wird

-         dieses Konto muss mit der aus der Inventur und dem Inventar gebildeten Bilanz übereinstimmen

·       Das aktive Bestandskonto beginnt mit dem Anfangsbestand auf der Soll-Seite.

·       Das passive Bestandskonto beginnt mit dem Anfangsbestand auf der Haben-Seite.

·       Das Eröffnungsbilanzkonto hat die Sollseite mit Kapitalherkunft und die Habenseite mit Kapitalverwendung (umgekehrt)

·       Jede Buchung erfolgt mit einem Buchungssatz. Bei einem Kontoeintrag ist immer das Gegenkonto zu vermerken

Þ    keine Verbindlichkeitskonten im Soll, dann ausnahmsweise ein Forderungskonto einrichten

 

Die Auflösung der Bilanz in Konten

 

Aktiva

Eröffnungsbilanz ...

Passiva

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Soll

Aktivkonten

Haben

 

Soll

Passivkonten

Haben

Anfangsbestand

-Minderungen

 -Minderungen

Anfangsbestand

+Mehrungen

=Schlussbestand

 =Schlussbestand

+Mehrungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

·       Mehrungen erhöhen den Anfangsbestand, sie stehen auf der gleichen Kontoseite

·       Minderungen vermindern den Anfangsbestand, sie stehen auf der Gegenseite

·       Durch Saldieren erhält man der Endbestand (also Saldo)

 

Buchungssätze

Þ Grundsatz: Soll an Haben

 

Soll

Haben

KFZ

50.000,-

 

an Bank

 

20.000,-

an DarlVerb

 

30.000,-

Sammelbuchungen

wo es sinnvoll ist und übersichtlich bleibt, ist der Zusammenschluss mehrerer Buchungen möglich

 

Zusammengesetzter Buchungssatz:

ÞForderungen + Verbindlichkeiten werden nur in der tatsächlichen Höhe ausgewiesen (Nettobuchung)

 

Soll

Haben

FgVN

FgUV

PA

13.000,- 5.520,-

480,-

 

an Verb. Dir

an PE

 

17.100,-

1.900,-

Beispiel: Agenturinkasso

 

Veränderungen der Aktiva und Passiva bei Buchungen

Aktivtausch:    Þnur Positionen der Aktivseite berührt – Bilanzsumme gleich

Passivtausch:  Þnur Positionen der Passivseite berührt – Bilanzsumme gleich

Aktiv-Passiv-Mehrung:         Aktiv- und Passivseite berührt - Bilanzsumme steigt

Aktiv-Passiv-Minderung:  Aktiv- und Passivseite berührt - Bilanzsumme sinkt

 

 

 

Buchung von Aufwendungen und Erträgen

 

Erfolgskonten sind Unterkonten des Kontos Eigenkapital.

Erfolgsverbuchung direkt auf das EK-Konto sind unüblich, weil:

· EK-Konto wird zu unübersichtlich

· Höhe der einzelnen Erfolge aus dem EK-Konto nur mühsam ermittelbar

· Gewinn- und Verlusthöhe ist nicht unmittelbar aus dem EK-Konto ablesbar

·        

 


Zuordnung von Aufwand und Ertrag zu den Erfolgskonten

Þ Das Eigenkapital wird vermehrt durch Erträge, vermindert durch Aufwendungen

 

Ertragskonten

·       Haus- und Grundstücksertrag (bei Nebenverdiensten) (HuGA)

·       Mietertrag (bei Wohnungsbaugenossenschaften u.s.w.)

·       Kassendifferenzertrag (KdiffE)

·       Provisionsertrag (PE)

-Abschlussprovision

-Bonifikation (immer von der Direktion gezahlt)

-Folgeprovision (auch Betreuungs-, Arbeits-, Pflege oder Verwaltungsprovision

·       Sonstiger betrieblicher Ertrag (perioden- oder betriebsfremde Erträge, z.B. Verkauf eines KFZ über dem Buchwert) (SobE)

·       Zinsertrag (ZE)

·       Zuschüsse/Garantien (Starthilfe) (Z/G)

Aufwandskonten

·       Abschreibungen auf Anlagen (AbaA)

·       Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter (AbaGWG)

·       Abschreibungen auf KFZ (AbaKFZ)

·       Energieaufwand (einschl. Wasser) (EgieA)  (nur, wenn ausschließlich Büroräume beheizt werden, sonst HUG)

·       Gehälter

·       Haus- und Grundstücksaufwand (Aufwand aus Nebenverdiensten) (HuGA)

·       Kassendifferenzaufwand (KdiffA) (Kassenmanko)

·       KFZ- Aufwand (alle Aufwendungen in Bezug auf das Geschäfts- KFZ, z.B. Leasingraten) (KfzA)

·       Mietaufwand (MietA)

·       Provisionsaufwand (an UV) (PA)

·       Sonstiger betrieblicher Aufwand (SobA)

·       Sozialer Aufwand (SozA)

·       Steueraufwand (nur Betriebssteuern) (SteuA)

·       Verwaltungsaufwand (VerwA)

-         BüromaterialÞ geringwertige Wirtschaftsgüter bis 100,- (-steuerlich –800 DM )

-         Telefon, Fachzeitschriften, Fachbücher, Kontogebühren, Geschäftsversicherungen, Renovierungskosten. von gemieteten Büros, Prozesskosten

·       Werbe- und Reiseaufwand (WuRA)

·       Zinsaufwand (ZA)

 


Betriebsfremde (neutrale) Aufwendungen und Erträge

 

·       Immobilien dürfen mit ihren Anschaffungskosten aktiviert werden  (z.B. Maklercourtage, Grunderwerbsteuer, Notariatskosten, Gerichtsgebühren, Architektenhonorare)

·       Mietertrag:    wird gebucht, wenn dieser die Hauptleistung des Unternehmens ist (z.B. bei Wohnungsbaugenossenschaften

 

Abschluss der Erfolgskonten am Jahresende
über das Gewinn- und Verlustkonto

 

S

Gewinn- und Verlustkonto

H

Provisionsaufwand

500,-

Provisionsertrag

3.200,-

Mietaufwand

1.200,-

Zinsertrag

500,-

KfzA

200,-

 

 

Eigenkapital

1.800,-

 

 

 

3.700,-

 

3.700,-

 

Abschluss der Gewinn- und Verlustkontos über das Konto Eigenkapital

 


Die Gehaltsabrechnung

 

Gehaltstarife der Versicherungswirtschaft

1.     Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe

2.     Gehaltstarifvertrag für das Versicherungsvermittlungsgewerbe

3.     Bundesangestelltentarif

Eingeteilt in Gehaltsgruppen II-VII

 

Bruttogehalt

+ Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers

= Steuer-und Sozialversicherungspflichtiges Einkommen

­      Lohnsteuer

­      Soli- Zuschlag (5,5% der Lohnsteuer)

­      Kirchensteuer (8-9% der Lohnsteuer)

­      gesetzl. Rentenvers. (19,1% - ½ AN, ½ AG) [Gruppe K/L]

­      gesetzl. Arbeitslosenvers. (6,5% - ½ AN, ½ AG) [Gruppe M]

­      gesetzl. Pflegevers. (1,7% - ½ AN, ½ AG) [Gruppe PV]

­      gesetzl. Krankenvers. (~13,5%,  1/2 AN, ½ AG)[b1] 

=        Nettogehalt

-    Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers

Þ Überweisungsbetrag

 

SV-Beiträge

·       Die SV Beiträge sind spätestens zum 15. des Folgemonates an die Krankenkassen zu zahlen, bei Zahlung des Lohnes in der ersten Monatshälfte am 25. des Folgemonates

·       Die Beiträge zur Unfallversicherung werden nach Aufforderung der Berufsgenossenschaft vom AG für alle AN gezahlt

 

 

Steuern

·       Die Lohnsteuer wir spätestens zum 10. des Folgemonates beim Finanzamt fällig

·       Umsatzsteuer ist jeden Monat fällig (max. bis zum 15. des Folgemonates)

-         Agenturen + Versicherungsunternehmen sind nicht Vorsteuerabzugsberechtigt.

-         Sie sind an der Umsatzsteuer nicht beteiligt

®Die Versicherungssteuer ist keine Umsatzsteuer

 

Steuererhebung des selbst. Handelsvertreters

steuerpflichtige Erträge des Vorjahres werden zur Berechnungsgrundlage der Steuer des Geschäftsjahres verwendet

Zahlung der Steuer am 10. jedes Quartales (10.03./10.06./10.09./10.12.)

 

Kriterien der Lohnsteuer, Soli- Zuschlag und Kirchensteuer

Lohnsteuerrelevant

-         Höhe der Gehaltes/Lohnes

-         Steuerklasse (Familienstand)

-         Steuerfreibeträge (Behinderung, erhöhte Sonderausgaben und Werbungskosten,...)


Soli- Zuschlag

-         Lohnsteuerabhängig, 5,5% der abzuführenden Lohnsteuer

-         Bei Kinderfreibeträgen wird von einer fiktiven Lohnsteuer abgerechnet, die geringer ist als die Tatsächliche

-         bei geringem Einkommen fällt der Soli- Zuschlag weg Þüberproportionale Staffelung, z.B. Steuer- Kl. 3Þkein Soli, da zu wenig Einkommen

Kirchensteuerrelevant

-         prozentual von der zu zahlenden Lohnsteuer

-         Bundeslandabhängig ( in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen und Hamburg 8%, alle übrigen 9%) der abzuführenden Lohnsteuer)

-         Bei Kinderfreibeträgen wird von einer fiktiven Lohnsteuer abgerechnet, die geringer ist als die Tatsächliche

-         Kinderfreibeträge

-         Religionszugehörigkeit (nur bei Konfession katholisch/evangelisch)

-         Der Soli- Zuschlag ist nicht Kirchensteuerpflichtig

 

Versorgungsbezug

-         Bezüge von pensionierten Beamten, sie enthalten gegenüber der normalen Lohnsteuer Altersfreibeträge

 

Vorsteuerabzugsberechtigung

·       Vorsteuer wird verwendet für die Steuern, die die Lieferanten erheben

·       Umsatzsteuer wird verwendet für die Mehrwertsteuer die auf den Endverbraucher erhoben wird

 

Eingangsrechnung

+Vorsteuersteuer

10.000,-

1.600,-

Gesamt

11.600,-

 

Ausgangsrechnung

+Umsatzsteuer

100.000,-

16.000,-

Gesamt

116.000,-

 

Umsatzsteuer

-Vorsteuer

16.000,-

1.600,-

Überweisung an FA

14.400,-

 

Vermögenswirksame Leistungen

·       Zugelassene Anlageformen

-         Anlage in Unternehmen (Aktien, GmbH-Anteile, Genossenschaftsanteile)

-         Anlage in Investmentfonds

-         Verwendung für den Wohnungsbau

-         Rentensparverträge

-         Kapital-Lebensversicherungen (keine Förderberechtigung)

·       Förderung durch den Staat

-         Arbeitnehmersparzulage (10%)

-         Wohnungsbauprämie (10%)

·       Gesetzesentwurf: Investivlohn, d.h. Anlage von Lohnanteilen in Unternehmen bis 700,- jährlich sollen bis zu 20% gefördert werden


Lohnnebenkosten

·       Sozialversicherungsbeiträge

·       Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

·       Lohnfortzahlung im Urlaubsfall

·       13. Monatsgehalt

·       freie Soziale Leistungen

·       vermögenswirksame Leistungen

 

Buchungen von Personalaufwendungen

 

1)

Soll

Haben

Gehälter

4.176,-

 

an VbFA

 

846,44

an VbSVT

 

872,34

an Bank

 

78,-

an Bank

 

2379,22

oder

Soll

Haben

Gehälter

4.176,-

 

an VbFA

 

846,44

an VbSVT

 

872,34

an Bank

 

2457,22

 

2)

Soll

Haben

Sozialer Aufwand

872,34

 

an VbSVT

 

872,34

 

3)

Soll

Haben

VbSVT

1744,68

 

VB FA

846,44

 

VB für VWL

78,00

 

an Bank

 

2669,12

 

 

Buchung eines Gehaltsvorschusses

Þ   Vorschuss Þkurzfristiges Arbeitgeberdarlehen

1)

Soll

Haben

FgAN

500,-

 

an Kasse

 

500,-

 

2) Verrechnung des Vorschusses mit dem Gehalt

 

Soll

Haben

Gehälter

4.176,-

 

an VbFA

 

846,44

an VbSVT

 

872,34

an FgAN

 

500,00

an Bank

 

1880,12

 


Buchungen der Agentur

 

Provisionsbuchungen

 

Abschlussprovision

·       Versicherungsvertreter hat Anspruch auf Provision für Geschäfte, die auf seine Tätigkeit zurückzuführen sind

-         Anspruch ab Prämienzahlung des VN [§92.4 HGB]

-         andere Vertragsregelungen gelten vorrangig [§92.2 HGB]

-         Anspruch auf Vorschuss [§87 a1 HGB]

-         monatliche Abrechnung [§87 c HGB] ®vgl. BWL: Handelsvertreter

·       Storno-Reserve Konto

-         bei Vertragsstorno innerhalb einer gewissen Zeit ist die Provision zurückzuzahlen (Provisionsbindung) [§87 a2 HGB]

-         Vertragsvereinbarung, wonach der VR Teile der Provision für den Vertreter auf einem Konto einbehält, sie stellen Forderungen gegen die Direktion dar

Folgeprovision

-         früher Inkassoprovision ÞAgenturinkasso

-         für längere Vertragsbindung zwischen VN und Agentur

-         finanzieller Ausgleich für laufende Betreuung

-         gleiches Abrechnungsverfahren wie bei der Abschlussprovision

 

Provisionsgutschriftanzeige der Direktion

Þ   „Kontoauszug“ der Direktion, Erträge des Vertreters im HabenÞVerbindlichkeiten der Direktion beim Vertreter

·       bei größeren Agenturen werden die Provisionskonten zur besseren Analyse der Geschäftsergebnisse nach Sparten getrennt

 

Buchung der Provisionsgutschrift

 

Soll

Haben

FgDir

823,30

 

an Prov. ertrag

 

823,30

 

Buchung der Rückprovision

 

Soll

Haben

Prov. ertrag

141,30

 

an FgDir

 

141,30

Buchung einer Abschlagszahlung

 

Soll

Haben

Bank

1.200,-

 

an FgDir

 

1.200,-

 

 


Provisionsabrechnung mit einem Untervertreter

-         vertraglich z.B. 80% der Abschlussprovision des Hauptvertreters für den UV

-         kein Anspruch auf Folgeprovision

-         HV hat dem UV über die Provision Abrechnung zu erteilen

 

Buchung der Provision des UV

 

Soll

Haben

PA

658,64

 

an VbUV

 

658,64

 

 

 

 

Buchung der Rückprovision

 

Soll

Haben

VbUV

113,04

 

an PA

 

113,04

 

Auszahlung der Provision

 

Soll

Haben

VbUV

545,60

 

an Bank

 

545,60

 

Exkurs: Agenturinkasso

 

·       Versicherungsschein oder Folgeprämienrechnung werden an die Agentur gesandt

·       Agentur hat Verbindlichkeiten bei der Dir / Forderungen gegen VN

·       Agentur fordert VN zur Zahlung auf

·       Agentur führt Zahlungserinnerung durch

·       unbezahlt gebliebene Beitragsrechnungen gehen an die Direktion zurück

·       Die Agentur erhält Inkassoprovision, die mit den Verbindlichkeiten verrechnet werden, die er von der kassierten Prämie einbehalten darf

·       An die Untervertreter weitergeleiteten Prämienrechnungen werden als Forderungen gegen UV verbucht

 

Buchung eines Inkassobetrages

 

Soll

Haben

FgVN

FgUV

13.000,- 6.000,-

 

an Verb. Dir

 

19.000,-

 

Buchung der Provision

 

Soll

Haben

Vb Dir

1.900

 

an PE

 

1.900,-

 

Buchung der Provision des UV

 

Soll

Haben

PA

480,-

 

an FgUV

 

480,-

 

Zusammengesetzter Buchungssatz:

ÞForderungen + Verbindlichkeiten werden nur in der tatsächlichen Höhe ausgewiesen (Nettobuchung)

 

Soll

Haben

FgVN

FgUV

PA

13.000,- 5.520,-

480,-

 

an Verb. Dir

an PE

 

17.100,-

1.900,-

 

Prämienrechnung für die Agentur/Agenturinhaber werden mit FgVN verrechnet

 

Soll

Haben

Privat

KfzA

230,-

1.500,-

 

an FgVN

 

1.730,-

 

Ein VN Überweist die Prämie

 

Soll

Haben

Bank

1.730,-

 

an FgVN

 

1.730,-

 

 

Antragsinkasso

-         kurzfristige Versicherungen

-         vorläufiger Versicherungsschutz

-         Blockpolicen

-         KFZ- Barzahlung der Erstprämie

·       Die eingenommene Prämie stellt eine Verbindlichkeit bei der Direktion dar und wird deswegen mit den bestehenden Forderungen verrechnet

 

Soll

Haben

Kasse

320,00

 

an FgDir

 

320,00

 

 

Antragsinkasso durch den UV

 

Soll

Haben

VbUV

90,00

 

an FgDir

 

90,00

 

 

 


Entschädigungszahlungen durch die Agentur

-         Agenturen haben zum Teil Regulierungsvollmacht (z.B., bis 2.000,- DM)

-         verstärkt im Zuge der Kundenorientierung

 

1)    Agentur tritt in Vorlage

a) eigenes Forderungskonto „Schadenvorauszahlung“

b)  zwei Konten (Unterkonten des Kontos FgDir)

Entschädigungen Þ versicherter Schaden

Regulierungsaufwand Þ Kosten der Schadenreg. (z.B. Kostenvoranschlag)

2)    Agentur erhält von der Dir ein Budget zur Verfügung

3)    Agentur erhält Kontovollmacht

ein Konto der Dir, Zahlung per Verrechnungsscheck

(das Konto wird am Geschäftsjahresende mit dem Konto FgDir verrechnet)

 

Regulierung durch die Agentur

 

Soll

Haben

Entsch

RegA

600,00

30,00

 

an Bank

 

630,00

 

Abschlagszahlung durch die Direktion    (auch bei Eingang einer Schadenregresszahlung)

 

Soll

Haben

Bank

420,00

 

an Entsch

an RegA

 

400,00

20,00

 

Abschluss der Unterkonten am Ende des Geschäftsjahres

 

Soll

Haben

FgDir

210,00

 

an Entsch

an RegA

 

200,00

10,00

 

 


Abschreibungen auf Anlagen

 

Anschaffungskosten [§255 (1)] HGB]

  Listenpreis (ohne Umsatzsteuer)

-Anschaffungspreisminderungen (Rabatte, Skonto)

+Anschaffungsnebenkosten

(für Transporte, Versicherung, Installation, Provision, Gerichts- und Notarkosten, Vermessungsgebühren, Inbetriebnahme) Þkeine Finanzierungskosten (Zinsen ...)


+Umsatzsteuer (für Unternehmen, die nicht Vorsteuerabzugsberechtigt sind)

 

= Anschaffungskosten

 

·      Bei Buchung des Kaufes dürfen die Anschaffungskosten als Anschaffungswert auf dem Bestandskonto erfasst werden (Aktivierung zu Anschaffungskosten)

-         die Nebenkosten (eigentlich Aufwand) werden mit auf das Bestandskonto gebucht, weil der Wert der Anlage für den Betrieb erst durch die Betriebsbereitschaft entsteht

 

Wertminderungen

→Notwendigkeit von Abschreibungen

 

Anlagegüter der Provisionsagentur

·      Grundstücke und Gebäude

·      Kraftfahrzeuge

·      Betriebs- und Geschäftsausstattung

 

Sie verlieren (mit Ausnahme von Grundstücken) ständig an Wert durch

-         Verschleiß durch ständigen Gebrauch

-         Veralterung infolge technischen Fortschrittes und Modewechsel

-         Beschädigung und Zerstörung durch höhere Gewalt, Fehlbedienung,...

 

Durch Abschreibungen wird die Wertminderung buchmäßig erfasst

Anschaffungskosten - Abschreibungen (Wertminderungen)  =Buchwert

 

Der Abschreibungsplan

Anlagegüter, deren Nutzungsdauer zeitlich begrenzt ist, sind planmäßig abzuschreiben

Der Abschreibungsplan  muß enthalten [§253 HGB]

-        Tag der Anschaffung

-        Anschaffungskosten (gebuchter Wert beim Kauf)

-        voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer

-        jährliche Abschreibungsbeträge

 


Das gemilderte Niederstwertprinzip

·       Die Abschreibungen sollen betriebswirtschaftlich so kalkuliert sein, dass der Buchwert nie unter dem tatsächlichen Wert liegt

·       lt HGB sollen die Abschreibungen den tatsächlichen Wertverlust ausweisen (nach dem Marktwert) ®in der Praxis jedoch Steuerbilanzen

·       eventuelle Werterhöhungen dürfen im Vergleich zum strengen Niederstwertprinzip (vgl. Wertpapiere) auch berücksichtigt werden  →Zuschreibungen

·       Betriebswirtschaftliche Überlegungen:

-         technische Nutzungsdauer

-         wirtschaftliche Nutzungsdauer (meistens geringer als d. technische)

·       angewendet beim Anlagevermögen

 

Höchstwertprinzip

=   Unterbewertung der Passiva

z.B. durch Annahme der ungünstigsten Wechselkursschwankung

 

Steuerrechtliche Abschreibungen / Steuerbilanz

Abschreibungsbetrag =Anschaffungsbetrag / Nutzungsdauer

·       laut Steuergesetzgebung wird für jedes Anlagegut ein eigenes „Karteiblatt“ geführt, in das planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen vermerkt werden

·       AFA-Tabelle (Absetzung für Abschreibungen) gibt die Nutzungsdauer vor

Anlagegüter

Nutzungsdauer

Bebaute Grundstücke

50 Jahre

Umzäunungen

aus Mauerwerk und Beton

aus Holz

 

20 Jahre

5 Jahre

PKW-und Kombiwagen

5 Jahre

Computer (vor 01.07.97)

4 (5) Jahre

Fotokopiergeräte

5 Jahre

Büromöbel

10 Jahre

Panzerschränke

20 Jahre

·       Anlagegüter sind planmäßig abzuschreiben

·       für die Abschreibungen ist ein Abschreibungsplan zu erstellen

·       es gibt zwei steuerlich anerkannte Abschreibungsmethoden

 

Lineare Abschreibung

-        Anschaffungskosten werden gleichmäßig auf die Jahre der Nutzung verteilt

-        Abschreibung vom Anschaffungswert

-        konstanter Abschreibungssatz

-        jährlich gleich bleibender Abschreibungsbetrag

 

Degressive Abschreibung

-        Abschreibung vom Buchwert (Restwert)

-        konstanter Abschreibungssatz (in % vom Buchwert)

Þ    max. 30 % / max. das 3-fache des linearen %-Satzes vom Anschaffungswert [§7 EstG]

-        jährlich fallender Abschreibungsbetrag

-        der verbleibende Restwert wird zusammen mit der letzten Abschreibung planmäßig abgeschrieben

·      Wechsel von degressiver zur linearen Abschreibung ist möglich

der vorhandene Restwert wird gleichmäßig auf die Restnutzungsdauer verteilt

·      Wird ein komplett abgeschriebenes Anlagegut weiter genutzt, so bleibt es mit 1 DM Erinnerungswert in den Geschäftsbüchern stehen

 

Zeitanteilige Abschreibung

·      Güter, die im Laufe des Geschäftsjahres gekauft werden, dürfen nur zeitanteilig abgeschrieben werden

Für bewegliche Güter des Anlagevermögens gilt die Vereinfachungsregel:

·      Anschaffungen in der ersten Jahreshälfte werden für ein volles Jahr abgeschrieben

·      Anschaffungen in der zweiten Jahreshälfte wird der halbe Abschreibungsbetrag abgeschrieben, die nicht abgeschriebene Hälfte wird im Geschäftsjahr nach Ende der Nutzungsdauer angesetzt

 

Beispieltabelle für die Abschreibungsmethoden

 

1 LKW:      Anschaffung 100.00,-     Nutzungsdauer 8 J., Anschaffungsdatum:    01.03.95

lineare Abschreibung

degressive Abschr.  (30% Restwert)

01.03.1995

Abschreibung

Restwert

100.000

15.500

87.500

01.03.1995

Abschreibung

Restwert

100.000

30.000

70.000

01.01.1996

Abschreibung

Restwert

 

12.500

75.000

01.01.1996

Abschreibung

Restwert

 

21.000

49.000

01.01.1997

Abschreibung

Restwert

 

12.500

62.500

01.01.1997

Abschreibung

Restwert

 

14.700

34.300

01.01.1998

Abschreibung

Restwert

 

12.500

50.000

01.01.1998

Abschreibung

Restwert

 

10.290

24.010

01.01.1999

Abschreibung

Restwert

 

12.500

37.500

01.01.1999

Abschreibung

Restwert

 

7.203

16.807

01.01.2000

Abschreibung

Restwert

 

12.500

25.000

01.01.2000

Abschreibung

Restwert

 

5.042

11.765

01.01.2001

Abschreibung

Restwert

 

12.500

12.500

01.01.2001

Abschreibung

Restwert

 

3.529

8.235

01.01.2002

Abschreibung

Restwert

 

12.500

0

01.01.2002

Abschreibung

Restwert

 

2.470

5.765

Wenn der LKW komplett abgeschrieben ist (Ende 2002), dann bleibt er mit 1 DM (Erinnerungswert) in der Bilanz erhalten

 

 


Betriebswirtschaftliche Beurteilung der Abschreibungen

·       Aufwendungen

·       mindern den Gewinn ÞSteuerentlastung

·       mindern den Buchwert des  Anlagegutes

 

Finanzierung aus freigesetztem Kapital / durch Abschreibungen[b2] 

-         Einsatz der Anlagegüter bringen Erträge

-         Sie müssen so bemessen sein, dass sie den Aufwand decken und Gewinn abwerfen

-         Überden Ertrag fließt das investierte Kapital an den Unternehmer zurück

-         die Abschreibungen können bis zum Ersatz der Anlagegüter für andere Finanzierungen genutzt werden

 

Voraussetzungen

·       Abschreibung muss vom Markt vergütet werden

·       Abschreibungen müssen dem tatsächlichem Wertverlust entsprechen

·       konstanter Wiederbeschaffungspreis

·       unveränderter Technikstandart

 

Beispiel

Maschinenkauf, 1 pro Jahr für 10.000,- DM, Nutzungsdauer 4 Jahre und lineare Abschreibung

 

Jahr

1

2

3

4

5

Maschine 1

2.500,-

2.500,-

2.500,-

2.500,-

2.500,-

Maschine 2

 

2.500,-

2.500,-

2.500,-

2.500,-

Maschine 3

 

 

2.500,-

2.500,-

2.500,-

Maschine 4

 

 

 

2.500,-

2.500,-

jährl. Abschr.

2.500,-

5.000,-

7.500,-

10.000,-

10.000,-

liquide Mittel insg.

2.500,-

7.500,-

15.000,-

25.000-

25.000,-

-Reinvestition

-

-

-

-10.000,-

-10.000,-

freigesetzte Mittel

2.500,-

7.500,-

15.000,-

15.000,-

15.000,-

 

 

 

Überlegungen zur Abschreibungsmethode

degressive Abschreibung

·       in den ersten Jahren höhere Abschreibungen Þhöhere Steuerentlastung

·       Liquiditätsverbesserung, da die Kosten der Anschaffung schneller relativiert werden (ÞSteuerersparnis)

·       Abschreibungen in den ersten Jahren oft höher als die WertminderungÞUnterbewertung der AktivaÞStille Rücklagen →werden bei Verkauf sichtbar = Auflösung der Stillen Reserven

·       beim Verkauf steht das freigesetzte Kapital für neue Finanzierungszwecke zur Verfügung und muß nicht an Teilhaber (Aktionäre) als Gewinn ausgeschüttet werden

Þ   ist als Investitionsanreiz geschaffen worden

lineare Abschreibung

·       betriebswirtschaftliche Investitionen führen erst in den späteren Jahren zum gewünschten Ertrag

·       Steuerentlastungen sollen in den späteren ertragreicheren Jahren erhalten bleiben

·       für Unternehmen, deren Investitionen in Zukunft zunehmend ertragreicher werden

®Startups, Neugründungen

Buchungen von Abschreibungen

 

Direkte Abschreibungen

-         durch planmäßiges Abschreiben werden die Anschaffungskosten nach und nach als Aufwand auf die Nutzungsdauer verteilt

-         am Geschäftsjahresende wird der Wertverlust auf dem Aufwandskonto: „Abschreibungen auf Anlagen“ erfasst

-         das Konto „AbaA“ wird über das GuV- Konto abgeschlossen

·       der Abschreibungsbetrag ist direkt auf dem Konto BGA erkennbar

·       die Anschaffungskosten und die Abschreibungsmethode ist nicht erkennbar

·       in der Bilanz wird nur der Buchwert ausgewiesen

Þ   erschwert die Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens

 

Konto:Abschreibungen auf Anlagen

·       Aufwandskonto

·       für den Wertverlust des gesamten Anlagevermögen oder für jedes Anlagekonto separat eingerichtet

 

vorbereitende Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

AbaA

1.880,-

 

an BGA

 

1.880,-

Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

GUV

1.880,-

 

an AbaA

 

1.880,-

 

 

 

SBK

7.520,-

 

an BGA

 

7.520,-

 

Indirekte Abschreibungen

·       erhöhen die Aussagefähigkeit der Bilanz

·       Die Gegenbuchung zu  „AbaA“ erfolgt mit Buchung auf das passive Bestandskonto „Wertberichtigungen auf Anlagen (WbaA)

·       Anschaffungswert und Höhe der Abschreibungen bleiben in der Bilanz sichtbar

·       interessant für „Outsider“, sie können anhand der Differenz zw. z.B. „KFZ“ und „WbaKFZ“ erkennen wie alt die Gegenstände sind

·       für Aktiengesellschaften verboten

 


vorbereitende Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

AbaA

1.880,-

 

an WBaA

 

1.880,-

 

 

Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

GUV

an AbaA

1.880,-

 

1.880,-

SBK

an BGA

9.400,-

 

9.400,-

WbaA

an SBK

1.880,-

 

1.880,-

 

Geringwertige Wirtschaftsgüter

-         Anschaffungskosten max. 800 ,- DM (ohne Mehrwertsteuer)

-         Anschaffungen bis 100,- DM werden unmittelbar als Verwaltungsaufwand gebucht

-         muss zum beweglichen Anlagevermögen gehören und abnutzbar sein

-         muss selbständig bewertet und genutzt werden können (Gegenbeispiel: Festplatte am Computer)

·      werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgabe abgesetzt Þabgeschrieben

·      sind in einem laufenden Verzeichnis zu führen

·      beim Kauf Buchung auf das Aktive Bestandskonto „Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)“

·      beim Jahresabschluss Buchung über das Aufwandskonto „Abschreibungen auf GWG (AbaGWG)“

·      bei Abschreibungen in der 2. Jahreshälfte nur hälftige Abschreibung in dem Jahr, das Konto GWG wird mit in das neue Geschäftsjahr genommen

 

Buchung des Kaufes

 

Soll

Haben

GWG

an Kasse

430,-

 

430,-

 

vorbereitende Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

AbaGWG

an GWG

430,-

 

 

430,-

Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

GUV

an AbaGWG

430,-

 

430,-

 


Verkauf von abgeschriebenen Wirtschaftsgütern

 

1.     Verkauf zum Buchwert

 

Soll

Haben

Bank

an Kfz

5.000,-

 

5.000,-

 

2.     Verkauf über dem Buchwert

-         Ertrag aus „Abgang von Vermögensgegenständen“

-         Buchung auf das Ertragskonto „Sonstiger betrieblicher Ertrag (SobE)“

 

 

Soll

Haben

Bank

an Kfz

an SobE

6.000,-

 

5.000,-

1.000,-

 

3.     Verkauf unter dem Buchwert

-         Buchung auf das Aufwandskonto „Sonstiger betrieblicher Aufwand (SobA)“

 

Soll

Haben

Bank

SobA

an Kfz

4.500,-

500,.

 

 

5.000,-

 

 

Verkauf indirekt abgeschriebener Anlagegüter

die im Laufe der Jahre gebildete Wertberichtigung wird auf das Konto Kfz zurückgebucht

Es ergibt sich auf dem Konto KFZ der tatsächliche Buchwert als Differenz von Anschaffungswert und Wertberichtigung

 

Soll

Haben

WbaKfz

an Kfz

20.000,-

 

20.000,-

Kasse

an Kfz

an SobE

6.000,-

 

5.000,-

1.000,-

 

 


Kauf eines neuen Anlagegutes bei gleichzeitiger Inzahlungnahme eines alten Anlagegutes

 

Soll

Haben

Kfz

an Kfz

an SobE

an Bank

29.000,-

 

5.000,-

1.000,-

23.000,-

 

bei indirekter Abschreibung

 

Soll

Haben

WbaKfz

Kfz

an Kfz

an SobE

an Bank

20.000,-

29.000,-

 

 

25.000,-

1.000,-

23.000,-

 

 


Periodengerechte Zuordnung von Erfolgsvorgängen

·       das HGB fordert eine periodengerechte Erfolgsermittlung [§ 249, 250 HGB]

·       zum Ende des Geschäftsjahres sind die Konten abzuschließen, dies geschieht im Rahmen der "vorbereiteten Abschlussbuchungen" (Umbuchungen)

-         Abschluss der Konten des Hauptbuches

-         Erstellen des GuV

-         Abschluss GuV auf EK

-         Abschluss der Bestandskonten auf dem SBK

 

Transitorische Posten der Rechnungsabgrenzung

(lat. transire = hinübergehen)

·       belegorientierte Buchführung führt dazu, dass Erfolgsvorgänge des nächsten Geschäftsjahres im laufenden Geschäftsjahr gebucht werden

·       bereits erfolgte Geschäftsfälle, deren Erfolge das neue Geschäftsjahr betreffen sind zeitlich abzugrenzen über die Konten:

Aktive Rechnungsabgrenzung

-         Aufwand für das kommende Geschäftsjahr

-         Zahlung im laufenden Geschäftsjahr

 

Passive Rechnungsabgrrenzung

-         Ertrag für das kommende Geschäftsjahr

-         Zahlung im laufenden Geschäftsjahr

·       Die Konten sind  in der Bilanz gesondert aufzuführen  [§247 (1) HGB]

·       Bei der Auflösung der Rechnungsabgrenzung im neuen Geschäftsjahr werden die Unterlagen des alten Geschäftsjahres für die Zuordnung auf die verschiedenen betroffenen Erfolgskonten hinzugezogen.

 

Beispiel:       Die Betriebshaftpflichtvers. für die Agentur wird im Oktober fällig
(Jahresbeitrag, Verrechnung mit den „FgDir“)

 

Buchung des Geschäftsvorfalles zum 01.10.2000

 

Soll

Haben

VerwA

600,-

 

an FgDir

 

600,-

 

vorbereitende Abschlussbuchung am 31.12.00

 

Soll

Haben

ARA

450,-

 

an VerwA

 

450,-

 

Abschlussbuchung am 31.12.00

 

Soll

Haben

SBK

450,-

 

an ARA

 

450,-

 

Auflösung der Rechnungsabgrenzung am 02.01.2001

 

Soll

Haben

Ara

450,-

 

an EBK

 

450,-

 

 

 

VerwA

450,-

 

an ARA

 

450,-

 

Antizipative Posten der Rechnungsabgrenzung

(lat. anticipere =vorwegnehmen)

·       Erfolgsvorgänge des laufenden Geschäftsjahres werden erst im kommenden gezahlt

·       die zukünftigen Geschäftsfälle (Zahlungen) sind vorwegzunehmen

·       Vorbereitende Abschlussbuchung auf den Konten

"Sonstige Verbindlichkeiten"(Aufwand) oder "sonstige Forderungen (Ertrag)

 

vorbereitende Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

SoFord

an HuGE

600

 

 

600,-

 

Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

SBK

an SoFord

600,-

 

 

600,-

 

Buchung der ZahlungÞAuflösung der Forderungen

 

Soll

Haben

Bank

an SoFord

600,-

 

430,-

 

 

 

Besonderheiten

-         nachträgliche ZinszahlungÞauf den Ertragszeitraum achten!

-         "für die Monate Januar - Dezember je..."Þauf den Gesamtbetrag achten!

-         Aktivierung eines Damnums

 

 


Aktivierung eines Damnums/Disargio

(=Abschlag)

 

Kreditaufnahme: nominal 50000,-/ Laufzeit 5 Jahre/Auszahlung 95 %

 

Buchung bei Kreditaufnahme

 

Soll

Haben

Bank

47.500,-

 

ARA

2.500,-

 

an Darl.Verb

 

50.000,-

 

ÞSonderfall: Eigentlich müsste ein Konto Damnum eingerichtet werden (wird in der Praxis auch gemacht)

hier wird das Konto ARA ausnahmsweise im Geschäftsjahr eröffnet

 

Vorbereitende Abschlussbuchung

 

Soll

Haben

ZA

500,-

 

an ARA

 

500,-

 

·       Jahresweise Verrechnung des Damnums als Zinsaufwand

·       bei Kreditaufnahme in der 2.Jahreshälfte darf nur der hälftige Betrag angesetzt werden

·       Damnum darf höchstens 1% des Darlehens pro Kreditjahr betragen (steuerrechtlich)

·       Steuerrechtlich: Zinsen können nur dann abgesetzt werden (gegengerechnet), wenn sie der Finanzierung von ertragsbringende Investitionen dient

®. besteht keine Chance, dass durch die Erträge einer Firma eine auf Dauer positive Bilanz entsteht, werden die Finanzierungskosten vom FA nicht anerkannt

 

Rückstellungen

·       aus Gründen der periodengerechten Erfolgsermittlung müssen für bestimmte Fälle Rückstellungen gebildet werden [§ 249 HGB]

-         Grund eines Aufwandes ist bekannt

-         Höhe und/oder Fälligkeit ist ungewiss (Þ sonst wären es Verbindlichkeiten)

·       Rückstellungen zählen bilanzmäßig zum Fremdkapital

·       Durch Überbewertung der Aufwendungen (Passiva) entsteht eine Stille Rücklage

 

Wesentliche Rückstellungen der Provisionsagentur

·       Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten

-         Provisionsrückforderungen

-         zu erwartende Steuernachzahlungen

-         Pensionszusagen an Mitarbeiter

-         die Kosten von schwebenden Prozessen

·       unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, sofern diese innerhalb von 3 Monaten nachgeholt werden

Þ das HGB kennt weiter die Pflicht zur Bildung von Rückstellungen für Gewährleistungen ohne Rechtspflicht (Rückrufaktionen, Konkurs eines Schuldners)

 


Buchung von Rückstellungen

·       der geschätzte Aufwand (er muss betriebswirtschaftlich und steuerrechtlich begründet sein) wird fiktiv belastet und statt Zahlung auf das Passivkonto "sonstige Rückstelllungen" gebucht

 

Buchung der Rückstellung

 

Soll

Haben

SteuA

4.600

 

an SoRST

 

4.600

 

Auflösung der Rückstellungen

1.     Aufwand = Rückstellung

 

Soll

Haben

SoRST

4.600,-

 

an Bank

 

4.600,-

 

2.     Aufwand > Rückstellung

 

Soll

Haben

SoRST

4.600,-

 

SobA

400,-

 

an Bank

 

5.000,-

 

3.     Aufwand < Rückstellung

 

Soll

Haben

SoRST

4.600,-

 

an Bank

 

4.600,-

an SobE

 

400,-

 

Gläubigerschutzprinzip des HGB

→ der Gläubiger soll auf jeden Fall sein Geld bekommen

·       sobald ein Aufwand erkennbar ist, müssen Rückstellungen gebildet werden

·       mögliche Erträge der Zukunft dürfen nicht berücksichtigt werden

 

Zwischenfinanzierng durch Rückstellungen

·       Würde der Aufwand direkt bezahlt, bedeutete dies ein Liquiditätsabfluss

·       das Geld wird jedoch nicht bezahlt, sondern bleibt bis zur Auflösung im Unternehmen →das Unternehmen kann damit also zwischenfinanzieren

 


Bewertung der Schlussbestände

 

Grundstücke

grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

·        Bewertung des Anlagevermögens mit den Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen [vgl. §341b (1), §253 HGB]

 

Sonstige Kapitalanlagen

·       Aktien, Investmentanteile und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

·       Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

·       Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen

·       Sonstige Ausleihungen (z.B. Schuldscheindarlehen, Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine in der LV)

·       Einlagen bei Kreditinstituten

·       Andere Kapitalanlagen

 

Wertpapiere werden mit den Anschaffungskosten (z.B. Provisionen, Gebühren) bilanziert

Hypotheken- und andere Forderungen können auch mit dem Nennwert bilanziert werden

 

Das Strenge Niederstwertprinzip

→Anwendung beim Umlaufvermögen (am Beispiel von Wertpapieren)

·       jedes Wertpapier ist einzeln zu Bewerten

·       jedes Wertpapier ist vorsichtig zu Bewerten

·       Gewinne dürfen nur ausgewiesen werden, wenn sie realisiert sind ( im Gegensatz zum gemilderten Niederstwertprinzip)

·       Verluste müssen ausgewiesen werden, auch wenn sie noch nicht realisiert (entstanden)sind

Imparitätsprinzip (=Ungleichbehandlung)

Ausweisung von nicht realisierten Verlusten, Nichtausweisung von nicht realisierten Gewinen

 

 


Interpretation der Bilanzergebnisse

 

Bilanzzeitvergleich

·       Vergleich zu den Vorjahren

·       Feststellung von Entwicklungen

 

Betriebsvergleich

·       Abschlusszahlen werden mit anderen Provisionsagenturen verglichen

·       Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. stellt für seine Mitglieder einen Betriebsvergleich an

-         Versicherungsbesttand

-         Personalkosten

-         Kosten angemieteter Geschäftsräume

-         Gewerbesteuer

·       Erkennung eigener Schwachpunkte für den Agenturinhaber

 

Aufbereitung der Bilanz, Kennzahlen

Bilanzpositionen sind zu Gruppen zusammengefasst

·       Anlagevermögen (GuB, KFZ, BGA)

·       Umlaufvermögen

-         kurzfristig flüssige Mittel (FgDir)

-         sofort flüssige Bestände (Kasse + Bank)

·       Eigenkapital

·       Fremdkapital

-         langfristige Schulden →Fälligkeit >4 Jahre (Darlehen)

-         kurzfristige Schulden (VerbUV, SoVerb)

 

einseitige (vertikale) Bilanzkennzahlen

·       Zahlen aus einer Bilanzseite

 

Kennzahlen der Vermögensstruktur

Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen=

Anlagevermögen x 100

Gesamtvermögen

 

Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen=

Umlaufvermögen x 100

Gesamtvermögen

·       in der Regel ist der Anteil des Umlaufvermögens geringer als der des Anlagevermögens, da kein Warenbestand vorhanden sein muss (außer beim Agenturinkasso, da FgVN)

 

Kennzahlen der Kapitalstruktur

Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital=

Eigenkapital x 100

Gesamtgesamtkapital

 

Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital=

Fremdkapital x 100

Gesamtvermögen

→ wenn der Anteil des Fremdkapitals überwiegt, ist die Agentur eventuell noch im Aufbau


zweiseitige (horizontale) Bilanzkennzahlen

Kennzahlen zur Finanzstruktur

Anteil des Eigenkapitals am Anlagevermögen=

Eigenkapital x 100

Anlagevermögen

 

Anteil des EK und langfr. FK am Anlagevermögen=

(EK + langfr. FK) x 100

Anlagevermögen

 

Goldene Bilanzregel

·       langfristig genutztes Anlagevermögen soll mit langfristig verfügbarem Kapital gedeckt sein

 

Kennzahlen zur Liquiditätsstruktur

Liquidität 1. Grades

sofort flüssige Mittel x 100

kurzfristig fälliges Fremdkapital

 

Liquidität 2. Grades

(kurzfristige Forderungen + sofort flüssige Mittel) x 100

kurzfristig fälliges Fremdkapital

 

·       Die Liquiditätslage der Versicherungsagentur ist in der Regel besser als nach den Kennzahlen, da die Forderungen des Untervertreters (=kurzfr. fälliges FK) erst gezahlt werden müssen, wenn die Direktion die ausstehenden Provisionsforderungen der Agentur überweist

·       Die Liquiditätskennzahlen gelten nur für den Bilanzstichtag,  kommende Zahlungen (z.B. Miete + Versicherung im neuen Geschäftsjahr) werden nicht berücksichtigt

 

Interpretation der GuV-Rechnung

 

betriesbedingter Erfolg

es sind nur die Erfolge zu berücksichtigen, die mit der eigentlichen Geschäftstätigkeit einer Provisionsagentur zu tun haben

 

Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen

betriebsbedingt

betriebsneutral

Provisionsaufwand

Sonstiger betriebl. Aufwand

Mietaufwand

Kassendifferenzaufwand

Verwaltungsaufwand

Haus- und Grundstücksaufwand

KFZ- Aufwand

Sonstiger betrieblicher Ertrag

Energieaufwand

Kassendifferenzertrag

Gehälter

Haus- und Grundstücksertrag

Sozialer Aufwand

Zinsertrag

Werbe- und Reiseaufwand

Zinsaufwand (für privat genutztes Kapital)

Steueraufwand

 

Zinsaufwand (für betr.bedingtes FK)

 

Abschreibungen

 

Provisionsertrag

 

Zuschüsse/Garantien

 

 


Kapitalrentabilität

aus Vereinfachungsgründen wird oft das Kapital am Ende des Geschäftsjahres zu Grunde gelegt. Streng genommen müsste das durchschnittliche Kapital nach folgender Formel errechnet werden:

durchschnittliches Kapital =

Anfangskapital des Geschäftsjahres + Endkapital des Geschäftsj.

2

 

Eigenkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität =

(Gewinn – fiktiver Unternehmerlohn) x100

Eigenkapital

 

Gesamtkapitalrentabilität

Eigenkapitalrentabilität =

(Gewinn + Zinsaufwand– fiktiver Unternehmerlohn )x100

Gesamtkapital

 

→ Die Zinsaufwendungen müssen neutralisiert werden, weil errechnet werden soll, wie mit dem gesamten Kapital (unabhängig ob Eigen oder Fremdkapital) gewirtschaftet worden ist. Die Zinsaufwendungen haben den Gewinn jedoch schon beeinflusst, das heißt sie müssen in der Rechnung hinzuaddiert werden.

·       Steigt die Gesamtrentabilität über den Zinssatz für Fremdkapital lohnt sich die Aufnahme weiteren Fremdkapitals, weil mit der Gewinnsteigerung durch Investitionen möglicherweise auch die Eigenkapitalrentabilität gesteigert wird

 

 

Cashflow

(=Kassenfluss)

Messzahl für die Selbstfinanzierungsmöglichkeit

 

 

Jahresüberschuss lt. GUV

+

gebuchte Aufwendungen, die noch zu keiner Ausgabe geführt haben (z.B. Abschreibungen, Rückstellungen)

-

gebuchte Erträge, zu denen die Einnahme noch aussteht (z.B. ausstehende Zahlungen von Mietern)

=

Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

 

 


Wertpapiere

Formen von Wertpapieren

·       Teilhaberpapiere (z.B. Aktien, Investmentzertifikate)

·       Gläubigerwertpapiere (Renten)

·       Sonderformen (Optionsscheine)

 

3 Teile eines Wertpapiers

·       Mantel

·       Zinsscheinbogen / Dividendenscheinbogen

·       Erneuerungsschein (Talon)

 

 

Das Konto Wertpapiere

·       gemischtes Konto

·       nach dem strengen Niederstwertprinzip ermittelter Wertpapierbestand wird auf dem Konto Wertpapiere als Schlussbestand gebucht (an das SBK)

·       durch anschließendes Saldieren wird der Kursgewinn oder –verlust ermittelt.

→Zwischenkonto Kursgewinn-/Kursverlust

 

Ankauf von Wertpapieren

übliche Spesensätze

 

Aktien

Festverzinsliche Wertpapiere

Maklergebühr (Courtage)

0,6 % vom Kurswert

0,75 %o bei Nennwert bis 50.000,-

ansonsten 0,5 %o

Provision

1% vom Kurswert

(evtl. Mindestgebühr 50,- DM

0,5% vom Kurswert, bei Kursen unter 100% vom Nennwert

 

 

An und Verkauf von Aktien

Bsp.: Kauf von 60 Aktien, Nennwert je 50,- , Stückkurs je 620,-

 

 

Käuferabrechnung

Verkäuferabrechnung

Kurswert

-37.200,00

+37.200,00

-Courtage

-22,32

-22,32

-Provision

     -372,00

    -372,00

Banklastschrift/-gutschrift

-37.594,34

+36.905,68

 

 


Festverzinsliche Wertpapiere

immer begrenzte Laufzeit (ca. 1-30 Jahre, meistens 5-10 Jahre)

Nennwert 100 DM aufgedruckter Wert, von dem die Verzinsung berechnet wird.

Der Kurs wird in Prozent notiert.

Ein oder mehrere Zinstermine im Jahr (z.B. J.J.= Januar + Juli), üblicherweise nachträgliche Zahlung.

 

Ausgabemöglichkeiten für Festverzinsliche Wertpapiere

·       um ein Wertpapier interessant zu machen muss die Effektivverzinsung über dem Marktzins liegen

Ausgabe unter Pari

-         Unternehmen bekommt nicht 100% des Nennwertes, muss aber 100% zurück zahlen, hat dafür aber eine geringe Zinsbelastung

-         Käufer zahlt nur 97%, bekommt am Ende 100%. Die 3% Damnum (Disargio) müssen nicht versteuert werden, die Zinsen schon

Ausgabe über Pari

-         Unternehmen bekommt über 100%, zahlt nur 100% zurück, dafür aber geringe Verzinsung

-         Käufer bekommt viel Zinsen, muss aber über 100% bezahlen

 

 

Kauf von festverzinslichen Wertpapieren

·       Zinsen werden vom Nennwert berechnet

·       Käufer erhält am Ende der Zinsperiode Zinsen für 360 Tage

·       er muss dem Verkäufer die anteiligen Zinsen vom Ende der letzten Zinsperiode bis zum Tag der Zinsvaluta erstatten

·       Zinsvalutatermin =Tag bis zu dem die Zinsen zu berechnen sind

 

Bsp.:  Pfandbrief 5%, Kurs 99%, Nennwert 100.000,-, 1.6. Zahlungstermin, Ankauf (Wertstellung) 7.9.

Kurswert = 99.000,-

Dividende = 5.000,-

Zinsen für 97 Tage (Zinszeitraum endet am 30.05., daher wird der 1.6. mitgerechnet)

Anteilige Dividende=

5.000,- x 97 T

= 1.347,22

360 T

+ Kurswert

 

+ 99.000,-

= auszumachender Betrag

 

=100.347,22 DM

 

 

Käuferabrechnung

Verkäuferabrechnung

auszumachender Betrag

-100.347,22

+100.347,22

-Courtage

-50,00

-50,00

-Provision

        -500,00

       -500,00

Banklastschrift/gutschrift

100.897,22

+99.7925,22

 

 


Dividenden

·       Große Unternehmen erstellen den Jahresbericht ca. 2-3 Monate nach Geschäftsjahresschluss.

·       Dividendenausschüttung ist am Banktag nach der Hauptversammlung.

·       Dividendenberechtigt ist der Aktionär, der am Tag der Hauptversammlung die Aktie hält

 

steuerliche Behandlung von Dividenden

·       Juristische Personen zahlen Körperschaftssteuer auf einbehaltene Gewinne (3/7 oder 45[m3] % ?)

·       Für ausgeschüttete Gewinne müssen sie für den Aktionär Körperschaftssteuer an das Finanzamt abführen (30%).

·       Der Aktionär muss auf die ausgeschütteten Gewinne noch 25% Kapitalertragssteuer zahlen.

-         Er kann jedoch bis zu gewissen Grenzen (KEST-Freibeträge) einen Freistellungsauftrag bei der AG einreichen, so dass Ihm die Bruttodividende ausgezahlt wird.

-         Reicht er keinen Freistellungsauftrag ein, so werden die gezahlte Körperschaftssteuer und die KEST auf seine persönliche Einkommensteuer aufgerechnet.

 

Þ   beim Lohnsteuerjahresausgleich werden alle Einkunftsarten zusammen gerechnet. Dann wird der persönliche Steuersatz ermittelt. Zuviel bezahlte Steuer wird erstattet

Körperschaftssteuer+ KEST

50%

persönlicher Steuersatz lt. Jahreseinkommen

30%

Steuerrückerstattung

20%

 

 

Rendite

 

Rendite=

Ertrag x 100

 

eingesetztes Kapital

 

laufende Verzinsung (Barrendite)

·       laufende Erträge einbezogen (Zinsen bei festverzinslichen Wertpapieren bzw. Dividenden und Steuergutschriften bei Aktien)

bei Aktien

laufende Verzinsung=

Dividende x 100

 

Ankaufpreis

 

bei festverzinslichen Wertpapieren

laufende Verzinsung=

Jahresertrag des Nennwertes x 100

 

Ankaufpreis

z.B. Ankauf von 100 Stk. Daimler

 


Effektivverzinsung (Anlagenrendite)

Berücksichtigung von

·       laufenden Erträgen

·       Kursgewinn –oder Verlust

·       Kosten des Erwerbs (Ankaufsspesen) und des Verkaufs (Verkaufsspesen)

·       Spesen und Gebühren der Verwaltung

 

bei Aktien

Bsp:   Kauf von 170 Aktien am 04.04.1994 zu 400 DM

Verkauf aller Aktien am 04.09.1995 zu 445 DM

An-/Verkaufsspesen je 1,06 % vom Kurswert

Depotgebühren: 160 DM

Bruttodividende:    10+11 DM/Stück

Kosten:

(170 x 400 )+ 1,06%

68720,80

Erlöse

(170 x 445)- 1,06%

74848,11

  Erträge

- Bruttodividende

170 x 21

3570

Verkaufserlöse

74848,11

 

-Kapitaleinsatz

-68720,80

 

Kursgewinn

 

6127,31

-Kosten

Depot

-160

Jahresertrag

 

 

Gesamtertrag für 870 Tage:

9537,31

Jahresertrag

 

3946,47

Effektivverzinsung

(3946,47 * 100)/68720,80

5,74 %

 

 

 

bei festverzinslichen Wertpapieren und Disargio

(ohne Kosten)

  laufende Nennwertverzinsung=

Jahresertrag des Nennwertes x 100

 

Ankaufpreis

+ laufende Disargioverzinsung=

Disargio x 100

 

Ankaufspreis x Restlaufzeit

 

= Effektivverzinsung

 

 

 


Jahresabschluss eines VR

 

Posten der Versicherungsbilanz

 

Zusammensetzung des Eigenkapitals

1.   Gezeichnetes Kapital (Grundkapital des AG)

·       Summe der Nennwerte aller ausgegebenen Aktien

·       hat bei der Versicherungs- AG Garantiefunktion (Garantiefond)

·       zum geringen Teil zur Finanzierung der Anfangsinvestition (Organisationsfond), ist beim VU im Vergleich zur Industrie sehr gering

·       häufig nur teilweise eingezahlte Aktien (vinkulierte Namensaktien)→Gegenkonto: "Ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital" auf der Aktivseite

·        lt HGB das Kapital, mit dem die Gesellschaft gegenüber Gläubigern haftet [§272 (1) HGB]

"Gründungsstock" beim VVaG

"Feste Kaution" bei Niederlassungen ausländischer VR

 

2.   Kapitalrücklage

Differenz zwischen Nennwert und Ausgabekurs der Aktie (Überpari- Emission)

lt. HGB und AktG noch weitere Fälle möglich, die in der Kapitalrücklage auszuweisen sind [vgl. §272 (2) HGB, §229ff AktG]

 

3.   Gewinnrücklagen

Rücklagen = zurückgehaltene  Gewinne

-         nur die Beiträge, die im letzten oder in früheren Geschäftsjahren aus dem Ergebnis gebildet worden sind [§272 (3) HGB]

gesetzliche Rücklage

-         jährlich sind 5% des Gewinnes einzustellen, bis die Rücklage 10% des Grundkapitals entspricht

-         Stärkung des Garantiefond

·       "Verlustrücklage" beim VVaG

·       "Sicherheitsrücklage" beim öffentl. rechtl. VR

 

andere Gewinnrücklagen[bU4] 

-         Rücklagen durch Beschluss der Hauptversammlung

-         Bei einer durch Satzung bestimmten Rücklage ist diese als "Satzungsmäßige Rücklage" auszuweisen (max 50 %)

 

4.   "Bilanzgewinn/ Bilanzverlust"

-         wird ausgewiesen, wenn das Jahresergebnis teilweise zur Bildung von Rücklagen verwendet wird, sonst Ausweisung als "Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag"

 


Versicherungstechnische Rückstellungen

-         Oberbegriff für bestimmte im Zusammenhang mit dem Versicherungsgeschäft stehende Vorgänge

·       Rückstellungen lt. HGB

·       Rechnungsabgrenzungen

·       echte Verbindlichkeiten

Besonderheit: Rückstellungen zur fondgebundenen LV und aus Tontienengeschäften

 

1.   Beitragsüberträge

·       in der Versicherungswirtschaft wird die Prämie immer im Voraus bezahlt

·       wird für den Prämienanteil gebildet, der im alten Geschäftsjahr schon für das neue Geschäftsjahr gezahlt wurde

·       ist im Wesen eine passive Rechnungsabgrenzung und keine Rückstellung

-         Wird nicht bei kurzfristigen Verträgen und für Verträge mit echten Monatsprämien (z.B. Kranken) ermittelt

 

Ermittlung der Beitragsüberträge

a)    Pro rata temporis (prt): Ermittlung für jeden Vertrag nach Tagen

b)    Bruchteilmethode: Prämieneinnahmen werden in verschiedenen Zeitabschnitten betrachtet

c)     Pauschalsystem: Beitragsübertrag z.B. pauschal x % der Prämieneinnahmen

 

Darstellung der Beitragsüberträge in der Bilanz

·       die Beitragsüberträge für das in Rückdeckung gegebene Geschäft sind gesondert auszuweisen und vom Bruttobetrag der Beitragsüberträge abzuziehen

Beitragsüberträge

211 Mio

 

davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft

23 Mio

 

 

 

188 Mio

 

5.   Deckungsrückstellung

·       besonders bedeutend in der Lebensversicherung (dem Lebensversicherungs- und nach Art der Lebensversicherung betriebenen Versicherungsgeschäft )

·       für die Verpflichtungen aus den Verträgen zu bilden

·       in Höhe ihres versicherungsmathematisch errechneten Wertes einschl. bereits zugeteilter Überschussanteile(..)zu bilden →prospektive Methode  [vgl. §341f HGB, §25 RechVersV ]

·       wird vom Verantwortlichen Aktuar berechnet [§11a VAG]

Berechnung der Deckungsrückstellung

 

Barwert des Erwartungswertes der künftigen Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen

 

 

-

Barwert der erwarteten künftigen Beiträge

 

 

=

Deckungsrückstellung

 

 

 


6.   Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

·       auch Schadenrückstellung oder Schadenreserve

·       für zukünftige Zahlungsverpflichtungen aus Versicherungsfällen des Geschäftsjahres

·       sind einzeln und nach dem Grundsatz der Vorsicht zu bewerten [§252 (1) HGB]

 

Berechnung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

 

einzeln und pauschal bewertete Vers.fälle (ohne Rentenvers.fälle)

+

Renten-Deckungsrückstellung für Rentenversicherungsfälle

+

pauschal bewertete Spätschäden (eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden)

+

Schadenregulierungsaufwendungen [§341 g(1) HGB]

-

Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen [§26(2) RechVersV]

=

Bruttobetrag der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Schadenfälle

 

Provenues = Erlös aus der Verwertung von Gegenständen, die nach einer Regulierung in den Besitz des VR übergegangen sind

 

in der LV: bisher noch nicht abgewickelte Rückkäufe und Rückgewährbeiträge

in der KV: für noch ausstehende Leistungen, die in Anspruch, aber noch nicht in Rechnung gestellt wurden (keine Rückstellungen für Folgebehandlungen)

 

7.   Schwankungsrückstellung

·       nur von Schaden- Unfall und Rückversicherungsunternehmen gebildet

·       nach HGB zu bilden, wenn ...[§341h HGB]

-         nach den bisherigen Erfahrungen mit erheblichen Schwankungen zu rechnen ist

-         die Schwankungen nicht durch Prämien ausgeglichen werden und

-         die Schwankungen nicht durch Rückversicherung gedeckt sind

·       dient dem Risikoausgleich in der Zeit

[zu weiteren Einzelheiten und Besonderheiten vgl § 341h (2) HGB, §29 RechVersV]

 

8.   Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen

·       enthält durch Gesetz, Satzung oder geschäftsplanmäßige Erklärung zugesicherte Beitragsrückerstattungen

in der LV die nach Zuteilung der Direktgutschrift verbleibenden Überschussanteile, die mit Verzögerung von 2 Jahren gutgeschrieben werden

in der KV zur Vermeidung von Beitragserhöhungen innerhalb von 3 Jahren


Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

 

Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

 

 

Gebuchte Bruttobeiträge

+/-

Veränderung (Umsatzsaldo) der Bruttobeitragsüberträge

=

Verdiente Bruttobeiträge

-

Abgegebene Rückversicherungsbeiträge

+/-

Veränderung (Umsatzsaldo) des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen

=

Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

 

1.   Gebuchte Bruttobeiträge

alle Beiträge für das selbst abgeschlossene und das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft [zur genauen Zuordnung der gebuchten –Fälligkeiten vgl§36 (1) RechVersV]

 

2.   Veränderung der Beitragsüberträge

Berechnung der Beitragsüberträge

 

Beitragsüberträge des Vorjahres

 

48 Mio

-

Beitragsüberträge des Geschäftsjahres

-

40 Mio

=

Veränderung der Beitragsüberträge

=

-8 Mio

 

·       die Formblätter sehen nur eine Darstellung nach dem Umsatzsaldoprinzip vor

·       Darstellung des Saldo als „Veränderung der Beitragsüberträge“

-         Saldo negativ: ® lässt auf Höhere Prämieneinnahmen als im Vorjahr schließen (wenn  mehr Prämien eingenommen worden sind wird der Anteil der bereits bezahlten Prämien für das nächste Geschäftsjahr auch größer)

-         Saldo positiv: ® lässt auf Prämienrückgang schließen

 

Buchung nach dem Umsatzsaldoprinzip

·       Konto Beitragsübertrag (BÜ)

-         passives Bestandskonto

·       Konto: Veränderung der Beitragsüberträge (VdBÜ)

-         Erfolgskonto

-         Abschluss über GuV

Buchung der Veränderung der Beitragsüberträge

 

Soll

Haben

VdBÜ

8 Mio

 

an BÜ

 

8 Mio

 

3.   Abgegebene Rückversicherungsbeiträge

·       den Rückversicherern gutgeschriebene Beiträge und Nebenleistungen der VN

·       an den Versicherungspool abgegebenen Beiträge

 

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

 

Ermittlung der Bruttozahlungen für Versicherungsfälle im Geschäftsjahr

 

Zahlungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres und der Vorjahre

+

Rentenzahlungen, Rückkäufe, Rückgewährbeiträge

+

externe und interne Regulierungsaufwendungen

-

in Geschäftsjahr erhaltene Zahlungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen (RPT)

=

Bruttozahlungen für Versicherungsfälle im Geschäftsjahr

 

1.   Abwicklungsergebnis

·       dient zur Ermittlung der Genauigkeit der Schadenrückstellungen

-         positiv bei zu hohen Schadenrückstellungen des Vorjahres

-         negativ bei zu niedrigen Schadenrückstellungen des Vorjahres

Ermittlung des Abwicklungsergebnisses

 

Schadenrückstellung zu Beginn des Geschäftsjahres

-

Zahlungen für Vorjahresversicherungsfälle

-

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Vorjahres-Versicherungsfälle

=

Abwicklungsergebnis

 

2.   Veränderung der Schadenrückstellungen

Beispiel: Auszug aus einem Geschäftsbericht:

 

Schadenrückstellung zum Ende des Vorjahres

560 Mio

 

Entschädigungszahlungen

für Vorjahresschäden

für Geschäftsjahresschäden

 

330 Mio

660 Mio

 

Schadenrückstellungen zum Ende des Geschäftsjahres

davon Schadenrückst. für V-Fälle des Vorjahres die noch nicht abgewickelt wurden

570 Mio

70 Mio

 

 

Veränderung der Schadenrückstellungen

=

10 Mio

 

Bruttozahlungen für Versicherungsfälle

=

990 Mio

 

Abwicklungsergebniss

=

+160 Mio

 

statistische Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht

·       der Geschäftsbericht weist absolute Zahlen aus

·       für die Vergleichsanalyse und Darstellung von Trends sind relative Zahlen notwendig

 

Unterscheidung von 3 Arten der Analyse mit Kennzahlen

·       Einzelanalyse

-         wurden die Ziele des Geschäftsjahres erreicht?

·       Zeitanalyse

-         Ergebnisse mehrerer Geschäftsjahre werden verglichen

·       Betriebsanalyse

-         Ergebnisse werden mit der anderer VU verglichen


Schadenquote

= Prozentteil an Schadenaufwendungen der auf das Geschäftsjahr fallenden Beiträge

Nettoschadenquote =

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rg. x 100

verdiente Beiträge für eigene Rechnung

·       drückt aus, wie stark der verdiente Beitrag durch Schadenzahlungen belastet wird, die der Erst- VR selbst aufbringen muss.

·       der Rückversicherungsanteil ist abgezogen

 

Bruttoschadenquote =

Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle x 100

verdiente Bruttobeiträge

·       bedeutendste Kennzahl, drückt die Entwicklung des größten Aufwandspostens aus

·       durch Vergleich der Brutto- mit der Nettoschadenquote ist erkennbar, ob die Rückversicherung effektiv eingesetzt wurde

 

 

Verwaltungskostenquote

=Prozentteil der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen der auf das Geschäftsjahr fallenden Beiträge

Nettokostenquote =

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb x 100

verdiente Beiträge für eigene Rechnung

·       Berücksichtigung der Beteiligung des Rück-VR an den Provisions- und Gewinnanteilszahlungen, diese sind abgezogen

 

Bruttokostenquote =

Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb x 100

verdiente Bruttobeiträge

 

 

Selbstbehaltsquote

=Anteil der verdienten Beiträge für eigene Rechnung an den gebuchten Bruttobeiträgen

Selbstbehaltsquote =

verdiente Beiträge für eigene Rechnung

gebuchte Bruttobeiträge

·       zeigt, welcher Anteil der Prämien beim Erstversicherer bleibt

 

laufende Durchschnittsverzinsung

Durchschnittsverzinsung=

laufende Erträge – Aufwendungen für Anlagenverwaltung

mittlerer Kapitalbestand

 

 


Kosten/Leistungsrechnung

 

Überblick über das Rechnungswesen

Finanzbuchhaltung

Kosten- und Leistungsrechnung

Agenturbuchführung

Betriebsbuchhaltung →intern

·       Bilanz

·       Kostenartenrechnung

-         Finanzlage

-         Erfassung der Kosten

-         Vermögenslage

·       Kostenstellenrechnung

·       GuV

-         Verteilung der Kosten auf Betriebsbereiche

-         Darstellung des Unternehmensergebnissen

·       Kostenträgerrechnung

 

Begriffsdifferenzierungen

 

Ausgaben

 

 

 

 

 

Aufwendungen

=Vermögensverzehr

 

 

 

neutrale

betriebsbedingte

=Zweckaufwand

 

 

 

 

 

Grundkosten

kalkulatorische Kosten

 

 

 

Kosten

 

Neutrale Aufwendungen:

·       betriebsfremde (Verlust aus Kapitalgeschäft)

·       periodenfremde (Steuernachzahlung)

·       sonstiger betrieblicher Aufwand

-         keine Kosten, sie entstehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Leistungserstellung

 

Grundkosten:

·       Zweckaufwand, aufwandsgleiche Kosten

Kalkulatorische Kosten:

·       Anderskosten

-         Aufwendungen (z.B. Abschreibungen über Wertverlust), die in der Kosten-Leistungsrechnug anders angesetzt werden müssen

·       Zusatzkosten (Eigenkapitalzins, Miete, Unternehmerlohn)

 

Einnahmen

 

 

 

 

 

Erträge

 

 

 

neutrale

betriebsbedingte

 

 

 

 

 

Leistungen

 

neutrale Erträge

·       betriebsfremde (Gewinne aus Kapitalgeschäft)

·       periodenfremde (Steuererstattung)

·       sonstiger betrieblicher Ertrag3


Kostenartenrechnung

Kostenerfassung

·       Grundkosten

·       Kalkulatorische Kosten

-         Anderskosten

-         Zusatzkosten

 

Kostengliederung

·       nach Zurechenbarkeit auf die Kostenstellen

-         Einzelkosten (Antragsbearbeitung Hausrat...)

-         Gemeinkosten (Revisionskosten, Kosten der Personalschulung)

·       nach Zurechenbarkeit auf die Kostenträger

-         Einzelkosten, direkte Kosten (Schadenkosten eines Versicherungszweiges, Reisekosten für Schadenregulierer)

-         Gemeinkosten(Gehälter für Mitarbeiter der PB- Abteilung, Reinigungskosten)

·       Abhängigkeit von der Beschäftigung

-         rein fixe (Gehälter, Mieten)

-         rein variable (Provisionen, Schadenkosten)

-         semi-variable (Stromkosten, Zeitlöhne)

 

 

Betriebsergebnis = Leistung - Kosten

 

 

 

 

 

 

 

 


Aufwandsseite der GuV einer Agentur

 

betrieblicher Aufwand

 

neutraler Aufwand

-         PA

-         VerwA

-         WuRA

-         AbA BGB

-         AbA Kfz

-         Gehälter

-         KfzA

-         MietA

-         SozA

-         SteuerA

 

-         außerordentlicherA

-         HuGA

-         KaDiffA

-         ZinsA

Güterverzehr, der zu Kosten führt

 

Güterverzehr, der zu neutralem

Aufwand führt

 

 

 

ordentlicher

 

außerordentlicher

 

 

 

 

 

 

periodenbezogener

 

periodenfremder