Hausratversicherung

 

 

ðVersicherungsschutz für den privaten Haushalt

 

 

Standarddeckung nach den VHB 92

 

Brand                         Einbruchdiebstahl

Blitzschlag                  Raub

Explosion                   Vandalismus   

Absturz von               Leitungswasser 

Luftfahrzeugen          Rohrbruch, Frost

Raub                         Sturm, Hagel

 

Erweiterung des Versicherungsschutzes durch Klauseln

 

Überspannungsschäden durch Blitz

Fahrraddiebstahl

Aquarien, Wasserbetten

 

Weitere Elementarschäden

 

Überschwemmung                  Erdsenkung               Schneedruck

Erbeben                                  Erdrutsch                    Lawinen

 

Haushaltsglasversicherung nach AGIB 94

 

Zerbrechen von Gebäude- und Mobiliarverglasung der Wohnung odes des Einfamilienhauses

 

Weitere Versicherungsmöglichkeiten, z.B.

 

Besondere Versicherung für Schmuck und Pelze

Besondere Versicherung für Musikinstrumente

Besondere Versicherung für Jagd- und Sportwaffen

Besondere Fahrrad-

versicherung

Reisegepäck-

versicherung

 

Umfang des Versicherungsschutzes nach

den VHB 92

 

ðDer HR.-Versicherer ist ersatzpflichtig, wenn.....  (§3 VHB92)

 

    ...... Eine versicherte Sache (z.B. Möbel)

    ....... Durch eine versicherte Gefahr (z.B. Brand)

    ....... Oder als Folge einer versicherten Gefahr (Löschwasser)

    ....... Am Versicherungsort

 

    zerstört oder beschädigt wird oder abhanden kommt

 

ðEventuell muss geprüft werden, ob Versicherungsschutz über

   die Außenversicherung besteht (§§2 und 12 VHB92)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versicherte Sachen

 

Nach § 1 VHB 92 ist der gesamte Hausrat versichert. Dazu gehören:

 

Sachen, die im Haushalt.....            

 

ðzur Einrichtung                                   z.B. Möbel,Teppiche,Gardinen,Bilder                                                  

ðzum Gebrauch                                    z.B. Geschirr,Bekleidung, Haushaltsgeräte

 

ðzum Verbrauch                                   z.B.  Nahrungs- und Genußmittel

 

ðBargeld und Wertsachen                  z.B.  Schmuck,Edelsteine, Pelze,

   (mit Entschädigungsgrenzen)                    Antiquitäten

 

Zum Begriff des Hausrates zählen z.B. auch:

 

Haustiere

Pflanzen

Prothesen

Musikinstrumente       (zum Hobby des VN)

Tech... Instrumente    ("                            ")

 

JMerke: Dazu zählen auch Gegenstände, die nur in der Wohnung aufbewahrt

               werden und dazu bestimmt sind außerhalb der Wohnung genutzt zu werden

  

Beispiele: Campingausrüstung,Fahrräder,Sportgeräte,Fotoapparate,Videokamera, Jagd- und

                Sportwaffen.

 

Mitversicherte Sachen (§ 1 Abs. 2 VHB92)

 

Die folgenden Sachen werden ausdrücklich mit in den Versicherungsschutz eingeschlossen:

 

ðPrivate Rundfunk- und Fernsehantennen sowie Markisen zur Wohnung des VN

    (auch Parabolantennen!) (vgl. §1 Abs.2A VHB 92)

 

Versicherungsschutz besteht:

 

Üam Gebäude

Üauf dem gesamten Grundstück auf dem die Wohnung liegt

 

JMerke: Es besteht Doppelversicherung mit der

               Wohngebäudeversicherung (vgl. §1 Abs.1 und 2 VGB 88)

 

ðBei Anbringung einer Markise oder Antennen, wobei der VN sie als Mieter

    angebracht hat, besteht nur V.-Schutz über die Hausratversicherung

    (Gebäudeversicherung: Sachen, die der Mieter in das Gebäude eingefügt hat

                                          sind ausgeschlossen)*

 

* = Einige VU sehen auch hier eine Doppelversicherung

 

Nicht versichert sind:

 

ðGemeinschaftsantennen

ðAntennen und Markisen zu gewerblich genutzten Räumen

ðFunkantennen außerhalb der Wohnung

 

 

 

 

 

 

§1 Abs.2B VHB 92

 

Sachen, die der  VN als Mieter in das Gebäude eingefügt hat

 

Versicherungsschutz besteht (VN als Mieter):

 

ðBeschaffung auf eigene Kosten (auch: vom Vormieter übernommen)

ðund die Gefahr dafür trägt (Trägt Kosten für Wiederbeschaffung und Reparatur)

 

Beispiele:

 

Besonders angefertigte Einbauküchen und -Möbel

Teppich- und Parkettböden, Etagenheizung, Badewannen, Waschbecken usw.

 

 

JMerke: Obwohl diese Gegenstände überwiegend Gebäudebestandteile sind.......

 

                ...... Kein V.- Schutz über die Gebäudeversicherung (§1 Abs. 4 VVG 88)

 

                Grund: Vermeidung von möglichen Streitigkeiten zwischen Mieter und

                             Vermieter (§§ 93,94 BGB)

 

Motorgetriebene Krankenfahrstühle, Rasenmäher, Go-Karts und Spielfahrzeuge (§1 Abs.2 c VHB92)

 

ðÜblicherweise k. Möglichkeit zur Versicherung (Fahrzeugteil und -vollversicherung)

ðEinschluß in die HR. schließt Deckungslücke

 

JMerke: V.-Schutz besteht auch z.B. für selbstfahrende Rasenmäher, Kinderauto

                und -Motorrad mit Elektromotor zum Selbstfahren.

 

Kanus, Ruder-, Falt- und Schlauchboote einschl. ihrer Motoren sowe Surfgeräte und Flugdrachen (§1 Abs. 2 d VHB 92)

 

ðVersicherungsschutz nur am Versicherungsort (siehe Abs. 2C)

    (z.B. in der Garage oder Kellerraum) oder im Rahmen der Außenversicherung

 

ðBefinden sich o.g. Gegenstände dauerhaft außerhalb des V.-Ortes wird der

   VR nicht leisten.  

 

Arbeitsgeräte und Einrichtungsgegenstände, die dem

Beruf oder Gewerbe des VNoder eine mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen dienen (§1 Abs. 2e VHB92)

 

ðz.B. Büromaschinen, Fachbücher,Werkzeuge, gewerbliche Maschinen

 

ðV.-Schutz besteht auch für geliehene oder gemietete Arbeitsgeräte

   (Mitversicherung von fremden Eigentum - Abs.3 -)

 

NICHT VERSICHERT SIND: (§10 Abs.3 VHB 92)

 

ðArbeitsgeräte + Einrichtungsgegenstände (n. Zum Beruf des VN)

ðGewerbliche oder landwirtschaftliche Vorräte

ðGewerbliche Muster, Modelle, Ausstellungsstücke

ðGewerbliche oder landwirtschaftliche Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

ðArbeitsgeräte und Einrichtungsgegenstände in Räumen, der der VN

   ausschließlich gewerblich oder beruflich nutzt.

 

 

 

 

Fremdes Eigentum

 

ðFremdes Eigentum ist mitversichert (Sachen lt. Abs.1 und Abs.2)

 

Z.b...: unter Eigentumsvorbehalt gekaufte Waschmaschine oder

        Sachen der Volljährigen Tochter (die in der Wohnung des VN wohnt)

        oder der vom Freund geliehene Videorekorder

 

JMerke: Werden allerdings Sachen von Besuchern in der Wohnung des VN

                durch eine versicherte Gefahr beschädigt oder zerstört, dann gilt:

                 "Außenversicherung vor Fremdversicherung", d.h. es leistet

                 die Außenversicherung des Besuchers (vgl. §12 VHB 92)

 

 

NICHT VERSICHERT IST (§1 Abs.4 VHB 92):

 

ðGebäudebestandteile (außer Sachen nach Abs. 2A und b)

ðKFZ und deren Anhänger (außer KFZ nach Abs. 2C)

ðWasserfahrzeuge (außer Boote nach Abs.2 d)

ð Hausrat von Untermietern (außer: VN überläßt dem Untermieter HR. zum Gebrauch)

ðSchmucksachen und Pelze mit bes. Versicherung

 

Zusammenfassung:

 

                                                       Versicherte Sachen §1 VHB 92

 

                                                       Gesamter Hausrat

                                                        (Sachen zur Einrichtung, zum Gebrauch

                                                        oder Verbrauch; Bargeld und Wertsachen

                                                        mit Entschädigungsgrenzen)  Abs.1

 

                                                       Versichert sind auch (§1 Abs.2 VHB 92)

 

Private Rundfunk- und Fernsehantennen und Markisen

zur Wohnung Abs. 2a

In das Gebäude eingefügte Sachen,

die der  VN als Mieter auf seine Kosten beschafft oder übernommen hat und für die er die Gefahr trägt

Abs.2 b

Motorgetriebene Krankenfahrstühle, Rasenmäher, Go-Karts und Spielfahrzeuge Abs.2 c

 

Diese Sachen sind auch als fremdes Eigentum versichert (§ 1 Abs. 3 VHB92)

 

 

NICHT VERSICHERT IST (§1 Abs. 4 VHB 92)

 

ðGebäudebestandteile (außer Sachen nach Abs.2A und b)

ðKraftfahrzeuge und deren Anhänger (außer KFZ nach Abs. 2C)

ðWasserfahrzeuge (außer Boote nach Abs. 2D)

ðHausrat von Untermietern

ðSchmuck und Pelze, wenn sie gesondert versichert sind

 

Versicherte Kosten (§2 VHB 92)

ðvgl. § 18 Abs. 7 VHB 92 (Entschädigungshöhe)

 

ðAufräumungskosten für versicherte Sachen (§ 2 Abs. 1A VHB92)

 

Dazu gehören z.B.:

 

ÜEigenener Zeitaufwand (Vergütung ca. 15 DM/pro Stunde)

ÜAbtransport zerstörter Hausrat zur Mülldeponie

ÜEvent. Entsorgung als Sondermüll

 

JMerke: Aufräumungskosten von Gebäudeteilen über

                Wohngebäudeversicherung

 

ðBewegungs- und Schutzkosten (§2 Abs.1 b VHB92)

 

Werden erstattet, wenn....

 

Üdurch einen Versicherungsfall.....

Üandere Sachen bewegt oder geschützt werden müssen

   um die versicherte Sache wiederherstellen zu können

 

ðTransport- und Lagerkosten (§2 Abs. 1C VHB 92)

 

VR übernimmt Kosten....

 

Üdurch einen Versicherungsfall...

ÜWohnung unbenutzbar wurde....

ÜDie Lagerung des HR. im benutzbarem Teil nicht zuzumuten ist

 

J Merke: Der VR erstattet diese Kosten längstens für 100 Tage.

 

ðSchadenabwendungs- oder Schadenminderungskosten (§2 Abs. 1D VHB 92)

 

Beispiel: Der VN wirft eine Decke über das brennende Fernsehgerät

              = Die zerstörte Decke wird erstattet.

 

ðSchloßänderungskosten (§2 Abs. 1E VHB92)

 

Der VR leistet, wenn

 

Üdurch einen Versicherungsfall

ÜSchlüssel für Türen der Wohnung abhanden kommen

 

ŸKein Versicherungsschutz besteht bei:

 

ÜSchloßänderungskosten im Mehrfamilienhaus an der Eingangtür

(V.-Schutz nur für die Wohnungstür, nicht für die Eingangstür)

 

ÜSchlüsselverlust ohne Versicherungsfall

   Es sind auch keine Schadenabwendungskosten, da noch kein

   Versicherungsfall eingetretenist oder unmittelbar bevorsteht.

 

ðReparaturkosten für Gebäudebeschädigungen (§2 Abs.1 VHB92)

 

ÜSchäden im Bereich der Wohnung durch Raub, Einbruchdiebstahl (auch Versuch)

ÜVandalismusschäden nach einem Einbruch (innerhalb der Wohnung)

 

KEIN VERSICHERUNGSSCHUTZ:

 

ÜSchäden an der Eingangstür bei Mehrfamilienhäusern

ÜSprayschäden an Außenwänden (kein ED-Schaden i. Der Wohnung)

ÜZerstörung einer Terrasentür ohne Eindringen ins Wohnhaus

   (auch k. ED-Schaden)

 

 

ðReparaturkosten für gemietete Wohnungen (§2 Abs. 1G VHB92)

 

VR übernimmt Reparaturkosten für.......

 

....... Gemietete Wohnungen

 

........ Nach einem Leitungswasserschaden

 

........ Für Bodenbeläge, Innenanstriche oder Tapeten

 

Bodenbeläge ÜTeppichböden, Kunstoffbeläge (z.B. PVC), Parkett

                          und Fliesen. Tapeten zählen grundsätzlich zu

                          Gebäudebestandteil, auch wenn Mieter sie

                           beim Einzug erneuert (Vgl. §93 BGB)

 

Leitungswasser ÜDoppelversicherung mit der Wohngebäudeversicherung

                             (es sind ja auch Gebäudebestandteile betroffen)

 

                          ÜVerbandsempfehlung sieht hierbei folgende Regelung vor:

 

                              Øbis 500,-DM Schaden übernimmt der VR, der in

                                 Anspruch genommen worde ist

 

                              Øüber 500,- DM Schaden trägt jeder VR die Hälfte

 

In folgenden Fällen besteht kein Versicherungsschutz über die HR.-Versicherung:

 

ÜLöschwasser beschädigt nach einem Brand das Parkett in der Mietwohnung

 

   Ø Hier leistet nur die Gebäudeversicherung, da ein Folgeschaden von Feuer -

       nicht Leitungswasser - vorliegt.

 

   ØBestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser beschädigt Putz und

      Estrich in der Mietwohnung. Auch hier bezahlt der Gebäudeversicherer

      den Schaden, da Putz und Estrich nicht zu den versicherten

      Bestandteilen nach Abs.1 g gehören.

 

ðHotelkosten (§2 Abs. 1H VHB92)

 

ÜNach einem Versicherungsfall.....

Ü... Wohnung unbewohnbar wurde....

Ü.... Beschränkung auf einen bewohnbaren Teil nicht zumutbar wäre

 

JMerke:

 

Der VR erstattet diese längstens für 100 Tage (auf 1 Promille der VS beschränkt)

 

ØDiese Kosten verstehen sich als reine Hotelkosten ohne Nebenkosten

   (wie z.B. Frühstück und Telefonkosten)

 

Beispiel: Nach einen Explosion ist die Wohnung des VN unbewohnbar.

              Er mietet für sich und seine Familie zwei Zimmer in einer Pension.

 

              Kosten: 130,00 DM (Übernachtungskosten)

                             36,00 DM (Frühstück)

 

              Versicherungssumme: 100.000 DM

 

Lösung: Der VR ersattet bis zu 1 Promille (= 100 DM) + 10 % Vorsorge (= 10 DM).

              D.h. also 110,-  DM (vgl. § 16 Abs. 1 b VHB 92)

 

NICHT VERSICHERTE KOSTEN:

 

ÜLeistungen der Feuerwehr oder anderer im öffentl. Interesse zur

    Hilfeleistung Verpflichteter und

 

Üdie im öffentlichen Interesse erbracht werden

 

JMerke: Die Hausratversicherung enthält einen Beitrag für die Feuerversicherung

               von 8 % (Feuerschutzsteuer)*.

 

             ØEinsatz der Feuerwehr und ähnlicher Organisationen sind deshalb kostenlos

                (Leistung liegt im öffentlichen Interesse - Brand könnte auf anderes Haus

                  übergreifen)

 

             ØBei Tätigkeiten der Feuerwehr, die nicht im öffentl. Interesse sind

                (z.B. Auspumpen des Kellers nach einem Leitungswasserschadens)

                kann sie allerdings Gebühren verlangen.

 

                * Nach § 3 Feuerschutzgesetz werden von 20 % des Hausratbeitrags ( = Anteil der Feuerversicherung)

                                     8 % Feuerschutzsteuer erhoben (d.h. 1,6 % vom Gesamtbeitrag).

 

 

Zusammenfassung:

 

                                                       Versicherte Kosten §2 VHB 92

 

Aufräumungskosten

 Abs. 1 a

Bewegungs- und Schutzkosten Abs. 1b

Transport- und Lagerkosten

(längstens für 100 Tage) Abs.1c

Schadenabwendungskosten und Schadenminderungskosten

Abs. 1d

Schloßänderungskosten,

wenn Schlüssel für Türen der Wohnung durch einen Versicherungsfall abhanden gekommen  (Abs. 1e)

Reparturkosten für Gebäudebeschädigungen:

 

- Bei ED und Raub im Bereich der Wohnung

 

- Bei Vandalismus nach ED

nur innerhalb der Wohnung

 

Abs.1 f

Reparaturkosten in der Mietwohnung bei LW-Schäden an Bodenbelägen, Anstrichen oder Tapeten

 

Abs. 1 g

Hotelkosten

(begrenzt auf 1 Promille der V.-Summe pro Tag und längstens für 100 Tage)

 

Abs. 1 h

 

Nicht versichert: Leistungen der Feuerwehr im öffentlichen Interesse (vgl. §2 Abs.2 VHB92)

 

 

Versicherte Gefahren und Schäden (§3 VHB 92)

 

ØBrand, Blitzschlag, Explosion, Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges

ØEinbruchdiebstahl, Raub oder Versuch einer solchen Tat

ØVandalismus nach einem Einbruch

ØLeitungswasserschäden, Rohrbruch, Frost

ØSturm,Hagel

 

Nicht versichert (§9 Abs. 1 VHB92):

 

ØGrob fahrlässige oder vorsätzliche Herbeiführung des Schadens

   durch den VN oder seinen Repräsentanten  (Abs. 1A )

                   

ØKriegereignisse, innere Unruhen oder Erdbeben (Abs1.b)

ØKernenergie (Abs.1c)

 

Die versicherten Sachen können durch die Einwirkung der versicherten Gefahr

 

Øzerstört werden ( techn. oder wirtschaftl .Totalschaden)

Øbeschädigt werden (Reparatur möglich und wirtschaftlich sinnvoll)

Øabhanden kommen (z.B. durch Einbruch oder nach einem Brand)

 

óVersichert sind auch Folgeschäden (nach Eintritt einer vers. Gefahr

    weitere Schäden am vers. Hausrat entstehen)

 

Beispiel: Schäden am Hausrat durch eindringendes Regenwasser,

              nachdem der Sturm die Fenster eingedrückt hat.

 

 

Nicht versicherte Schäden (§ 9 Abs. 1 VHB 92)

 

ðSchäden durch grob fahrlässiges bzw. vorsätzlichen

   Verhaltens des VN/Repräsentant

 

ðDie Rechtsprechung legt den Begriff (Repräsentant) sehr eng aus.

   Im allgemeinen gilt selbst der Ehegatte nicht als Repräsentant*

  * = vgl. Versicherungslehre 1

 

Zu den Repräsentanten rechnen ebenfalls nicht (auch bei

häuslicher Gemeinschaft mit dem VN)

 

ÜLebensgefährte

Üvolljährige Kinder

Üsonstige Familienangehörige

 

Der VR wird deshalb nur in seltenen Fällen einen Schaden wegen grob fahrlässigem

oder vorsätzlichen Verhalten des Repräsentanten in HR ablehnen können.

 

Beispiele für grobe Fahrlässigkeit:

 

ÜRauchen im Bett

ÜGrillen mit offenem Feuer in der Wohnung

ÜNicht zugedrehter Zulauf der Waschmaschine bei Urlaubsantritt

 

JMerke: Das BGH hat festgestellt, dass auch bei einem "Augenblicksversagen" ohne

               weitere entlastende Umstände grobe Fahrlässigkeit vorliegen kann.

 

 

Schäden durch Krieg, innere Unruhe oder Erdbeben (Abs.1 b)

 

Innere Unruhen sind gegeben, wenn

 

Üzahlenmäßig nicht unerhebliche Teile des Volkes

Üdie öffentl. Ruhe und Ordnung stören und

ÜGewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen verüben

 

JMerke: Nicht nur Anzahl der beteiligten Persone ist entscheidend

               (auch Organisation, Bewaffnung, Dauer d. Übergriffe,

                die Beherrschaftbarkeit durch die Polizei sowie die Höhe

                der gefährdeten Sachwerte).

 

Schäden durch Kernenergie (Abs.1c)

 

ðErsatz nach dem Atomgesetz

(Betreiber müssen Haftpflichtversicherungen abschliessen)

 

Brand

 

§4 Abs.1 VHB92

 

Brand ist ein Feuer, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und sich aus eigener Kraft ausbreiten kann

              

Ein Schadensfeuer liegt vor, wenn folgenden Bedingungen erfüllt sind:

 

Ein Brand muß ein Feuer sein

Das Feuer muß ohne best. Herd

entstanden sein oder den Herd verlassen haben

Das Feuer muß sich aus eigener Kraft

- also selbständig - ausbreiten können.

Ein Feuer ist immer mit einer Licht-

erscheinung verbunden, z.B. Flamme,Glut oder Funken (Eine reine Hitzeentwicklung z.B. durch elektrischen Strom, ist kein Feuer

Ein Brand entsteht ohne best. Herd,

wenn das Feuer z.B. durch Kurzschluß oder Selbstentzündung verursacht wurde.

 

Bestimmungsmäßiger Herd dient dazu Feuer zu erzeugen (z.B. Feuer im Ofen/Kamin,Kerze) und muß auf eine versicherte Sache übergehen

 

Die herabfallende Glut einer Zigarre fällt auf ein Sofa und der Bezug beginnt zu brennen.

 

(Verursacht die Glut nur einen Sengfleck, dann hat das Feuer zwar seinen Herd verlassen - es konnte sich aber nicht aus eigener Kraft ausbreiten

 

Zur Einwirkung eines Brandes gehört neben der Flamme auch Hitze, Ruß und der

Rauch eines Feuers.

 

Beispiele für Brand ohne bestimmungsgemäßen Herd:

 

ðMotor einer Waschmaschine läuft heiss und beginnt zu brennen

ðKurzschluß einer Heizdecke verursacht ein Feuer.

 

Beispiele für Brand mit bestimmungsgemäßen Herd

 

ðDurch Stichflamme des Grills brennt die Jacke des VN

ðAus offenem Kamin spritzen glühende Holzstücke

    und beschädigen Papier.

 

Der Brandbegriff ist nicht erfüllt!!!

 

ðEin Kabel verschmorrt durch Kurzschluß (keine Lichterscheinung)

ðVN wirft versentlich mit Altpapier ein wertvolles Bild in den Ofen

    (Feuer hat Herd nicht verlassen)

 

JMerke: Kein V.-Schutz besteht für Sengschäden (§9 Abs. 2a VHB92), die

               nicht durch Brand enstanden sind.

 

Beispiel: Die Hitze der Ofenrohre versengt die Gardine

 

               ðSeng- sowie Ruß- und Rauchschäden als Folge eines Brandes

                  sind aber versichert.

 

Beispiel: Durch den Brand des Fernsehers wird die Gardine versengt.

 

 

Blitzschlag (§4 Abs.2 VHB92)

 

Blitzschlag ist der unmittelbare Übergang des Blitzes auf Sachen

 

 

ðDer Blitz muß nicht unmittelbar auf HR-Gegenstände einschlagen

    (z.B. auch V.-Schutz wenn Blitz in Baum einschlägt und Dachstuhl

     beschädigt und dabei HR-Gegenstände zerstört werden)

 

V.-Schutz besteht für:

 

ðZündenen Blitzschlag

 

   Blitz löst einen Brand aus

 

ðKalten Blitzschlag

 

   Durch Blitz reißt Gebäudewand und

   verursacht Schaden am HR

 

ðSengschäden durch Blitzschlag

 

   Einschlagender Bltz versengt den

   Wohnzimmerschrank

 

ðLuftdruckschäden durch Blitzschlag

 

   Durch Luftdruck eines Blitzes zerplatzt die

   Fensterscheibe und Gardine w. beschädigt.

 

Beispiele:

 

ðBlitzschlag zerstört Antenne des VN

ðEin Schornstein zerreißt durch Blitzschlag und herabfallende

   Trümmer beschädigen die Markise des VN.

 

NICHT VERSICHERT:

 

§9 Abs.2b VHB92: Kurzschluß- und Überspannungschäden

                              an elektrischen Einrichtungen

                               (außer als Folge von Brand oder Explosion)

 

ðHierzu gehören alle Geräte (z.B. Videorecorder, Waschmaschine),

    die mit dem Leitungsnetz verbunden sind

 

ðWird wg. z.B. atmosphärisch bedingter Überspannung eine

   elektrische Einrichtung beschädigt = kein Versicherungsschutz!!!!

 

Der Wortlaut des Ausschlußes ist strittig:

 

Schlägt der Blitz in das Gebäude ein und wird dadurch eine Überspannung mit nachfolgendem

Kurzschluß an elektrische Geräten ausgelöst, so könnte unter Umständen der Ausschluß angewendet werden.

Der Blitz ging nicht unmittelbar auf die Hausratsache über, sondern erst auf das Gebäude und anschließend

über die elektrische Leitung auf das Gerät. Da der VN diese Begründung kaum verstehen würde und

der Ausschluß wohl auch als überraschende Klausel gegen §3 AGB-Gesetz verstößt, reguliert die

Versicherungswirtschaft derartige Schäden

 

ðViele VU haben den Wortlaut von §9 Abs. 2b VHB92 geändert und gewähren V.-Schutz für

 Kurzschluß- und Überspannungsschäden, "wenn sie die Folge eines Brandes, eines

 Blitzschlages oder einer Explosion sind".

 

Kein Versicherungsschutz besteht für:

 

Beispiel: Durch Blitzeinschlag in der Nähe einer Überlandleitung kommt

                es zur Überspannung und zum Kurzschluß, der den Fernseher

                des VN beschädigt.

 

In folgendem Fällen leistet der VR:

 

(§4 Abs.2 VHB92

 

Beispiel: Ein Blitz schlägt weit entfernt in eine Freileitung ein. Der

             durch die Überspannung ausgelöste Kurzschluß zerstört

             den Motor der Kühltruhe und die tiefgefrorenen Vorräte

             des VN verderben. Für die Vorräte wird der VR wahrscheinlich

             leistungen, da sich der Ausschluß nur auf elektrische Einrichtungen

              (Motor) bezieht.

 

 

Explosion

 

Explosion = Eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen

                   beruhende, plötzlich verlaufende Kraftäußerung

 

 

Bei Explosion unterscheidet man:

 

Verbrennungsexplosion                                     Behälterexplosion

 

Explosive Verbrennung von:            Ein Behälter wird durch den

                                                        Überdruck von Gasen oder

ðGas-Luft-Gemisch                         Dämpfen zerrissen, so dass

   z.B. Propangas                             ein plötzlicher Ausgleich des

                                                        Druckunterschieds innerhalb

ðDampf-Luft-Gemisch                     des Behälters stattfindet.

   z.B. Benzindampf

 

ðStaub-Luft-Gemisch

    z.B. Holzstaub,

           Kohlestaub

 

Beispiel: Aus einer defekten Gasleitung tritt Erdgas aus. Der Funke eines

                Lichtschalters zündet das Gas-Luft Gemisch und es erfolgt

                eine Explosion

 

 

NICHT VERSICHERT:

 

- Schäden durch Unterdruck (Implosion)

- Zerplatzen von Behältern durch Flüssigkeitsdruck

 

Beispiele:

 

ðDie Bildröhre des Fernsehers implodiert (versichert als Folgeschaden z.B. von Feuer)

ðWasserflasche zerplatzt in der Tiefkühltruhe (k. Explosion durch Gase sondern Gefrieren)

ðDer Schlauch einer Waschmaschine platzt (V.-Schutz über Leitungswasser §7 VHB92)

 

 

Absturz eines Luftfahrzeuges

 

§3 Abs.1 VHB92

 

Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung

 

 

JMerke: Laut §1 Abs.2 LuftVG (Luftverkehrsgesetz) sind Luftfahrzeuge:

 

               ðFlugzeuge, Drehflügler, Luftschiffe, Segelflugzeuge, Motorsegler,

                  Frei- und Fesselballone, Drachen, Fallschirme, Flugmodelle

                  aber auch - Raumfahrzeuge, Raketen und ähnliche Flugkörper

 

 

Zusammenfassung:

 

 

Brand, Blitzschlag,Explosion

§4 VHB92

 

Brand:

 

Feuer, das ohne bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und sich aus eigener Kraft ausbreitet

 

Abs.1

Blitzschlag:

 

unmittelbarer Übergang des Blitzes

auf Sachen (Abs.2)

Explosion:

 

eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruhende,

plötzlich verlaufende Kraftäußerung

 

Abs.3

Nicht versichert:

(§9 Abs.2)

 

Sengschäden, die nicht durch

Brand entstanden sind

 

 

Nicht versichert:

(§9 Abs.2)

 

Kurzschluß- und Überspannungs-

schäden an elektrischen Einrichtungen- außer als Folge von

Brand oder Explosion oder Blitzschlag

Nicht versichert (aus Def.)

 

- Schäden durch Unterdruck (Implosion)

- Zerplatzen von Behältern durch

  Flüssigkeitsdruck

 

 

 

 

Überspannungschäden durch Blitz

 

Abweichend zum §9 Abs. 2 b VHB92 ersetzt der VR auch Schäden durch

Überspannungsschäden (Klausel 7111)

 

ðEntschädigung ist auf 5 % der V.-Summe begrenzt.

   (höhere Entschädigung kann vereinbart werden)

 

Der VN kann diese Klausel gegen Zuschlag einschließen. Der Zuschlag

beträgt 0,25 Promille - 0,35 Promille der Versicherungssumme.

Bei einigen VU ist die Klausel ohne Zuschlag mitversichert.

 

Schadenbeispiel:

 

Blitz schlägt in eine Überlandleitung ein ein, wodurch beim VN

ein Kurzschluß entsteht und sein PC zerstört wird (6000,-DM)

 

ÜVersicherungssumme: 100.000 DM (max. 5 % bei Überspannung)

 

VR zahlt:

 

     V.Summe (100.000 + 10% Vorsorge) = 110 000   

     5 % der Versicherungsumme                             = 5500,-   DM

 

(vgl. § 16 Abs. 1b VHB92)

 

Einbruchdiebstahl und Raub (vgl. §5 Abs.1 VHB92)

 

Einbruchdiebstahl liegt vor, wenn..........

 

ÜIn einem Raum eines Gebäudes einbrechen, einsteigen oder

   mit falschem Schlüssel oder Werkzeug eindringen (§5 Abs. 1a VHB92)

 

Def.: Raum eines Gebäudes(§12 VHB92)

 

ðjeder abgrenzte und allseitig umschlossene Teil eines Gebäudes

   (nicht: Veranda oder Balkon)

 

Def.: Gebäude(§ 94 Abs.1 BGB)

 

ðEin mit dem Grund und Boden verbundenes Bauwerk, das von

   Menschen betreten werden kann und dazu geeignet ist,

   Menschen und Sachen zu schützen.

 

Def.: Einsteigen

 

ðWenn der Dieb in ein Gebäude durch ein nicht dafür vorgesehene

    Öffnung eindringt un daher ein Hindernis überwindet.

    (z.B. an der Fassade hochklettert)

 

Def.: Falscher Schlüssel

 

ðEin Schlüssel ist falsch, wenn die Anfertigung für das Schloß nicht

   von einer dazu berechtigten Person veranlaßt oder gebilligt worden ist.

 

Andere Werkzeuge sind z.B. Dietrich,Sperrhaken, Tastbesteck, oder Elektro Pick

 

Beispiel: Dieb macht Abdruck von Schlüsseln des VN

              (ohne das VN dieses merkt) und öffnet damit

              die Wohnungstür. - VN ist dabei beweispflichtig!-

 

Nicht versichert:

 

Beispiel: Ein Mieter gibt bei Auszug seine Schlüssel beim Vermieter ab, hat

              sich aber einen dritten Schlüssel nachgemacht. Mit diesem

              Schlüssel dringt der ehemalige Mieter beim Nachmieter in

              dessen Wohnung ein. Es besteht kein V.-Schutz da der

              Mieter zur Zeit der Anfertigung dazu berechtigt war.

 

ðAufbrechen eines Behältnisses in einem Raum eines Gebäudes oder

   mit falschen Schlüsseln oder mit Werkzeugen öffnen (§5 Abs.1 b VHB92)

 

Beispiele:

 

In ein Schließfach in einem Raum des Bahnhofsgebäude wird

einbrochen. Es besteht V.-Schutz da es sich um ein verschlossenes

Behältnis in einem Raum handelt (Außenversicherung). Hierbei

muss das Bahnhofsgebäude nicht verschlossen sein.

(K. V.-Schutz für das aufgebrochene Schloss, vgl. §2 Abs.1f VHB92)

 

Dieb bricht den Schreibtisch des VN am Arbeitsplatz und entwendet

eine Geldbörse. Es besteht V.-Schutz (Außenversicherung)

 

ðEinschleichen und aus der verschlossenen Wohnung Sachen

   entwenden (§5 Abs. 1c VHB92)

 

Ein Dieb schleicht sich ein, wenn er heimlich - unbemerkt vom VN - oder

einem Dritten - die Wohnung betritt. Zum Zeitpunkt der Wegnahme muss die

Wohnung verschlossen sein.

 

ðGewalt anwenden oder androhen, um gestohlene Sachen zu behalten

   (§ 5 Abs. 1d VHB92)

 

Damit sind Fälle des räuberischen Diebstahls gemeint. Der (einfache) Diebstahl

hat bereits stattgefunden und der Dieb wendet Mittel des Raubes an, um

die gestohlenen Sachen zu behalten.

 

ðIn einem Raum eines Gebäudes ein Behältnis mit

   richtigem Schlüssel öffnen, den der Dieb durch Raub

  oder ED an sich gebracht hat. (Schlüsselklausel für

  Behältnisse) - §5 Abs. 1e VHB92

 

Wird ein Behältnis mit richtigem Schlüssel  geöffnet, so besteht

nur Versicherungsschutz, wenn der Täter diese Schlüssel durch

Raub oder ED an sich gebracht hat.

Als Vortat wird ein "erschwerter" Diebstahl für das Öffnen z.B.

eines Geldschrankes oder Schließfaches verlangt.

 

Beispiel: Der VN wird von einem Räuber niedergeschlagen.Der Täter

              raubt dem Bewußtlosen die Geldbörse sowe die Wohnungs-

              schlüssel. An dem Schlüsselbund befindet sich auch der Tresor-

              schlüssel. Der Dieb dringt in die Wohnung ein und stiehlt

              Schmuck und Geld aus dem Geldschrank.Der VR leistet da der

              Geldschrankschlüssel durch Raub abhanden kam.

 

ðIn einen Raum eines Gebäudes mit richtigem Schlüssel eindringen,

    den der Dieb durch Raub oder - ohne fahrlässiges Verhalten des

    Besitzers - durch Diebstahl an sich gebracht hat (Schlüsselklausel

    für Räume eines Gebäudes) §5 Abs.1 f VHB 92

 

Bei dieser Schlüsselklausel reicht als Vortat der einfache

Schlüsseldiebstahl aus, da der Täter in einen Raum eines Gebäudes eindringt.

Der VN darf aber den Diebstahl nicht durch fahrlässiges Verhalten begünstigt

haben.

 

Beispiel:

 

Dieb stiehlt dem VN auf dem Weg zur Arbeit aus der Hosentasche

die Geldbörse und Wohnungsschlüssel.

 

ÜK. Versicherungsschutz für die Geldbörse, da ED-Begriff nicht

   erfüllt ist.

 

ÜVersicherungsschutz für Hausratsachen, da durch einfachen Diebstahl

   und ohne fahrlässigen Zutun des VN.

 

ÜWenn sich Tresorschlüssel am Schlüsselbund befindet, besteht kein V.-Schutz

    , da laut §5 Abs.1 VHB92 (Behältnis in einem Raum) kein ED bzw. Raub vorliegt.

 

Fahrlässigkeit besteht z.B. bei:

 

ÜWohnungsschlüssel werden in einem unbewachten KFZ (in dem sich Hinweise

    auf die Wohnung befinden) zurückgelassen.

 

ÜEin Schlüssel wird in einem unverschlossenen  Zählerkasten im Merhfamilienhaus

   aufbewahrt.

 

ÜEin Wohnungsschlüssel befindet sich in einer Sporttasche neben dem Sportplatz,

   wo es der VN abgestellt hat.

 

ÜDie Frau des VN legt die Wohnungsschlüssel beim Einkaufen in den Einkaufswagen.

 

 

 

Einbruchdiebstahl

§ 5 Abs.1 VHB 92

 

In einen Raum eines Gebäudes einbricht, einsteigt oder mittels falscher Schlüssel oder mit Werkzeugen eindringt.     Abs.1 a

In einen Raum eines Gebäudes ein Behältnis aufbricht oder mit falschen Schlüssel oder mit Werkzeugen öffnet

Abs. 1 b

aus der verschlossenen Wohnung Sachen entwendet, nachdem er sich dort eingeschliechen oder verborgen hat.   Abs. 1 c

In einem Raum eines Gebäudes angetroffen wird und Mittel des Raubes anwendet, um die gestohlenen Sachen zu behalten

 

 

Abs.1 d

In einem Raum eines Gebäudes ein Behältnis mittels richtiger Schlüssel öffnet, die er durch ED oder Raub an sich gebracht hat.

 

 

Abs.1 e

In einem Raum eines Gebäudes mittels richtiger Schlüssel eindringt, der er durch Raub oder Diebstahl

(ohne fahrlässiges Verhalten des Besitzers) an sich gebracht hat

 

Abs. 1 f

 

 

 

Raub

 

ðAnwendung von Gewalt gegen den VN, um den Widerstand gegen

   die Wegnahme versicherter Sachen auszuschalten (§5 Abs. 2a VHB92)

 

JMerke: Gewaltanwendung ist der Einsatz körperlicher oder mechanischer Energie

               gegen den VN oder mitversicherter Personen (§5 Abs. 2a VHB92)

 

               ðGewalt muss sich gegen den VN oder mitversicherte Personen richten

               ðVN bzw. mitversicherte Person muss sich zur Wehr setzen

                  (z.B. Entreißen einer Handtasche wäre nicht versichert!)

 

 

ðAndrohung von Gewalt mit Gefahr für Leib und Leben (§5 Abs. 1b VHB92)

 

Beispiele:

 

Ein Räuber dringt in die Wohnung des VN ein, greift sich den Sohn des VN und

droht das Kind zu verletzen, wenn der VN den Schmuck nicht herausgibt.

Der VN erhält Leistung, da das Kind eine mitversicherte Person ist (§5 Abs. 2

letzter Absatz VHB92). Der Ausschluß §9 Abs. 3 b VHB gilt nicht, da

der Raub am Versicherungsort erfolgte.

 

ðWegnahme versicherter Sachen, weil die Widerstandskraft des VN durch

Unfall oder durch eine nicht verschuldete sonstige Ursache ausgeschaltet ist

(§5 Abs.2 c VHB92)

 

Der Täter benutzt z.B. die Bewußtlosigkeit des VN aus um ihn zu berauben.

 

 

Nicht versicherte Schäden

 

ðED- oder Raubschäden von Hausangestellten oder von Personen,

   die beim VN wohnen (einige VU haben diesen Ausschluß gestrichen)

   (§9 Abs. 3 VHB92)

 

   JMerke: Dieser Ausschluß ist nach einem BGH-Urteil strittig

 

      Folgender Sachverhalt lag zugrunde:

 

      Der  18 Jahre alte, rauschgiftsüchtige Sohn hatte zwei Einbrecher den Einbruch

      in das Haus seiner Mutter ermöglicht, indem er ihnen Hinweise über den besten

      Zeitpunkt des Einbruchs und über die Örtlichkeiten lieferte. Die Täter wurden

      nach dem Einbruch gefaßt; ein Teil der Wertsachen war aber bereits versetzt.

      Der VR lehnte eine Entschädigung mit dem Hinweis auf §9 Abs. 3a VHB 92

      ab. Der BGH sah die Rechtslage anders. Nach §61 VVG ist zwar der Versicherte

      leistungsfrei, wenn der VN (oder sein Repräsentant) den V.-Fall vorsätzlich oder

      grob fahrlässig herbeiführt. Die Repräsentanteneigenschaft treffe auf

      Familienangehörige nicht zu, die lediglich im Haushalt des VN wohnen.

      Der VR musste leisten.

 

ðSchäden durch Raub, wenn die Sachen erst auf Verlangen des Täters herbei-

    geschafft werden.

 

   Durch diesen Ausschluß wird die Versicherung von Lösegeldforderungen

    oder Erpressung verhindert.

 

Beispiel: Täter haben den Sohn des VN entführt. Sie verlangen vom VN

              , dass er Bargeld und Wertsachen zu einem best. Ort bringt.

              Dafür besteht k. Versicherungsschutz.

 

Zusammenfassung:

 

Raub (§5 Abs. 2 VHB92)

 

Gegen den VN wird Gewalt angewendet, um dessen Widerstand gegen Wegnahme versicherter Sachen auszuschalten. Abs. 2 a

Der VN versicherte Sachen herausgibt, weil

eine Gewalttat angedroht wird. Abs.2 b

dem VN versicherte Sachen weggenommen werden, weil

seine Widerstandskraft durch Unfall oder eine sonstige unverschuldete

Ursache ausgeschaltet ist. Abs.2 c

 

Dem VN stehen Personen gleich, die mit seiner Zustimmung in der Wohnung

anwesend sind.

 

Nicht versicherte Schäden (vgl. §9 Abs.3 VHB92)

 

- ED oder Raubschäden durch vorsätzliche Handlungen von Hausangestellten

  oder Personen, die beim VN wohnen

- durch Raub, wenn die Sachen erst auf Verlangen des Täters herangeschafft 

  werden.  Abs.3

 

Fahrraddiebstahl (Klausel 7110)

 

Es besteht Versicherungsschutz für einfachen Diebstahl, wenn nachweislich

 

ðDas Fahrrad zur Zeit des Diebstahls in verkehrsüblicher Weise durch

    ein Schloß gesichert war und außerdem.

 

ðDer Diebstahl zwischen 6 und 22 Uhr verübt wurde oder sich das

    Fahrrad zur Zeit des Diebstahls im Gebrauch oder in einem

    gemeinschaftlichen Fahrradraum befand.

 

JMerke:  Die Entschädigung ist je Versicherungsfall auf 1 % der V.-Summe begrenzt

                (Höhere Entschädigungsgrenze kann vereinbart werden, Der Einschluß

                dieser Klausel kostet zwischen 0,4 Promille - 0,7 Promille- häufig nach

                Tarifzonen (ED) gestaffelt.

 

Vandalismus nach einem Einbruch (§6 VHB 92)

 

Vandalismus liegt vor, wenn der Täter in Wohnung

 

- einbricht, einsteigt oder mit falschem Schlüssel oder mit Werkzeugen

  eindringt (§5 Abs. 1 a )

 

-  mit richtigem Schlüssel, den er durch Raub oder durch Diebstahl an

    sich gebracht hat, eindringt (§5 Abs. 1f ) und

 

- versicherte Sachen vorsätzlich zerstört oder beschädigt.

 

 

Leitungswasser ( §7 Abs.1 VHB 92)

 

- den Zu- oder Ableitungsrohren der Wasserversorgung oder damit

  verbundenen Schläuchen

 

- Mit dem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen oder aus deren wasserführenden

  Teilen

 

- Warmwasser- oder Dampfheizung

 

- Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizanlagen

 

bestimmungswidrig ausgetreten ist.

 

 

JMerke: Bestimmungwidrig läuft Leitungswasser uas, wenn gegen den Willen

               des VN oder eines berechtigten Benutzers austritt.

               (Unerheblich ob Schaden mit Frisch- oder Schmutzwasser).

 

 

Mit dem Rohrsysteme verbundene Einrichtungen sind:

 

Waschmaschine, Geschirrspüler, Durchlauferhitzer, Gasthermen,

Waschbecken, Badewannen, Sprinkleranlagen u.ä.

 

Beispiel:

 

Durch einen Bruch der Hauptwasserleitung auf einem fremden Grundstück

läuft auch LW in den Keller des VN und zerstört HR.

Es besteht V.-Schutz, weil die versicherte Gefahr am Versicherungs-

ort aufgetreten ist. Die Schadenursache (Bruch des Wasserrohrs)

kann auch außerhalb des Versicherungsortes liegen.

 

 

Mitversichert sind (§7 Abs.2 VHB 92)

 

Frostschäden an sanitären Anlagen und leitungswasserführenden Installationen

   sowie  

Frost- und Bruchschäden an deren Zu- und Ableitungsrohren

    soweit der VN als Mieter diese Sachen beschafft hat.

 

 

Dem LW stehen gleich (§7 Abs,3 VHB92):

 

ðWasserdampf

ðwärmetragende Flüssigkeit

 

Beispiel:

 

Aus einem undichten Durchlauferhitzer strömt heißer Wasserdampf

aus; dadurch platzt die Glasscheibe des Küchenschrankes. Es besteht

Versicherungsschutz.

 

Nicht versicherte Schäden (§9 Abs.4 VHB92)

 

ÜPlansch- und Reinigungswasser

ÜGrund- und Hochwasser; witterungsbedingter Rückstau

ÜErdsenkung oder Erdrutsch - Außer LW als Ursache

ÜSchwamm

 

Beispiele:

 

Der VN stößt versehentlich einen Eimer mit Putzwasser um und

beschädigt den Teppich - kein V.- Schutz!

 

Ein Brand verursacht einen Kurzschluß, so dass die elektrische

Entwässerungspumpe im Keller ausfällt. Grundwasser dringt

in den Keller ein. Der HR-Schaden ist gedeckt, da es ein

Folgeschaden von Risiko "Brand" ist.

 

Zusammenfassung:

 

1.Leitungswasser ist Wasser, das aus

 

ÜZu oder Ableitungsrohren oder - schläuchen der Wasserversorgung,

Ümit dem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen oder wasserführenden

   Teilen,

ÜWarmwasser- oder Dampfheizung,

ÜKlima- ,Wärmepumpen- oder Solaranlagen

 

bestimmungwidrig ausgetreten ist (Abs.1)

 

2. Mitversichert:

 

Frostschäden an sanitären Anlagen und leitungswasserführenden

Installationen sowie Frost- und Bruchschäden an deren Zu- und

Ableitungsrohren, soweit der Vn als Mieter diese Sachen beschafft hat.

 

Abs.2

 

3. Dem Leitungswasser stehen gleich:

 

ÜWasserdampf

ÜWärmetragende Flüssigkeiten

 

Nicht versicherte Schäden (§9 Abs. 4 VHB92)

 

ÜPlansch- oder Reinigungswasser

ÜGrundwasser, Hochwasser oder witterungsbed. Rückstau

ÜErdsenkung oder Erdrutsch - auch durch LW verursacht

ÜSchwamm

 

 

Aquarien in der Hausratversicherung

 

Klausel 7116: Abweichend von §7 Abs.1 VHB92 gilt als LW auch Wasser, das aus Aquarien bestimmungswidrig ausgetreten ist

 

Der Beitragszuschlag für den Einschluß liegt bei dieser Klausel zwischen

0,1 Promille bis 0,2 Promille. Einige VU staffeln den Zuschlag auch nach

dem Inhalt des Aquariums, z.B. bis 500 Liter 0,1 Promille, über 500 Liter

0,2 Promille. Manche VU bieten die Klausel auch für Wasserbetten an.

In einigen Tarifen ist die Klausel beitragsfrei eingeschlossen.

 

Sturm und Hagel

 

§8 VHB 92 ðSturm ist eine wetterbedingte Luftbewegung von mind. Windstärke 8

 

Versichert sind Schäden, die entstehen

 

Üdurch die unmittelbare Einwirkung des Sturmes auf versicherte Sachen

Üdadurch, dass der Sturm Gegenstände auf versicherte Sachen wirft

Üals Folge eines Sturmschadens

 

ÄSchäden durch Hagel sind sinngemäß mitversichert

 

Nach Beaufort-Skala liegt bei Windstärke 8 eine Windgeschwindigkeit von

15,3 bis 18,2 m pro/Sekunde vor. Es ist "stürmischer Wind, der beim

Gehen behindert".

 

Wetterbedingt bedeutet, dass der Sturm durch natürliche Luftdruckunterschiede

entstanden sind ist.

 

Keine wetterbedingte Luftbewegung:

 

ŒDem Luftsog eines tieffliegenden Düsenflugzeuges (n. versichert)

Dem Feuersturm bei einem Großbrand (versicherungsschutz über die Feuerversicherung)

ŽDer Druckwelle einer Explosion oder eines einschlagenden Blitzes (V.-Schutz durch Explosion oder Blitzschlag)

 

Der VR leistet für:

 

§8 Abs.3 VHB 92

 

ðEinwirkungsschäden

 

z.B. der Sturm reißt die Antenne zur Wohnung des VN vom Dach

 

ðSchäden durch Gegenstände

 

z.B. der Sturm schleudert einen Dachziegel auf die Markise des VN

 

ðFolgeschäden

 

z.B. der Sturm drückt eine Fensterscheibe ein. Eindringender Regen beschädigt

Hausratsachen.

 

§8 Abs.4 VHB 92

 

ðSchäden durch Hagel

 

z.B. Hagel zerstört den Sonnenschirm auf dem Balkon zur

Wohnung des Vn

 

Nicht versicherte Schäden (§9 Abs. 5 VHB92)

 

µSturmflut

µLawinen oder Schneelast

µEindringen von Niederschlag oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Fenster und Außentüren

 

Beispiel:

 

Ein Orkan verursacht eine Sturmflut. Der Deich an der Nordsee wird

überspült und Gebäude überflutet. Für Hausrat- und Gebäudeschäden

besteht k. V.-Schutz.

 

Zusammenfassung:

 

Sturm und Hagel §8 VHB92

 

ðWetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8

 

Versicherte Schäden durch

- unmittelbare Einwirkung des Sturmes auf versicherte Sachen

- dadurch, dass der Sturm Gegenstände auf versicherte Sachen wirft.

- als Folge eines Sturmschadens.

 

Schäden durch Hagel sind sinngemäß mitversichert.

 

 

 

Nicht versicherte Schäden (§9 Abs. 5 VHB92)

 

- Sturmflut

- Lawinen oder Schneelast

- Eindringen von Niederschlägen oder Schmutz

  durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Fenster

 

 

Versicherung weiterer Elementarschäden

 

Vertragsgrundlage:

 

- Allgemeine Hausratversicherungsbedingungen VHB92

- Besondere Bedingungen für die Versicherung weiterer Elementarschäden

  in der Hausratversicherung (BEH)

 

Versicherte Gefahren und Schäden (§2 BEH)

 

Der VR leistet Entschädigungen für versicherte Sachen, die durch

 

ðÜberschwemmung am V.-Ort

ðErdbeben

ðErdsenkung

ðErdrutsch

ðSchneedruck

ðLawinen

 

zerstört oder beschädigt werden oder infolge eines solchen Ereignisses

abhandenkommen

 

Entschädigt werden auch versicherte Kosten nach §2 VHB92

 

 

Nicht versichert (§3 Abs.2 BEH)

 

- Sturmflut

- Rückstau

 

Weitere Info`s im Überblick

 

ðBeitragszuschlag  z.B. 0,2 Promille zum Einschluß von Elementarschäden

ðMögliche SB (§9 BEH) wid häufig mit 10 % des Schadens (mind. 1000 DM, max. 10.000 DM)

   vereinbart.

 

ðBei einigen VU gilt der Einschluß als eigenständiger Vertrag

ðBei Versicherungsorten, wo die Gefahr sehr hoch ist (z.B. Erdgeschoßwohnung am

    Rhein/Mosel) wird der VU das Risiko ablehnen.

 

ðGegen witterungsbed. Rückstauschäden (nicht versichert)

   kann der VN bzw. Gebäudeeigentümer mit Rückstauventilen

   sein Gebäude schützen.

 

Beispiel (§3 BEH):

 

Ein Bergwerksstollen bricht ein. Durch die dadurch verursachte Absenkung des

Erdbodens werden Wohgebäude und HR zerstört. Es besteht kein

V.-Schutz,  weil nur die naturbed. Absenkung des Erdbodens über

natürlichen Hohlräumen versichert ist.

 

Versicherungsort (§10 Abs.2 VHB92)

 

Versicherungsort ist die Wohnung des VN sowie Räume in Nebengebäuden auf demselben Grundstück

 

Zu Nebengebäuden zählen:

 

Garagen, Schuppen, Garten- und Gewächshäuser auf demselben Grundstück

(Muss sich um Gebäude laut Definition handeln)

 

Zur Wohnung gehören alle Räume, die der VN gemietet hat oder

sich in seinem Eigentum befinden (z.B. Balkone,Loggien, Keller- und

Bodenräume)

 

JMerke: Räume, die der VN mit anderen Mietern oder Eigentümern

               gemeinsam nutzt sind kein Versicherungsort.

               (z.B. Vor- und Fahrradkeller, Hausflur, gem. Bodenraum usw.)

              

               ðFür den V.-Schutz gelten dann die Bestimmungen der

                  Außenversicherung.

 

Versicherungsschutz besteht für (§10 Abs.2 VHB92)

 

µWaschmaschinen und Wäschetrockner des VN in Gemeinschaftsräumen

µprivat genutzte Garagem des VN in der Nähe des Versicherungsortes

µprivate Rundfunk- und Fernsehantennen und Markisen des VN auf dem gesamten Grundstück

 

Beispiel:

 

Die Waschmaschine des VN wird vorsätzlich durch einen Fremden im

Gemeinschaftsraum zerstört. Für Vandalismusschäden besteht V.-Schutz

nur nach einem Einbruch in die Wohnung. Der VR wird die Leistung ablehnen

(§6 VHB92)

 

Nicht zur Wohnung gehören Räume, die ausschließlich beruflich oder gewerblich genutzt werden (§10 Abs.4 VHB92).

 

Zusammenfassung:

 

Versicherungsort (§10 VHB 92)

 

ðVersicherungsort ist die im V.-Vertrag bez. Wohnung des VN einschließlich

    Keller- und Bodenräume zur Wohnung, sowie Räume in Nebengebäuden

    auf demselben Grundstück  Abs.2

 

Erweiterung des V.-Schutzes

 

Privat genutzte Garagen in        Waschmaschinen und                 Rundfunk- und Fernsehantennen

der Nähe des V.-Ortes               Wäschetrockner des VN             sowie Markisen auf dem gesamten

                                                  in Gemeinschaftsräumen            Grundstück

 

Kein Versicherungsort

 

Räume, die ausschließlich beruflich oder

gewerblich genutzt werden Abs.3

 

 

Wohnungswechsel und Prämienänderung

 

Bei Wohnungswechsel besteht V.-Schutz in beiden Wohnungen (§11 VHB92)

Endet spätestens 2 Monate nach Umzugsbeginn in der bisherigen Wohnung.   Abs.1

Der VN hat den Wohnungswechsel spätestens bei Umzugsbeginn unter Angabe der neuen Wohnfläche anzuzeigen.  Abs.2

 

Der Versicherungsschutz geht auf die neue Wohnung über.

Gilt aber nur bei gleicher Nutzung wie die Erstwohnung (§11 Abs.1 VHB92).

 

JMerke: Diese Regelung gilt z.B. bei Ferienwohnungen, da sie im

               Gegensatz zur Hauptwohnung nicht ständig bewohnt ist.

               (andere Nutzung)

 

Die Anzeigepflicht (abs.2) ist für den VR wichtig:

 

ðZur Beitragsberechnung bei Umzug in eine andere Tarifzone

ðzur Beitragsberechnung bei geänderter Wohnfläche nach

   Klausel 7712 "Unterversicherungsverzicht"

ðZur Überprüfung einer eventuellen Unterversicherung

   (wenn Klausel 7712 nicht vereinbart ist.)

 

Prämie

 

Die Prämie ändert sich ab Umzugsbeginn

(wenn die Wohnung in einer anderen Tarifzone liegt. Abs.3)

 

Der VN kann den Vertrag bei einer Prämienerhöhung

nach Abs.3 schriftlich kündigen. Abs.4

 

JMerke: Die Kündigung hat spätestens einen Monat nach zu Zugang

               der Erhöhung zu erfolgen.

 

               Sie wird einen Monat nach Zugang wirksam.

 

 

Trennung der Ehegatten

 

Zieht der VN bei einer Trennung der Ehegatten aus und bleibt

der Ehegatte in der bisherigen Wohnung zurück, so gelten als Versicherungsort

die neue Wohnung des VN und die bisherige Ehewohnung.

Für die bisherige Wohnung besteht V.-Schutz bis zu einer Vertragsänderung

- längstens bis zu 3 Monaten nach der Prämienfälligkeit. Abs.5

 

Außenversicherung (§12 VHB92)

 

Hausratsachen, die dem VN oder eine häuslichen Gemeinschaft lebenden Person gehören oder die deren Gebrauch dienen, sind weltweit auch versichert, solange sie sich vorübergehend (höchstens 3 Monate)

außerhalb der Wohnung befinden. (§12 Abs.1 VHB92)

 

Beispiel:

 

Durch einen Brand im Gartenhaus des VN außerhalb des

V.-Ortes werden Möbel und Gartengeräte zerstört.

Der VR wird nicht leisten, da die Sachen nicht vorübergehend

, sondern sich dauerhaft im Gartenhaus befinden.

 

Als vorübergehend gilt auch Ausbildung, Wehrpflicht oder Zivildienst des

VN oder einer Person in häuslicher Gemeinschaft - auch länger als

3 Monate, soweit sie dort keinen eigenen Haushalt gegründet haben

(§12 Abs.2 VHB92)

 

Einschränkung der Außenversicherung (§12 Abs.3 VHB92)

 

ðSturm und Hagel; Außenversicherung besteht nur für Sachen in Gebäuden

 

Beispiel:

 

Das Campingzelt des VN wird durch Hagel auf einem Zeltplatz

zerfetzt. Es besteht k. V.-Schutz nach § 12 Abs.3 VHB92).

Wird dagegen das Zelt durch Feuer zerstört oder durch einen

Bruch der Hauptwasserleitung weggespült, so wird der VR

leisten.

 

JMerke: Für Brand, Blitzschlag, Explosion, Absturz von Flugkörpern sowie

                Leitungswasser bestehen keine bes. Auflagen in der Außenversicherung

 

ðEinbruchdiebstahl: Außenversicherung besteht nur wenn ED-Begriff

   nach nach §5 Abs.1 VHB92 erfüllt ist.

 

ðRaub:Außenversicherung besteht nur, wenn die angedrohte Gewalttat

an Ort und Stelle verübt werden soll (§12 Abs.5 VHB92)

 

Beispiel:

 

Ein Erpresser hat das Kind des VN entführt. Er droht dem Kind

Gewalt an, wenn der VN ihm nicht Geld überbringt. Der VN

hinterlegt das Geld an der vereinbarten Stelle. Es besteht

k. V.-Schutz. Die Wegnahme der Sachen erfolgt nicht am

Ort der Drohung (vgl. §5 Abs.2 b und §9 Abs.3 b VHB92)

 

Entschädigungsgrenze: 10 % der V.-Summe, höchstens 20.000 DM

 

 

Zusammentreffen von Fremd- und Außenversicherung

 

Beispiel:

 

Der Arbeitgeber hat dem VN einen Personal-Computer zur

Verfügung gestellt, mit dem der VN häufig zu Hause arbeitet.

Ein Brand zerstört den PC. Der PC ist nach §1 Abs.2 e und Abs.3 VHB92

in der Hausratversicherung versichert. Besitzt der Arbeitgeber eine

Geschäfts-Inhaltsversicherung nach der Pauschaldeklaration, dann ist die

technische und kaufm. Geschäftsausstattung auch innerhalb Deutschlands

(Außenversicherung) bis z.B. 10 000 DM eingeschlossen.

Es besteht Doppelversicherung.

 

Entschädigt wird nach dem Grundsatz "Fremdversicherung leistet vor Außenversicherung"

 

Die Hausratversicherung wird als Fremdversicherung den

PC bezahlen.

 

Dieser Grundsatz wird nach einer Empfehlung des früheren

Verbandes der Sachversicherer e.V. jedoch in folgenden Fällen umgekehrt:

(vgl. Handbuch der allgemeinen Sachversicherung S.105)

 

Bezieht sich die Fremdversicherung z.B. auf:

 

- Gebrauchsgegenstände der Betriebsangehörigen

- Gegenstände von Gästen und Besuchern im Haushalt

- Eigentum von Gästen in Hotels

- Kraftfahrzeuge

 

so haften als erster die Außenversicherung

 

Zusammenfassung:

 

                                                                           Außenversicherung

                                                                           §12 VHB92

 

Versicherte Sachen sind weltweit                      Als vorübergehend gilt auch, wenn

auch versichert, solange sie sich                      sich der VN oder eine Person in

vorübergehend (max. 3 Monate)                        häuslicher Gemeinschaft zur Ausbildung

außerhalb der Wohnung befinden                     , zur Ausbildung, zur Wehrpflicht oder

Abs.1                                                                  zum Zivildienst außerhalb der Wohnung

                                                                           befindet.

 

Einschränkung der Außenversicherung:

 

- Sturm und Hagel: Außenversicherungsschutz besteht nur, wenn sich

                              die Sachen im Gebäude befinden. Abs.3

 

- ED:                      Außenversicherungsschutz besteht nur, wenn die in

                             §5 Abs.1 genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

                             Abs.4

 

- Raub:                  A.-Versicherungsschutz besteht nur, wenn die angedrohte

                             Gewalttat (§5 Abs.2 b) an Ort und Stelle verübt werden soll.

                             Abs.5

 

- Entschädigungsgrenze: 10 % der V.-Summe höchstens 20.000 DM. Abs.6                      

 

 

Obliegenheiten des VN vor Versicherungsfall

 

Gefahrenumständen bei Vertragsabschluß und Gefahrenerhhöhung (§ 13 VHB 92)

Einhaltung von Sicherheitsvorschriften

(§14 VHB92)

 

Gefahrerhöhung liegt vor, wenn                               - alle gesetzlichen, behördlichen oder

                                                                                    oder vereinbarten Sicherheits-

- sich ein Umstand ändert, nach dem                          vorschriften zu beachten

   im Antrag gefragt worden ist.

 

- Ständig bewohnte Wohnung länger                     - In der kalten Jahreszeit die Wohnung 

  als 60 Tage unbewohnt bleibt.                                  ausreichend zu beheizen oder alle

                                                                                   wasserführenden Anlagen zu entleeren.

- Vereinbarte Sicherungen entfernt werden

 

Bei schuldhafter Verletzung (vorv. Anzeigepflichtverletzung) kann der VR vom

Vertrag zurücktreten und leistungsfrei sein

(§§ 16-21 VVG)

 

Gefahrerhöhung muss unverz. angezeigt werden. VR kann n. §§23-30 VVG kündigen

oder auch leistungsfrei sein.

Bei Obliegenheitsverletzung kann

der VR mit Monatsfrist kündigen oder

auch leistungsfrei sein -

außer bei leichter Fahrlässigkeit

 

Vorvertragliche Anzeigepflicht (§13 Abs.1 VHB92, §16 (1) VVG)

 

ðVN muss vor Schließung des Vertrages alle bekannten Umstände

    anzeigen, die für die Übernahme erheblich sind

ðEin Umstand, nach welchem der VR im Antrag fragt, gilt

    im Zweifel als erheblich.

 

Zu den Antragsfragen gehören z.B.:

 

- Bauweise des Gebäudes                                - Gefahrenerhöhende Umstände

                                                                             (Gewerbebetrieb im Gebäude)

- Nutzung (ständig/n. ständig bewohnt)               - Sicherungsmaßnahmen (z.B. Zylinderschloß)

 

- Wohfläche in qm                                              - Vorversicherung

 

- Vorschäden

 

JMerke: Bei einer schuldhaften Verletzung der vorvertragl. Anzeigepflicht kann

               der VR vom Vertrag zurücktreten oder leistungsfrei sein (§16 (2) VVG §21 VVG)

 

Hierbei ist fraglich, ob die Wohnfläche zu diesen Umständen gehört,

da dies nicht erheblich ist, weder im Bezug auf den Schadenseintritt noch

auf die Schadenshöhe (hierbei dürfen nicht die Rechtsfolgen n. §§16 - 21 VVG eintreten)

 

Gefahrerhöhung (§13 Abs.2 und 3 VVG)

 

ÜIn Abschnitt 3 werden die Möglichkeiten der Gefahrenerhöhung angeführt

 

ÜDurch das Wort "inbesondere" weist der VR darauf hin, dass die

    Aufzählung nicht vollständig ist.

 

Einhaltung von Sicherheitsvorschriften (§14 VHB92, §14 Abs.1 VHB 92)

 

Der VN muss beachten,

 

- alle gesetztl., behördl. oder vereinbarten Sicherheitsvorschriften

- in der kalten Jahreszeit die Wohnung ausreichend zu

  beheizen oder alle wasserführenden Anlagen zu entleeren

 

JMerke: Sicherheitsvorschriften spielen in der HR nur eine untergeordnete

                Rolle.

 

ðGesetzl. Vorschriften: z.B. Errichtung und Betrieb von Feuerstätten sowie elektrischen

    Anlagen.

 

ðVertragl. Vereinbarungen: Vorschrift Abs. 1b, in der "kalten Jahreszeit"* zu heizen oder

                                                 die Anlagen zu entleeren.

 

* der Begriff "kalte Jahreszeit" ist in den VHB nicht näher erläutert (der VN hat sich an diese Vorschriften

   zu halten, sobald mit Frost zu rechnen ist.

 

Der VR muss innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme von der

Verletzung der Vorschrift kündigen(§14 Abs.2 VHB92).

 

Nach VVG genügt bei Verletzung einer vorvertraglichen Obliegenheit vor

Eintritt des V.-Falles fahrlässiges Verhalten des VN. Diese Vorschrift ist

halb zwingend. Mit §14 Abs.2 VHB92 weicht der VR zugunsten des VN

davon ab - Leistungsfreiheit tritt erst bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz ein. -

 

 

Anpassung der V.-Summe und des Prämiensatzes

 

ðDie Versicherungssumme erhöht oder mindert sich

    nach dem Preisindex (Lebenshaltungskosten n. Statistisches Bundsamt)

 

ðDies kann eine Erhöhung bedeuten, damit der VN nicht unterversichert ist

 

JMerke: Der VN kann innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung

               schriftlich der Anpassung widersprechen.

 

               Die Versicherungssumme erhöht sich um einen Vorsorgebetrag

               von 10 %

 

ðHausratversicherung ist eine Neuwertversicherung (Wiederbeschaffungswert)

   , d.h. bei steigendem Preisindex steigt auch der Wiederbeschaffungswert.

 

ðDer "Hausratindex" ist ein Ausschnittsindex, da nur best. Hausratgegenstände

    relevant sind für den V.-Schutz (Möbel, Wertsachen usw.)

 

    Nicht: Nahrungsmittel (sind zwar versichert, machen aber nur einen

              Bruchteil der Versicherungssumme aus)

 

Beispiel zur Erhöhung der Versicherungssumme

 

"Hausratindex" Sept. 1996: 108,9 (Basis: 1991 =100)

"Hausratindex" Sept. 1997: 110,8

 

Prozentuale Änderung: 

 

108,9 = 100 %

    1,9 =     x

 

100 x 1,9 = 1,74 %

 108,9 

 

Die V.Summe wird um 1 % erhöht, weil der Prozentsatz

auf eine ganze Zahl abgerundet wird (§16 Abs.1 a VHB92)

 

Die neue Versicherungssumme wird auf 1000 DM aufgerundet

z.B. V.-Summe vor der    Erhöhung: 80.000 DM

       V.-Summe nach der Erhöhung: 81.000 DM

 

Die vereinbarte oder angepaßte V.-Summe erhöht sich um einen Vorsorgebetrag von 10%(Vorsorgeversicherung) §16 Abs.1b VHB92

 

Anpassung des Prämiensatzes (§16 Abs. 2 VHB92)

 

Der VR kann den Prämiensatz ab der nächsten V.-Periode erhöhen.

Dabei darf der erhöhte Prämiensatz den geltenenden Tarifprämiensatz

nicht übersteigen (Abs.2a)

 

Der VN kann den V.-Vertrag innerhalb eines Monats nach Zugang der

Erhöhung zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung schriftlich kündigen

(Abs.2 b)

 

ðVR kann Prämiensatz für bestehende Verträge erhöhen

    (auch für eingeschlossene Klauseln - z.B. Fahrraddiebstahl)

 

ðWirksam wird dies mit der nächsten V.-Periode

 

ðDer erhöhte Prämiensatz darf aber den geltenden Prämiensatz nicht übersteigen.

 

Grund: Dadurch wird verhindert, daß die VR Neukunden Rabatte anbieten,

            welche Personen im Bestand mehr zahlen, um den schlechten

             Schadensverlauf aufzufangen.

 

Beispiel:

 

Das Risiko Einbruchdiebstahl steigt in Tarifzone III stark an.

Der VR erhöht deshalb für Bestands- und Neukunden den

Beitragssatz um 5 % (möglich laut §16 Abs.2 VHB92)*.

 

JMerke: Bei Erhöhung des Prämiensatzes kann der VN innerhalb eines

               Monats nach Zugang der Mitteilung zum Zeitpunkt der Änderung

               schriftlich kündigen.

 

* Einige VU formulieren § 16  Abs.2 VHB 92 anders als hier dargestellt.

 

 

Beitragsberechnung (das wichtigste im Überblick, vgl. S.77 - 87 Lehrbuch)

 

Berechnungsgrundlage

Aufbau

Verwendung

 

Schadensstatistik                                       Nettorisikobeitrag                Versicherungsleistung

                                                                + Sicherheitszuschlag

Buchführung                                                                                            Ausgleich des versicherungs-

Kostenrechnung                                       __________________           technischen Risikos

                                                                 = Riskikobeitrag

                                                                    (Nettobeitrag)

 

                                                                 + Betriebskosten-                   Abschluß- und Verwaltungskosten

                                                                    zuschlag

 

                                                                 + Gewinnzuschlag

                                                                -----------------------------------

                                                                 = Brutto- oder

                                                                    Tarifbeitrag

 

                                                                 Risikobeitrag    ca.       58 %

                                                                 Betriebskosten ca. 36- 40 %

                                                                 Gewinn                    2-6    %    

 

ðProzentsätze für Betriebskosten nur beispielhaft

ðHängt ab vom Absatzsystem (Direktvertrieb oder Außendienst)

 

Für jede Risikogruppe werden Schadenhäufigkeit (Schadenwahrscheinlichkeit)

und durchschnittliche Schadenhöhe ermittelt:

 

Schadenhäufigkeit:              = Anzahl der Schäden

                                               Anzahl der Risiken (Verträge)

 

Durchschn. Schadenhöhe   = Gesamtentschädigung

                                               Anzahl der Schäden

 

Risikobeitrag:                       = Schadenhäufigkeit x durchschnittl. Schadenhöhe

 

 

Die Hausratversicherung wird üblicherweise  in folgende Risikogruppen unterteilt:

 

1. Tarifzonen

 

ðDie meisten VU arbeiten inzwischen mit vier Tarifzonen (H1-H 4)

ðDiese sind unterteilt nach Postleitzahlen

 

Beispiele für Tarifzone IV:

 

Berlin, Köln, Bremen, Hamburg, Frankfurt am Main usw.

(hohes ED-Risiko)

 

2. Bauartklasse

 

Der Tarif wird in folgende Gruppen zusammengefaßt:

 

- Bauartklasse I,II     und Fertighäuser der Gruppe 1 und 2

- Bauartklasse III, IV und Fertighäuser der Gruppe 3

- Bauartklasse V (z.B. Holzfachwerk und weiche Bedachung)

 

ðViele VU verzichten auf die Unterteilung des Tarifes nach Bauartklassen.

    Einige erheben nur einen Zuschlag für Ried-, Stroh- und Holzdach

    ("weiches Dach").

 

3. Nutzung der Wohnung

 

a) Hausrat in ständig bewohnten Wohnungen

 

b) Hausrat in nicht ständig bewohnten Wohnungen

    - in einem ständig bewohnten Gebäude

    - in einem nicht ständig bewohnten Gebäude innerhalb

      eines geschlossenes Wohngebietes.

    - in einem nicht ständig bewohnten Gebäude außerhalb

      von geschlossenen Wohngebieten.

 

c) Hausrat eingelagert in Lagerhäusern, Speditionen usw.

    - vorübergehend eingelagert

    - eingelagert, wenn Hausrat aufgelöst wird.

 

Viele VU bieten Tarife für Ferienhäuser und -wohnungen außerhalb geschlossener

Wohngebiete sowie für eingelagerten Hausrat bei Wohnungsauflösung nicht an.

 

Der Tarifbeitrag wird in Promille der V.-Summe ausgewiesen:

 

Tarifbeispiel:

 

Hausrat in ständig bewohnten Wohnungen                 Grundbeitragssatz

 

in einem Gebäude der Baartklasse I, II oder                 Tarifzone

in einemFerighaus der Gruppe 1,2                                 I              II             III            IV

                                                                                      1,5 P.   2,0 P.        2,8 P.      3,3 P.

 

Einige VU erheben Zuschläge für Gefahrerhöhung durch einen

feuergefährlichen Betrieb im Gebäude oder in unmittelbarer Nähe der Wohnung.

 

Für den Einschluß von Klauseln wie Überspannungsschäden durch

Blitz oder Fahrraddiebstahlschäden sowie für die Erhöhung der Ent-

schädigungsgrenze für Wertsachen verlangen die VU ebenfalls Zuschläge

(§19 Abs.2 VHB92)

 

Rabatte werden gewährt:

 

- Vertragsdauer von 5 Jahren (Dauerrabatt)

- SB am Schaden

- einbruchshemmende Sicherung an Türen und Fenstern

- Einbruchsmeldeanlagen

- junge Leute bis zum 25. Lebensjahr

 

Besonderheiten

 

Feuerschutzsteuer (§§1,3 Feuersch. StG):

 

ðVom Beitragsanteil für die Feuerversicherung wird 8 % Feuerschutzsteuer erhoben

    (20 % vom Gesamtbeitrag ohne V.-Steuer = 1,6 %)*

 

* in der verbundenen Wohngeböudeversicherung beträgt der Beitragsanteil für

   die Feuerversicherung  25 %, d.h. 2% Feuerschutzsteuer vom Gesamtbeitrag

 

JMerke: In der Versicherungspraxis werden die Begriffe Netto- und Bruttobeitrag

               auch in anderer Form verwendet:

 

               ðIn der Gewinn und Verlustrechnung ist der Bruttobeitrag der

                  gebuchte Beitrag des Erstversichers. Unter Nettobeitrag oder

                  Beitrag für eigene Rechnung wird der Bruttobeitrag abz.

                  Rückversicherungsanteil ausgewiesen.

 

           

               - Bei der Beitragsabrechnung wird häufig der Tarifbeitrag dem

                 Nettobeitrag gleichgesetz. Bruttobeitrag ist dann der Nettobeitrag züzüglich

                 Zuschläge, Gebühren und V.-Steuer, den der VN zu zahlen hat.

 

Erläuterungen

 

ðErst- und Folgebeitrag (§ 38 VVG)

 

= Unter Erstbeitrag ist der zeitliche erste zu zahlende zu einem

    V.-Vertrag zu zahlende Beitrag zu verstehen, z.B.

 

    - erster Jahresbeitrag eines mehrj. Vertrages

    - erste Vierteljahresrate

    - erster Beitrag für eine Nachversicherung

 

ðZum Folgebeitrag (§ 39 VVG) gehören neben den laufenden Beiträgen z.B.

   auch

 

    - zweite Rate bei Ratenzahlung

    - Zuschlagsbeitrag nach einer Gefahrenerhöhung

 

Bei Zahlungsverzug treten unterschiedliche Rechtsfolgen bei Erst- und

Folgebeitrag ein.

 

Zahlung des Beitrages

 

ðDer Erstbeitrag ist bei Aushändigung des V.-Scheines oder im

    Fall des V.-Abschlusses nach §§ 5 oder 5a VVG nach Ablauf

    der Widerspruchsfrist zu zahlen (§ 35 VVG §15 Abs.1 VHB92)

 

ðFolgebeitrag: Fälligkeit am ersten des Monats, in dem ein neues

                        Versicherungsjahr beginnt (§15 Abs.1 VHB92)

 

ðVersicherungsperiode: Zeitraum eines Jahres

 

ðRatenzahlung: Kann mit entsp. Zuschlägen vereinbart werden.

 

Gebühren

 

ðNebenkosten zusätzlich zum Beitrag für den VN

 

µAusfertigungsgebühr für die Ausfertigung des

    Versicherungsscheines                                            1.00 - 3.00 DM

 

µHebegebühr für die Erhebung (Inkasso)                     .50 - 1.00 DM

    des laufenden Beitrages                           

 

µNachtragsgebühr für Nachträge/Änderungen            1.00 - 3,00 DM

    des bestehenden Versicherungsvertrages    

 

Einige VU verzichten auf Gebühren, da es sich insb. bei der Hebegebühr

um Kosten handelt, die regelmäßig anfallen, können sie auch im

Beitrag einkalkuliert werden.

 

Versicherungssteuersätze (w. Informationen s. Lehrbuch s.84)

 

ÜHausratversicherung mit Einschluß von Klauseln z.B. Fahrraddiebstahl,

   Überspannungsschäden: 14 % V.-Steuer

 

ÜHausratversicherung (14% V.Steuer) mit Haushaltsglasversicherung (15% V.Steuer)

 

ÜHausratversicherung (14 % V..Steuer) mit privater Unfallversicherung (15 % V.-Steuer)

 

Rundung

 

Beiträge, Zuschläge, Nachlässe und V.-Steuer werden - auch innerhalb der Beitragsrechnung

- bei Pfennigsbeträgen von 5 Pf. oder mehr auf 10 Pfennig nach oben, bei Beträgen von

weniger als 5 Pfennig auf 10 Pf. nach unten gerundet.

 

Zuschläge und Nachlässe (Rabatte)

 

 

Beitragszuschläge

 

 

Ratenzuschlag

 

Risikozuschlag

 

 

Zuschlag für erweiterten V.-Schutz

 

ðVersicherungsperiode: Zeitraum eines Jahres

                                      - Zahlt der VN monatlich also in Raten, entstehen dem VU

                                        erhöhter Verwaltungsaufwand und Zinsausfall.

 

In der Hausratversicherung sind folgende Ratenzuschläge auf den

Jahresbeitrag üblich:

 

Zahlungsweise

Zuschlag

 

halbjährlich

vierteljährlich

monatlich

 

3 %

5 %

5  % Lastschriftverfahren

 

Beispiel:

 

Der VN beantragt eine HR-Versicherung mit 90.000 DM V.-Summe; Beitragssatz

2,8 Promille, vierteljährliche Zahlungungsweise, 2 DM Ausfertigungsgebühr,

14 % V.-Steuer.

 

Wie hoch ist der Vierteljahresbeitrag?

 

Lösung:                      

 

Jahresbeitrag = 252      DM

5 % Ratenz.   =   12,60 DM

                         264, 60 DM: 4

 

                       = 66,20 DM

Gebühr               2,00 DM

                          68,20 DM

 

V.Steuer 14 % = + 9,50 DM

                             77,70 DM

 

 

 

JMerke: Der Ratenzuschlag wird vom Tarifbeitrag einschließlich Zuschläge

und Nachlässe - aber vor Ausfertigungs- oder Hebegebühr und V.-Steuer ermittelt.

 

 

Risikozuschläge sowie Zuschläge für die Erweiterung

des V.-Schutzes

 

ðFür erhöhte Risiken reicht der kalkulierte Schadensbeitrag nicht aus

ðHierfür werden für best. Risiken Zuschläge erhoben:

 

- vorübergehendes Unbewohntsein der Wohnung über die Dauer von 60 Tagen

  hinaus (1 % Zuschlag je angefangener Monat)

 

- feuergefährliche Betriebe im Gebäude oder unmittelbarer Nähe

 

- Bauartklasse III - IV, sofern kein eigener Beitragssatz ausgewiesen wird.

 

Zuschläge für die Erweiterung des V.-Schutzes

 

ðIm V.-Vertrag können weitere Gefahren oder Sachen eingeschlossen

   werden (bzw. Entschädigungsgrenzen erhöht werden)

ðDiese sind häufig in Klauseln geregelt.

 

µFahrraddiebstahl (Klausel 7110)

µÜberspannungsschäden durch Blitz (Klausel 7111)

µAquarien (Klausel 7116)

µErhöhung der Außenversicherungsgrenze (Klausel 7713)

µErhöhung Grenze für Wertsachen

µInhalt von Kundenschließfächern bei Kreditinstituten

µErweiterte Elementarschadensversicherung*

 

* Die erweiterte Elementarschadenversicherung nach den BEH wird bei vielen VU als

   eigener Vertrag geführt, so daß 15 % V.-Steuer erhoben wird.

 

Zuschläge werden entweder in Promille (von der V.-Summe) oder in Prozent (vom Tarifbeitrag in DM) angegeben.

 

Zuschläge in Promille

 

Beispiel:

 

Hausratversicherung, V.-Summe 110.000 DM zu 2,0 Promille;

0,4 Promille Zuschlag für Einschluß Fahrraddiebstahl,

0,2 Promille Zuschlag für Einschluß Aquarium

2,00 DM Ausfertigungsgebühr, 14 % V.-Steuer.

 

Wie hoch ist der Beitrag?

 

Grundbeitrag:            2,0 Promille

Zuschlag Fahrrad      0,4 Promille

Zuschlag Aquarium   0,2 Promille

                                 2,6 Promille

 

                               = 286 DM

Gebühr (2,- DM)             2 DM

                                  288 DM

 

+ 14 % V.-Steuer      = 328,30 DM

 

JMerke: Promillezuschläge sind zum Beitragssatz zu addieren.

 

Zuschläge in Prozent

 

Hausratversicherung 90.000 DM zu 2,8 Promille

20 % Zuschlag wg. Gefahrerhöhung

  5 % Ratenzuschlag (viertelj. Zahlung)

1,00 Gebühr, 14 % V.-Steuer

 

Berechnen sie die Vierteljahresprämie!

 

Tarifbeitrag :                    252    DM

+ 20 % Zuschlag               50,4 DM

                                       302,4 DM

 

+ 5 % Ratenzuschlag      15,10 DM

                                      317,50 DM : 4

                                        79,40 DM

                                          1,00 DM

                                        80,40 DM

 

+ 14 % V.-Steuer             11,30 DM

 

= 91,70 DM (Vierteljahresbeitrag)

 

Prozentzuschläge werden üblicherweise nacheinander berechnet

 

Der Ratenzuschlag ist vom gesamten Beitrag - also einschließlich

Zuschlag für die Gefahrerhöhung zu rechnen. Dagegen können

Prozentzuschläge, die nicht voneinander abhängen

(z.B. verschiedene Risikozuschläge), in einer Summe aus

dem Tarif- oder Grundbeitrag berechnet werden.

 

Beitragsnachlässe

 

Dieser Rabatt wird wg. günstiger Gefahrenlage oder wegen

besonderer Sicherungseinrichtungen gewährt - in der HR-Versicherung

z.B. für

 

- eine vom VDS anerkannte Einbruchmeldeanlage

  (Der Zuschlag für die Erhöhung der Entschädigungs-

   grenze nach § 19 Abs.2 VHB 92 reduziert sich dadurch

  um 25 % - 50 %)

 

- einbruchhemmende Sicherungen

 

- SB (z.B. % 15 Nachlaß bei 500,00 DM SB je Schadenfall)

 

Rabatt in Prozent (in DM)

 

V.-Summe 240.000 Dm zu 2,8 Promille

Erhöhung der Entschädigungsgrenze für Wertsachen auf 30%

, Zuschlag 0,8 Promille (reduziert sich auf 25 % wg. anerkannter Alarmanlage)

5 % Rabatt für einbruchshemmende Sicherungen, 10 % Dauerrabatt.

 

Wie hoch ist der Halbjahresbeitrag einschl. 2,00 DM Gebühr und 14 % V.-Steuer.

 

 

Lösung:

 

Beitragssatz:                                                                           2,8 Promille

+  Zuschlag wg. Erhöhung Entschädigungsgrenze                 0,6 Promille 

                                                                                               3,4 Promille

 

240.000 DM zu 3,4 Promille =                                                816,00 DM

- 5 % Sicherungsrabatt                                                             40,80 DM

                                                                                              775, 20 DM

- 10 % Dauerrabatt                                                                   77,50 DM

                                                                                               697,70 DM

                                                                                               + 20,90 DM

+ 3 Prozent Ratenzuschlag                                                     718,60  DM : 2

                                                                                                359,30 DM

+ Gebühr                                                                                     2,00 DM

                                                                                                361,30 DM

+ 14 % Versicherungssteuer                                                      50,60 DM

 

Halbjahresbeitrag                                                               = 411,90 DM

 

 

Mehrere Prozentrabatte werden nacheinander vom jeweiligen Restbetrag berechnet.

 

In der HR-Versicherung werden Nachlässe selten in Promille angegeben; sie

werden in einer Summe vom Beitragssatz abgezogen.

 

Nachbeiträge

 

ðWerden erhoben wenn während der V.-Periode der Vertrag geändert wird

    (höhere V.-Summe bzw. Erweiterung des V.-Schutzes)

 

ðNachbeiträge werden in der Sachversicherung überwiegend nach Tagen

   verrechnet (prorata temporis).

 

Beispiel:

 

Zu einer bestehenden Hausratversicherung (V.-Summe: 120 000 DM zu 2,8 Promille, V.-Periode 01.02.00)

erhöht der VN wg. Neuanschaffungen die V.-Summe vom 15.08.00 auf 140.000 DM und

schließt außerdem Fahrraddiebstahl (Zuschlag 0,5 Promille) ein.

 

Berechnen Sie den Nachbeitrag genau nach Tagen (p.r.t.) einschließlich

1,00 DM Nachtragsgebühr und 14 % V.-Steuer.

 

Lösung:

 

|----------------------------------------------------|---------------------------------------------------------|

1.2                                           15.08    [Nachbeitrag für 166 Tagen]      1.2

 

Neuer Jahresbeitrag (140.000 DM zu 3,3 Promille)       462,00 DM

- Alter Jahresbeitrag  (120.000 DM zu 2,8 Promille)       336,00 DM

 Jahresbeitrag                                                               126,00 DM

 

Nachbeitrag zum 15.08.00 für 166 Tage

 

360 Tage = 126,00 DM

166 Tage =  x

 

126 x 166                                                                       58,10 DM

    360  

 

+ Gebühr                                                                           1,00 DM

                                                                                       59,10 DM

+ 14 % Versicherungssteuer                                             8,30 DM

Nachbeitrag zum 15.08.00                                    =       67,40 DM

 

Nachbeiträge werden für die Zeit ab Änderungstag bis zum Ende der

Versicherungsperiode oder Ratenzahlung bis zum Ende der jeweiligen

Beitragsrate berechnet. Nachbeiträge unterliegen der V.-Steuer.

 

Rückbeiträge

 

Endet der Versicherungsvertrag vor Ablauf oder wid er während der

V.-Periode geändert, so erhält der VN in best. Fällen den noch nicht

verbrauchten Beitrag zurück, z.B.:

 

- Kündigung des VU nach V.-Fall § 96 Abs.3 VVG §15 Abs.5 VHB92

- Kündigung nach Umzug in eine höhere Tarifzone §11 Abs.4 VHB92

- Beendigung des V.-Vertrages durch Tod des VN §15 Abs. 6 VHB92

 

Der Beitrag wird auch zurückerstattet bzw. verrechnet bei

Herabsetzung der V.-Summe (§51 VVG, §20a Abs.1 VHB92) oder

des Beitragssatzes (z.B. Umzug in eine niedrigere Tarifzone §11 Abs.3 VHB92)

oder Gewährung von Rabatten während der V.-Periode.

 

Kein Rückbeitrag wird gewährt bei:

 

- Kündigung des VN nach Versicherungsfall §96 Abs.3 VVG

  (abdingbare Vorschrift), §15 Abs.5 VHB92

 

- Wegfall des versicherten Interesses durch einen V.-Fall

  § 68 Abs.4 VVG (halbzwingende  Vorschrift) § 15 Abs.5 VHB92

 

- Kündigung wg. Gefahrerhöhung §§24,27,40  Abs.2 VVG

  (halbzwingend) §15 Abs.5 VHB92

 

- Rücktritt wg. Verletzung der vorvertragl. Anzeigepflicht §§16, 40 Abs.1

  VVG (halbzwingend), § 15, Abs.5 VHB92

 

- Aufhebung des Vertrages oder Herabsetzung der V.-Summe bei

  Doppelversicherung §60 Abs.3 VVG (abdingbar), §20 a Abs.2 VHB92

 

Beispiel:

 

Der VN zieht von Tarifzone II nach Tarifzone IV um und meldet den

Wohnungswechsel beim Umzugsbeginn seinem VR.

Der Beitragssatz erhöht sich von 2 Promille auf 3,3 Promille.

Der VN kündigt den Vertrag nach §11 Abs.4 VHB92.

Die Kündigung  geht dem VU am 15.04 zu (V.-Summe: 120.000 DM)

Versicherungsperiode: 01.02. - 01.02

 

a) jährliche Zahlung

b) halbjährliche Zahlung

 

Lösung:

 

Die Kündigung wird einem Monat nach Zugang beim VU wirksam

(§11 Abs.4 VHB92). Bis zum 15.05. steht dem VU der Beitrag anteilig zu.

 

a) jährliche Zahlungsweise

                                                  >Rückbeitrag für 256 Tage<

|---------------------------------------------|--------------------------------------------------------------|

01.02                                 15.05                                                    01.02   

                                          Wirksam-                                       

                                          werden der

                                          Kündigung

                                          

120.000 DM zu 2 Promille                                   240,00 DM

für 256 Tage: 240 x 256 =                                   170,00 DM

                           360              

 

+ 14 % Versicherungssteuer                                 23,00 DM

 

Rückbetrag                                                           194,60 DM

 

b) halbjährliche Zahlung

 

                                       Rückbeitrag für 76 Tage

                                            >                   <

[-------------------------------------------[---------------------[-----------------------------------------]

01.02                                 15.05.            01.08.                          01.02

1.Rate                                                      2.Rate

 

120.000 DM zu 2 Promille                           240.00 DM

+ 3 % Ratenzuschlag                                      7.20 DM

                                                                    247,20 DM : 2

                                                                    123,60 DM

 

für 76 Tage 123,60 x 76 =                              52.20 DM

                        180                                           7.30 DM

                                                                       59. 50 DM

 

 

Rückbeiträge werden - wie Nachbeiträge - für die Restlaufzeit berechnet.

Mit dem Rückbeitrag erhält der Vn die zuviel gezahlte Versicherungssteuer zurück.