Betriebliche Grundlagen II

 

Scheld, Alex

 

 

Betriebliche Vollmachten:

 

Unter betrieblicher Vollmacht (Vertretungsmacht) versteht man das Recht, im Namen und für Rechnung des Betriebes/Arbeitgeber verbindliche Willens-erklärung abzugeben.

 

 

Gesetzlich geregelte Vollmachten:

 

-         Vollmacht der Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer, Komplementäre und OHG-Gesellschafter

-         Prokura

-         Handlungsvollmacht ( Allgemeine, Art- und Spezialvollmacht)

 

 

Vollmacht der Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer:

 

-         sind zu allen Rechtshandlungen befugt, die der Geschäftsbetrieb mit sich bringt

-         gesetzlich ist Gesamtvertretung vorgeschrieben, d.h. alle Direktoren müssen falls eine Unterschrift notwendig ist unterschreiben

-         Es ist möglich Einzelvertretungsbefugnis zu vereinbaren

-         Beide (Gesamt-&Einzelvertretung) müssen im Handelsregister eingetragen sein und bekannt gegeben werden

 

 

 

Prokura:

 

Prokura ist eine besonders weitgehende im HGB geregelte Vollmacht.

 

Der Prokurist ist zu allen gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen ermächtigt, die der Betrieb irgendeines Handelsgewerbe mit sich bringt.

 

 

 

Einzelprokuraà Der Prokurist ist ermächtigt den Arbeitgeber alleine zu    vertreten- Zeichnung ppa. Name

 

Gesamtprokura (Kollektivprokura)à Die Vertretungsmacht ist mehreren Prokuristen gemeinschaftlich übertragen. I.d.R. wird es zwei Prokuristen erteilt, die zusammen zeichnen: ppa. Name   ppa. Name

 

Filialprokuraà Die Prokura wird auf eine Zweigniederlassung, die im Handelregister unter einer eigenen Firma eingetragen ist, beschränkt

 

 

Erteilung der Prokura:

 

-         geschieht durch Geschäftinhaber oder von gesetzlichen Vertretern der Kapitalgesellschaft

-         Eintrag ins Handelsregister, Wirkung ist deklaratorisch ( erklärend, d.h. Prokura besteht vor Eintrag ins HR)

-         I.d.R. wird durch Rundschreiben dadurch aufmerksam gemacht ( bei AN & Geschäftsfreunden)

 

Erlöschen der Prokura:

 

-         Jederzeit möglichen Widerruf

-         Auflösung des Handelsgewerbe

-         Nicht bei Tod des Inhabers, da Geschäft von weitgehend Bevollmächtigten weitergeführt werden muss

 

 

 

Allgemeine Handlungsvollmacht:

 

Die allgemeine Handlungsvollmacht erstreckt sich auf alle Geschäfte und Rechtshandlungen die der Betrieb eines bestimmten Handelsgewerbe gewöhnlich mit sich bringt.

 

Erteilung:                                                       

                                                      

-    keine bestimmte Form

-         kann stillschweigend erfolgen

-         kein Eintrag ins HR

-         Zeichnung i.V.

 

 

Erlöschen:

 

-         jederzeit durch Widerruf

-         Ausscheiden des Bevollmächtigten

-         Auflösung des Unternehemens

-         Ist die allg. Hvollmacht Bestandteil des Arbeitsvertrages erlöscht sie nicht bei Tod des Inhabers eines Einzelunternehmen

 

 

 

Einzel- und Artvollmacht:

 

Einzelvollmacht (Sonder- oder Spezialvollmacht)à eine Arbeitskraft wird zu einem einzelnen Rechtsgeschäft bevollmächtigt

Erlischt unmittelbar nach Ausführung des Geschäfts

 

Artvollmachtà bevollmächtigt zur Vornahme einer bestimmten immer wiederkehrenden Art von Rechtsgeschäften. (Bsp. Einkäufer, Verkäufer, Kassierer)

Erlischt wie Allgemeine Handlungsvollmacht

 

Zeichnung:

 

-         in beiden Fällen i.A.

 

 

 

Gesetzlich nicht geregelte Vollmachten:

 

à Große Unternehmen besitzen Generalbevollmächtigte.

-         Rechte sind nicht gesetzlich geregelt

-         Ausgestaltung der Vollmacht hängt vom Einzelfall ab

-         Kann u. U. weiter als die Prokura reichen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesetzlich geregelte Vollmachten

 

Rechte

Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder…

Prokurist

Bevollmächtigter mit allgemeiner Handlungsvollmacht

Eintragung im HR anmelden

 

 

 

Gesellschafter aufnehmen

 

 

 

Firma ändern /löschen lassen

 

Übertragung dieser Rechte gesetzlich nicht erlaubt

Bilanz unterschreiben

 

Unternehmen verkaufen

 

 

 

Prokura erteilen

 

 

 

Eid leisten

 

 

 

Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen

 

 

 

Grundstücke belasten/verkaufen

 

 

 

Prozesse für U. führen

 

 

Übertragung dieser Rechte durch Einzel- / Artvollmacht

Wechselverb. eingehen / Darlehen aufnehmen

 

 

Handlungsvollmacht übertragen & erteilen

Vom Gesetz festgelegte Rechte

 

Grundstücke kaufen

 

 

 

Bürgschaften eingehen

 

 

 

Einstellen/Entlassen

 

 

 

Ein- & Verkaufen

 

 

 

Geld einziehen

 

 

 

 

 

 

 

Führung und Führungsverhalten:

 

Wesentliche Führungsaufgaben sind:

 

Zielsetzungà Oberziel(Gewinnerzielung), Zwischenziel dient der Erreichung des Oberziels (Kosteneinsparung), Unterziele (gutes Betriebsklima)

 

Planungà gedankliche Vorwegnahme der Zielverwirklichung, um eine störungsfreie Entwicklung der betrieblichen Abläufe zu sichern

 

Organisationà Vorbereitung künftiger Handlungen zur Zielverwirklichung

 

Koordinationà Arbeiten aufeinander abstimmen

 

Kontrolleà Soll-Ist-Vergleich

 

Die Führung ist stets eine Entscheidungsaufgabe.

 

 

Entscheidungsprozess:

 

1.     Zielsetzung

2.     Daten (vorgegebene inner und/oder außerbetriebliche Bedingungen)

3.     Abgrenzung des Alternativfeldes (z.Bsp. Angebote einholen)

4.     Entscheidungsalternativen (Bsp. Übrig gebliebene Angebote, die im Rahmen liegen)

5.     Zielwirksamkeit (Nr. 4 wird auf Hinblick ihrer Zielwirksamkeit geprüft)

6.     Entscheidungsabschluss (Kauf des Ausgewählten)

 

 

Controlling:

 

à Aufgabe ist es die Unternehmensführung bei der Planung, Überwachung und Steuerung der Planrealisation zu unterstützen

 

 

 

Personalführungsgrundsätze:

 

Verhaltensweisen v. Vorgesetzten, die Unzufriedenheit auslösen

Verhaltensweisen v. V. die Zufriedenheit bewirken

Keine Anerkennung für Leistung und Verhalten

Erteilte Anerkennung für Leistung & Verhalten

Destruktive Kritik

Konstruktive Kritik

Dauernder Tadel wenn fehler gemacht werden

Ermutigung falls Fehler gemacht wurden

Misstrauen in Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten der AN

Zutrauen (äußert sich z.B. im Einräumen von Entscheidungsspielräumen

Intoleranz nur die Meinung v. V. zählt

Toleranz (gelten lassen abweichender Meinungen

Unverständnisse für persönliche und berufliche Belange de AN

Verständnis für persönliche und berufliche Belange der AN

 

Die Führungsstille der Wirklichkeit sind Mischformen zwischen autoritären und kooperativen Führungsstil.

Arten der Regelungen:(geplante Regelungen/ungeplante Regelung)

 

Generelle Regelungen:

 

-         ständig wiederholende Aufgaben können mit Hilfe von generellen (allgemein gültigen) Regelungen erfasst werden

-         geben dem Betriebsablauf einen festen Rahmen

-         sorgen für Klarheit & Übersichtlichkeit  à Der Betrieb ist stabil

 

Fallweise Regelung:

 

-         sind erforderlich, wenn die Organisation den Entscheidungsträgern (z.B. Abt.leitern) Entscheidungsspielräume überlässt

-         Disposition Sinn: voraussehbare, aber nicht in jeder Einzelheit regelmäßig wiederkehrende Aufgaben schnell lösen zu können

-         Die in den organisatorischen Rahmen eingebundene Disposition = gebundene Disposition

 

Improvisation:

 

-         sind ungeplante Regelungen

-         ist erforderlich bei unerwarteten Situationen

-         je größer der Spielraum für ungeplante Regelungen (Improvisation) ist, desto größer die Elastizität (Reaktionsfähigkeit)

-         Achtung: Dafür wächst aber auch mit der Improvisation die Gefahr von Fehlentscheidungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Organisationsformen der Leitung:

 

Weisungssysteme sind Organisationsformen nach Instanzen- oder Stufenaufbau, die alle Mitarbeiter erfasst und einordnet.

 

 

 

Liniensystem:

 

Vorteile

Nachteile

Einheitlichkeit der Leitung (jede Abteilung hat nur eine Instanz über sich, die Anordnungen erteilen kann)

Überlastung der obersten Führungsebene (Gesamtleitung)

Eindeutige Anordnungsbefugnisse

Überforderung der Führungsspitze, da u. U. Fachwissen fehlt

Übersichtlicher Unternehmensaufbau

Lange Dienstwege für Anordnungen & Meldungen

Keine Kompetenzstreitigkeiten

Spezialisierung wird erschwert

Erleichterte Kontrolle

Gefahr von Fehlentscheidung

Organigramm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stab-Linien-System:

 

Organigramm

Vorteile

Nachteile

Eindeutige Anforderungsbefugnisse

Hohe Kosten (Einstellung v. Spezialisten ist teuer)

Keine Kompetenzschwierigkeiten

Gefahr der Entwicklung von Expertenmacht

Erleichterte Kontrolle

 

Ausnutzung von Spezialwissen

 

Entlastung der Geschäftsführung